Neue Chance auf Bauplätze in Langenholthausen

BALVE ▪ Nachdem der Stadtrat das Neubaugebiet Kurze Straße in Langenholthausen im März wegen offenbar unüberwindbarer Differenzen der Grundstückseigentümer auf Eis gelegt hat, eröffnet sich nun möglicherweise die Chance auf ein anderes Neubaugebiet in Balves viertgrößtem Stadtteil. Entstehen könnte es zwischen Lohstraße, Neuenrader Straße und Iserlohner Straße.

Ausschlaggebend dafür, dass sich der Ausschuss Umwelt, Planung, Bau der Stadt am Dienstagabend überhaupt mit dem Thema befasste, war ein Antrag zweier Langenholthausener, für das Gelände nördlich der Iserlohner Straße einen Bebauungsplan aufzustellen. Die CDU-Fraktion hatte für diesen Gedanken wenig Sympathie. „Wir bevorzugen eine kleinere Lösung: Zuerst einmal sollten die freien Bauplätze innerhalb Langenholthausens bebaut werden. Außerdem ist schon bei der Vorbereitung des Bebauungsplanes für die Kurze Straße viel Geld verbrannt worden“, sagte Fraktionssprecher Dirk Rohleder.

So einfach wollten es sich SPD und UWG allerdings nicht machen. Frank Roland (UWG) wunderte sich über den Kurswechsel bei der CDU: „Die freien Bauplätze gab es auch schon, als noch über die Kurze Straße diskutiert wurde“, sagte er und hielt einen Tausch der beiden Areale im Flächennutzungsplan für sinnvoll. Wenn an der Iserlohner Straße nun tatsächlich Bauplätze zur Verfügung gestellt werden könnten, sichere das die Zukunft von Grundschule und Kindergarten am Ort, gab er zu bedenken. Auch SPD-Fraktionschef Cay Schmidt machte die Argumentation der CDU stutzig: Seiner Meinung nach gebe es nach wie vor einen Bedarf an Bauplätzen in Langenholthausen.

Solchen Argumenten von der anderen Seite des Tisches wollte oder konnte sich die CDU nicht ganz verschließen. Dem Antrag von Hubert Flöper (CDU), das Thema noch einmal zur Beratung in die Fraktionen zurückzugeben und dann im Frühjahr zu entscheiden, folgte der Ausschuss einstimmig.

In der Zwischenzeit soll die Stadtverwaltung prüfen, ob die Erschließung des Gebietes über einen städtebaulichen Vertrag möglich ist. Normalerweise müsste nämlich die Stadt Kosten für notwendige Gutachten zu Lärmschutz, Immissionsschutz und Bodenbeschaffenheit in Höhe von etwa 40 000 Euro tragen. Mit einem entsprechenden Vertrag könnte geregelt werden, dass die Grundstückseigentümer diese Kosten übernehmen. Auf diese Weise könnten in Langenholthausen neue Bauplätze ausgewiesen werden, ohne dass die Stadt – wie schon beim Beispiel Kurze Straße – Geld in ein Projekt investiert, das am Ende scheitert.

Sollte es am Ende zu einem Tausch der beiden Flächen kommen, wäre dies nach Einschätzung von Bürgermeister Mühling das endgültige Aus für die Kurze Straße. Fest steht außerdem bereits, dass eine Verkehrsanbindung des Gebietes an der Iserlohner Straße nicht über die Lohstraße an die B 229, sondern nur direkt an die K 11 gestattet würde. ▪ vg

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