Baustelle Hönnetal: Netze dienen als Steinschlagschutz

Geduld brauchen derzeit die Autofahrer, die durch das Hönnetal fahren möchten. Zahlreiche Rotphasen müssen Verkehrsteilnehmer teilweise überstehen. - Foto: Kolossa

BALVE - „Maximale Rotzeit 150 Sekunden“ – wer dieses Schild im Hönnetal sehen kann, der hat, je nach Stärke des Berufsverkehrs, schon drei oder vier Rotphasen an der Ampel ab der Horst hinter sich.

Viele Verkehsteilnehmer nervt es, dass im gefühlten Halb-Jahres-Rhythmus das Hönnetal wieder einmal eine Baustelle ist. Erforderlich ist es dieses Mal, weil oberhalb des Uhu-Tunnels neue Stahlnetze als Steinschlagschutz angebracht werden müssen – und dies nur bei vorübergehener Stilllegung der Bahnstrecke von Menden nach Neuenrade möglich ist.

Weil unterhalb des Tunnels eine Fahrspur als Fels-Fang-Zone eingerichtet wurde, erfolgt die Verkehrsregelung im schon gewohnten Hönnetaler Dreieck Deilinghofen-Menden-Balve wieder durch Ampeln. 100 Löcher müssen derzeit neben und oberhalb des Eisenbahntunnels drei Meter tief in den Fels gebohrt werden.

Und während sich die Straßenverkehrsteilnehmer in Geduld üben müssen, tickt für das österreicherische Spezialbauunternehmen HTB die Uhr: Bis Montag, 4. November, 5 Uhr muss die Bahnstrecke wieder freigegeben werden.

Ein ganz normaler Auftrag sei es, so die Meinung des Teams aus Tirol, hat doch ihr Unternehmen sogar schon ein Plateau auf der Zugspitze angebracht. Für die Hönnetalstrecke hat sich die Spezialfirma einen Niederflurwaggon gemietet, auf dem sämtliche Arbeitsmaterialien gelagert sind.

Zunächst wurde am Montag das alte, etwa 300 Quadratmeter große Netz abmontiert, dann gebohrt. Ohne Hydraulikaggregat und Kompressor gehe dabei nichts, stellen die Spezialisten anhand der Dimensionen dar: Ein Bohrhammer ist 20 Minuten lang dafür im Einsatz, ein 90-Millimeter-Loch drei Meter tief zu bohren. Das erfolgt durch Fernsteuerung; zwei Mann überwachen den Prozess. Laut, staubig und heiß ist es auf den Gleisen; ununterbrochen muss das Bohrgestänge gekühlt werden.

Die Arbeiter lägen im Zeitplan, sagt der Vorarbeiter: „Mehr als 80 Löcher sind schon gebohrt.“ Dann werde Ankerbeton eingefüllt, in dem die Stahlträger ihren Halt finden sollen. Zum Schluss werde ein neuer Fangzaun montiert; dieses Mal 400 Quadratmeter groß.

Und bis der letzte Arbeitsschritt abgeschlossen und die Bahnstrecke wieder freigegeben und damit auch die Ampeln wieder abgeschaltet werden, brauchen alle noch viel Geduld.

Rücksichtnahme ist jedoch erforderlich, wenn – wie in dieser Woche schon zwei Mal geschehen – die Ampeln plötzlich auf Blinklicht an allen Standorten umschalteten. Dauerbetrieb zehrt eben an den Akkus – Ersatz war in dieser Woche jedoch jeweils schnell zur Stelle.

Von Julius Kolossa

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