Neubaugebiet „Kurze Straße“ kommt auf Eis

BALVE – Jetzt hat die Stadt Balve die Geduld verloren: Nach dem endlosen Gezerre um das Neubaugebiet „Kurze Straße“ in Langenholthausen hat der Ausschuss „Umwelt, Planung, Bau“ dem Stadtrat am Dienstagabend vorgeschlagen, den Bebauungsplan vorerst nicht weiter zu verfolgen.

Seit rund neun Jahren läuft das Verfahren jetzt schon. Zunächst drohte der Bebauungsplan die „Kurze Straße“ an der verkehrlichen Erschließung zu scheitern. Anwohner der Bereiches am Hangweg wehrten sich dagegen, dass der Verkehr aus dem Neubaugebiet an ihren Grundstücken vorbeigeführt werden sollte. Die Stadt änderte ihre Planung und ging auf den Vorschlag ein, das Neubaugebiet mit etwa 25 Grundstücken direkt an die Bundesstraße 229 anzubinden.

Danach folgte dann die Auseinandersetzung mit den Eigentümern des Areals. Dabei scheiterte die Stadtverwaltung in ihren Bemühungen mit den vielen verschiedenen Grundstückseignern eine Einigung herbeizuführen. Deshalb schaltete sich zuletzt sogar die CDU-Ortsunion ein, wollte als Vermittlerin zwischen Stadt und Eigentümern auftreten. Doch auch das hatte keinen Erfolg. Zu weit hätten die Vorstellungen über den Preis auseinander gelegen, den ein Erschließungsträger für das Bauland hätte zahlen sollen, erklärte CDU-Ratsherr Tobias Müller am Dienstagabend im Ausschuss „Umwelt, Planung, Bau“. Er empfahl deshalb, das Vorhaben nicht weiterzuführen und kein weiteres Geld zu verschleudern: „Es ist einfach nicht zu erkennen, dass alle an einem Strang ziehen und dass es eine realistische Aussicht auf eine erfolgreiche Umsetzung gibt“, sagte er.

UWG und SPD hatten damit zunächst ein Problem. Wenn die Planung für dieses Baugebiet aus solchen Gründen gestoppt werde, müsse das auch der Maßstab für die Zukunft sein, meinte UWG-Fraktionschef Lorenz Schnadt und sprach in diesem Zusammenhang die Erweiterungsfläche für das Gewerbegebiet Braukessiepen an, wo die Verhandlungen mit einem Grundstückseigentümer ebenfalls ins Stocken geraten sind. Und UWG-Ratsherr Heinrich Stüeken erinnerte daran, dass es in Balve aus gutem Grund noch nie üblich gewesen sei, bei Bebauungsplänen Rücksicht auf die Eigentümer des Baulands zu nehmen. Auch warnte er, dies könne die letzte Chance für Langenholthausen, noch Bauland im Außenbereich zu erhalten.

Erst als Josef Bertsch vom Fachbereich Bauen erläuterte, dass das Verfahren jetzt ausgesetzt, aber auch jederzeit wieder aufgenommen werde könne, waren sich die Ausschussmitglieder einig: Das Bebauungsplanverfahren für die „Kurze Straße“ soll vorerst nicht weitergeführt werden. Wie lange es ausgesetzt wird, ist offen. – vg

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