Ein Versprechen für 2021

Neuer Präses segnet Vogelstange in Garbeck

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Erste Amtshandlung als neuer Präses der Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige: Pater Pius Sabu segnet am Samstag die neue Vogelstange.

Garbeck – „Machen wir das Beste daraus“, rief Pater Pius Sabu am Samstagabend in Garbeck dazu auf, die Absage des Schützenfestes mit Pragmatismus zu sehen.

Und die Garbecker Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige machte das Beste aus der Situation: Sie feierte mit vielen Besuchern einen Feldgottesdienst an der neuen Garbecker Vogelstange, die in diesem Rahmen gleich geweiht wurde. Und sie ernannte Pater Pius zu ihrem neuen Präses. 

Der Gottesdienst unter freiem Himmel begann mit etwas Verspätung, denn die Erfüllung der Auflagen des Hygienekonzeptes brauchte Zeit. Irgendwann saßen dann aber alle Besucher auf den ihnen zugewiesenen Plätzen, der Musikverein Amicitia Garbeck konnte unter der Leitung vom Michael Hammecke das Eröffnungslied spielen. 

Wunsch: Christliche Haltung soll bewahrt werden

Pater Pius ging gleich zu Beginn der Messe darauf ein, dass er später zum neuen Präses der Bruderschaft ernannt werden sollte. Er habe sich mit der Historie des 1663 erstmals urkundlich erwähnten Vereins befasst, erzählte er und ging auf dessen geschichtliche Entwicklung ein. „Ich wünsche mir, dass die Schützenbruderschaft ihre christliche Haltung bewahrt“, sagte er schließlich. Und er sprach sicherlich nicht nur den Schützenbrüdern aus dem Herzen, als er auf die Tatsache einging, dass das Schützenfest in diesem Jahr aufrund der Corona-Pandemie ausfallen muss und versprach: „Ich werde mich bei meinem obersten Vorgesetzten dafür einsetzen, dass wir das Schützenfest im nächsten Jahr wieder in der gewohnten Form feiern können.“ In diesem Jahr müsse der an die Schützenmesse anschließende gemütliche Teil ja wohl eher im privaten Rahmen stattfinden, zeigte der Geistliche, dass er sehr wohl darüber im Bilde war, dass sich die Garbecker das Feiern nicht ganz nehmen lassen wollten. 

Oberst Manfred Schwermann überreichte Pater Pius Sabu als neuem Präses der Bruderschaft einen Schützenhut.

Lobende Worte fand Pater Pius für die Idee der Schützenbruderschaft, das Aufhängen der Dorffahnen mit einem Süßigkeiten-Gutschein zu belohnen, der am Sonntag beim Schausteller Feldmann eingelöst werden konnte. Diese Unterstützung des Schaustellers, dem durch die Corona-Auflagen praktisch die Geschäftsgrundlage entzogen wurde, wertete er als einen Akt der Nächstenliebe. „Das finde ich christlich“, sagte Pater Pius. Schließlich fand der Geistliche noch mahnende Worte im Zusammenhang mit der Pandemie. „Ich wünsche mir, dass wir gestärkt aus dieser Krise hervorgehen und zum Nachdenken über unser Leben gekommen sind“, sagte er. 

Ernennung durch den Brudermeister

Unmittelbar im Anschluss an den Feldgottesdienst ernannte Brudermeister Hubertus Schulte den aus dem indischen Bundesstaat Kerala stammenden Pater Pius zum neuen Präses der Schützenbruderschaft. „Wir empfangen ihn mit offenen Armen“, versicherte Schulte und wünschte dem neuen geistlichen Beistand des Vereins, dass er sich in den Reihen der Garbecker Schützen wohlfühlen möge. Der Musikverein begrüßte den neuen Präses mit einem Ständchen. 

Sozusagen die erste Amtshandlung des neuen Präses war dann die Segnung der neuen, 17 Meter hohen Vogelstange. Die hatten die Schützen schon im vergangenen Herbst aufstellen lassen. Sie hatten das auch zum Anlass genommen, mit einem Aufwand von rund 25 000 Euro die ganze Vogelwiese neu zu gestalten. So findet sich dort nun nicht nur ein Podest, auf dem die Schützen zukünftig zum Schuss auf den Vogel antreten werden und dabei von den Zuschauern gut gesehen werden können, sondern auch Wasseranschlüsse für den Toiletten- und für den Getränkewagen. Nur auf den ersten Schuss müssen die Schützen eben noch mindestens ein Jahr warten. Aber immerhin hatte ein prächtiger Holzvogel am Samstag schon seinen Platz im Kugelfang gefunden, und der Musikverein stimmte zum Abschluss des Feldgottesdienstes schon einmal das Lied „Auf der Vogelwiese“ an. So kam dann doch noch so etwas wie Schützenfest-Stimmung auf. 

Süßigkeiten in der Dorfmitte

Am Folgetag freuten sich Leonard, Lasse und Toni über Zuckerwatte und Popcorn – diese drei Jungen kamen wie viele andere Garbecker auf den Schützenfest-Geschmack. Die Schaustellerfamilie Feldmann hatte eine Süßigkeitenbude in der Dorfmitte aufgebaut, wo die von den Schützen ausgegebenen Gutscheine für das Hissen der Schützenfahne eingelöst werden konnten. Dazu kamen weitere Gutscheine von der Kirchengemeinde für die Messdiener. 

Am Sonntag konnten sich mit einem Gutschein dann noch alle Garbecker, die zuvor die Schützenfahne gehisst hatten, Süßigkeiten abholen.

„25 Jahre sind wir jetzt hier auf dem Garbecker Schützenfest“, sagte Schausteller Toni Feldmann. Dass er trotz Corona doch noch tätig werden durfte, verdanke er den Schützen mit dieser Aktion. Oberst Manfred Schwermann sagte: „Wir unterstützen ihn durch von uns bezahlte Gutscheine, werden die Summe am Ende noch aufrunden.“ 

Lob an die Garbecker

Voll des Lobes war Schwermann über die Garbecker, die sich zahlreich beteiligt hätten: „Wir haben damit den richtigen Weg eingeschlagen.“ Der Sonntag endete mit einem Platzkonzert des Musikvereins Amicitia Garbeck bei Syré. Zuvor traten die Musiker in Frühlinghausen, Höveringhausen und Leveringhausen auf.

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