Lhoist im Hönnetal

Neue Planung für Steinbrucherweiterung: Das soll sich ändern

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Hönnetal-Werkleiter Dr. Zacharias Grote präsentierte die neue Planung der Steinbrucherweiterung am Mittwoch der Öffentlichkeit.

Hönnetal – Der Kalksteinbruch im Hönnetal soll „nur“ noch um 79 statt 86 Hektar erweitert werden. Diese neue Planung stellte die Lhoist-Unternehmensgruppe am Mittwoch öffentlich vor.

Vor allem am Beil soll die Abbaufläche reduziert werden – von 46 auf 39 Hektar. Die Halde, auf der künftig der Abraum gelagert werden soll, hat in der aktualisierten Planung noch eine Höhe von 335 Metern, ursprünglich sollten es 400 Meter werden. 

Dr. Zacharias Grote, Leiter des Hönnetaler Lhoist-Werkes, hatte die überarbeitete Planung eigentlich bei einem weiteren Runden Tisch den Gegnern der Steinbruch-Erweiterung präsentieren wollen. Doch die Initiative „Bürger gegen die Steinbrucherweiterung Eisborn/Asbeck“ (BGS Eisborn) und das Eisborner Forum hatten der Fortsetzung der Mediation Anfang Juni eine Absage erteilt. 

Neuer Versuch nach der Kommunalwahl

„Der nächste Runde Tisch wäre am 25. Juni gewesen“, berichtete Dr. Grote. Nach wie vor werde sein Unternehmen aber versuchen, das Gespräch mit den Projektgegnern zu suchen. Nach der Kommunalwahl am 13. September soll ein neuer Versuch – eventuell mit dem Bürgermeister – unternommen werden. „Man muss miteinander reden, nicht übereinander“, sagte Grote. 

Die Abbaufläche und die Haldenhöhe werde in der überarbeiteten Planung verringert, weil mehr in die Tiefe gearbeitet werden solle. „Damit gehen uns 15 bis 18 Prozent an verwertbarem Kalkstein verloren“, berichtete der Werkleiter. „Aber das ist vertretbar.“ Der Abbau werde dann zwar auch unter Grundwasserniveau vorgenommen, die Qualität des Wassers werde – ebenso wie in der Hönne – davon jedoch nicht beeinträchtigt. 

Lhoist hofft auf "faires Miteinander"

Die neue Planung würde Dr. Grote gerne auch den Eisbornern im Detail vorstellen – und mit ihnen diskutieren. „Ein faires Miteinander ist erwünscht“, sagte er. Dass die Bagger in den nächsten Jahren im Zuge der Steinbrucherweiterung immer mehr in Richtung des Dorfrandes vorrücken könnten, dafür hat Lhoist bereits Vorarbeiten geleistet: So soll es Ausgleichsflächen für dann wegfallende Wanderwege geben, etwa einen Hohlweg bis zu den Kalköfen in der Horst. 

Maßnahmen zur Minderung von Staub, der vor allem bei den Sprengungen im Abbaugebiet entsteht und von den Projektgegnern schon jetzt immer wieder angeprangert wird, widme das Unternehmen besondere Aufmerksamkeit, hieß es am Mittwoch. Dies hatte die Bürgerinitiative noch Anfang Juni eingefordert. „Die vom Konzern zugesagten Entlastungen sind bisher nichts als leere Versprechungen“, schrieben die Gegner damals in einer Stellungnahme. 

Staubbelastung wird gemessen

In einem vom Märkischen Kreis angeordneten Verfahren wird derzeit die Staubbelastung an vier festgelegten Messpunkten in Eisborn und in der Horst ermittelt. Bisher liegen die gemessenen Monatsmittelwerte nach Aussagen der Lhoist-Verantwortlichen für Grobstaub mit 0,1 Gramm pro Kubikmeter unter dem Grenzwert von 0,35 Gramm. Ergänzend habe Lhoist seit April eigenständig Feinstaubmessungen veranlasst. Und auch hier lägen die Werte mit 14 Mikrogramm unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm. 

Heiße und trockene Sommer hätten zuletzt eine extremere Staubentwicklung direkt nach Sprengungen begünstigt, musste das Unternehmen allerdings auch einräumen. 2019 sei das drei Mal der Fall gewesen. Daher habe Lhoist weitere Maßnahmen getroffen, 400 000 Euro in einen ferngesteuerten Wasserwerfer und in fünf Wassersprenger investiert, die eine vermehrte Staubbildung durch Wasserschleier verhindern sollen. Voraussichtlich im August sollen beiden Systeme einsatzbereit sein. 

Neuer Wassertank fasst 80.000 Liter

Dazu gehört auch die Installation eines 80 000 Liter fassenden Wassertanks, der aus dem Klärteich 8 befüllt wird. „Hiermit wollen wir neue Standards setzen“, stellte der Werkleiter fest. Neu wird auch das Nachbarschaftsbüro sein, das nach den Sommerferien auf dem Werksgelände im Hönnetal eröffnet werden soll und in dem Vertreter des Unternehmens vor Ort sein sollen, um über das Projekt und die damit verbundenen Entwicklungen zu informieren. 

Über all dies seien Eisborns Ortsvorsteher Martin Danne, die neu in der Politik tätig werdenden Pia Spiekermann und Jens Timmermann sowie Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU), sein Mendener Amtskollege Martin Wächter und die Balver Ratsfraktionen unterrichtet worden.

Mehr zur geplanten Steinbrucherweiterung lesen Sie hier.

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