Ralf Geuyen: Im dritten Anlauf zum König

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Das neue Königspaar Ralf und Monika Geuyen regiert in Garbeck.

Garbeck - „Jaaaa!“, Ralf Geuyen hielt seine Freude nach dem 161. Schuss auf den Rest des einst so stolzen Vogel am Montag in Garbeck nicht zurück.

Nachdem er in den Jahren 2000 und 2011 vergeblich versucht hatte Schützenkönig der Bruderschaft Heilige Drei Könige zu werden, sollte es im dritten Anlauf endlich klappen. „Ich will es“, ließ der 50-jährige Postbeamte, der seine Frau Monika zur Königin nahm, schon früh unter der Vogelstange keinen Zweifel daran, dass er mit Stefan Rüth und Ingo Severin als ernsthafter Kandidat zu handeln sei. 

Mit dem Königsschuss setzte Geuyen übrigens eine Familientradition fort. Vater Heinz hatte die Königskette 1975/76 getragen, Bruder Roland 2015/16. Und sein Bruder war es auch, dem er den Erfolg zumindest ein wenig zu verdanken hatte. Denn vor der finalen Phase des Schießens wechselte Geuyen die Kopfbedeckung, nahm den Hut seines Bruders, mit dem Roland schon 2015 den Vogel abgeschossen hatte. 

Nach dem entscheidenden Schuss riss die Schar der Gratulanten zunächst nicht ab. Schließlich hatten sich Geuyen, Severin und Rüth zuvor auch einen extrem spannenden Dreikampf geliefert. Einzig Oberst Manfred Schwermann dauerte das Schießen wohl ein wenig zu lange. Er ermahnte die Kandidaten schon nach 40 Minuten: „Bleibt bitte nah beieinander, so dass wir Euch nicht einzeln rufen müssen. Sonst sind wir noch bis zum Festzug hier.“ 

Dabei waren die Schützen, deren Kandidatenzahl sich von anfangs mehr als 20 auf letztlich drei reduzierte, durchaus treffsicher. Sie mussten aber gegen einen zähen Vogel ankämpfen, der sich nicht nach einer halben Stunde geschlagen geben wollte. Vielmehr hielt der Aar eine Stunde und 36 Minuten durch. 

Altkönig Jürgen Grevener musste nach seinem Ehrenschuss zwar die Kette abgeben, nahm aber dafür die Prämie für das abgeschossene Zepter in Empfang. Jubelkönig Erwin Boekholt, der vor 50 Jahren regiert hatte, gebührte der zweite Ehrenschuss, Christoph Haarmann (25 Jahre) der dritte. Dieser holte die Krone aus dem Kugelfang. Nach den weiteren Ehrenschüssen von Präses Vikar Tobias Kiene, dem Vorsitzenden Hubertus Schulte und den Königsoffizieren Stefan Severin und Patrick Busche durften sich alle potenziellen Königsanwärter aus den Reihen der Schützenbruderschaft beteiligen.

Mit dabei war auch Guido Grevener (50), der seit eineinhalb Jahren von einem Fernsehteam des WDR unter der Leitung der Balverin Solveig Flörke begleitet wird. Beim Schützenfest wurden Aufnahmen für die Sendereihe „Menschen hautnah“ gemacht. Zielsicher war Peter Neuhaus, der den Apfel mit dem 10. Schuss abschoss, dann dauerte es jedoch, bis die Flügel fielen: Ralf Geuyen (71. Schuss) und Ingo Severin (83.) sorgten dafür. 

Die Vogeljagd wurde vom Musikverein Rhode begleitet, der von Johannes Leitner dirigiert wurde. Robert Heite musste zeitgleich in Berlin bei seinem Arbeitgeber, dem Musikkorps der Bundeswehr, beim Staatsempfang für den chinesischen Ministerpräsidenten spielen. Er wusste den Dirigentenstab in Garbeck derweil in den besten Händen, sorgte sein Vertreter doch für ebenso gute Unterhaltung. Erstmals waren dabei sogar vier Alphörner auf der Vogelwiese zu hören. 

Nach dem 160. Schuss wurde das Gewehr ausgetauscht, was von Ralf Geuyen sofort mit einem zielsicheren Treffer für sich ausgenutzt wurde. Er und seine Frau Monika werden es in Garbeck krachen lassen mit ihrem Hofstaat, den der König, Tuba-Spieler im heimischen Musikverein, mit seinen Freunden besetzt. Gemeinsam zogen sie am Nachmittag beim Festzug bereits durch die Straßen.

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