Schützenhalle statt Kirche

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In der St.-Blasius-Gemeinde gibt es traditionell ein Krippenspiel – auch 2020. Coronabedingt wird dieses jedoch nicht live aufgeführt, sondern aufgezeichnet und als Film auf die Pastoralverbund-Internetseite gestellt.

Balve – „Schützenhallen sind willkommene Orte der Begegnung“, sagt Pfarrer Andreas Schulte im Gespräch mit der Redaktion.

Als Leiter des Pastoralverbunds Balve-Hönnetal macht er sich bereits sehr frühzeitig auf, Möglichkeiten für die Durchführung der Gottesdienste in der Advents- und Weihnachtszeit mit vielen Teilnehmern zu erkunden. Für ihn und die weiteren Geistlichen des heimischen Pastoralverbundes steht eine arbeitsreiche Zeit vom 24. bis 27. Dezember an: „30 Messfeiern finden an diesen Tagen statt.“ Da ist er dankbar, dass der Diözesanjugendpfarrer und Direktor des Jugendhauses Hardehausen, Stephan Schröder, den 2. Weihnachtstag in seiner Heimatstadt Balve verbringt, und dort zwei Messen halten kann. 

„Die Kirchen sind coronabedingt für die Messen an Weihnachten zu klein“, sucht Pfarrer Schulte nach Orten mit viel Platz. Die Schützenbruderschaften hätten bereits das Einverständnis signalisiert, ihre Hallen zur Verfügung zu stellen – ein Angebot, das gerne angenommen wird. „Nur in Mellen können wir die Halle leider wegen einer anderweitigen Vermietung nicht nutzen“, muss in diesem Dorf eine andere Möglichkeit gesucht werden. 

Mit dem Team des Pastoralverbundes wurden bereits Ideen entwickelt, wie die Zeit ab dem 1. Advent (29. November) besinnlich gestaltet werden kann – ein Singen im Wocklumer Reitstadion gehört dazu, aber auch Auftritte der Musikvereine und Chören in den Dörfern und in der Kernstadt. Vor den Kirchen könnten Hütten aufgebaut werden, in denen die Möglichkeit für Meditation, ein Gebet, ein Lied oder einen Glühwein gegeben wird. „In den Ortsteilen kann in einem Fenster ein täglicher Adventskalender gestaltet werden“, schlägt Schulte vor. 

Und weil das Krippenspiel in diesem Jahr nicht in gewohnter Weise am Heiligen Abend stattfinden kann, wird dieses aufgezeichnet. Der Film wird auf die Internetseite des Pastoralverbundes (www.pv-balve-hoennetal.de) gestellt. 

Ob die Eisborner „ihr“ Krippenspiel wirklich in ihrer Kirche aufführen können, bleibt abzuwarten. Vorstellbar sei, dass sich Maria und Josef in den Gemeinden auf Herbergssuche begeben. „Weihnachten unterwegs“ könnte das Motto für den 24. Dezember in der St.-Blasius-Gemeinde lauten, denn sechs Hütten werden auf dem Kirchplatz aufgebaut. Die Begrüßung findet dort statt, aber auch das Verlesen des Evangeliums, eine Ansprache, die Besucher können eigene Fürbitten formulieren, es wird das Vaterunser gebetet, und zum Schluss gibt es an der Krippe den Segen. „Corona fordert uns heraus, Neues auszuprobieren und zu machen“, fasste Pfarrer Andreas Schulte diese Überlegungen zusammen. „Uns bietet sich damit aber auch die Chance, diese Krise für uns zu nutzen.“ 

Organist Maximilian Wolf wird dabei als Arrangeur tätig, denn er stellt eine CD mit Liedmeditationen von den Chören und Musikvereinen zusammen, die in den Kirchen für eine „stille Minute“ abgespielt werden soll. Und dann gibt es noch Überlegungen, eine Messfeier im Trostwald zu zelebrieren, und in den Pfarrgemeinden selbst organisierte Christkind-Rallys anzubieten. 

All dies geht damit einher, eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit zu haben – trotz Corona. Und dies geht in Gemeinschaft am besten: „Deshalb wollen wir auch Messfeiern gerne in den großen Schützenhallen anbieten – besonders für die kleinste Balver Gemeinde in Volkringhausen bietet sich damit eventuell die Möglichkeit, mehr Besucher als sonst in der St.-Michael-Kapelle zu gewinnen. 

Es folgen noch weitere Feinabstimmungen mit dieser und den anderen Kirchengemeinden. Im November soll ein Flyer erscheinen, in dem alle Informationen gebündelt nachzulesen sind. Die Evangelische Gemeinde Balve wird im Advent zwischen Kirche und Gemeindehaus pendeln, denn an diesen beiden gegenüberliegenden Orten bietet sich der meiste Platz für Gottesdienste und Andachten, wie Pfarrerin Antje Kastens auf Anfrage mitteilte. Die erste Überlegung, die Realschule-Aula anzumieten, wurde fallengelassen, weil diese coronabedingt als Lehrerzimmer genutzt wird (wir berichteten). „Teams haben sich zusammengefunden, Weihnachten vorzubereiten.“ Dazu gehöre ein Schattenspiel, mit dem das Krippenspiel dargestellt wird. „Es wird aber digital aufgeführt.“ Gottesdienste finden am Heiligen Abend zunächst ab 14 Uhr in der Kirche und eine Stunde später im Gemeindesaal statt. Danach steht die nächste Feier ab 16 Uhr in der Kirche an. Ab 17 Uhr wird dann nochmals im Saal des Gemeindehauses gefeiert. „Ehemaligen Konfirmanden sorgen für die Musik in diesen Zeiten“, sagt Kastens. Und um 23 Uhr findet in der Kirche ein meditativer Gottesdienst mit einer Bläsergruppe statt.

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