Im Naturschutzgebiet Hönnetal werden zahlreiche Fichten gefällt

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Die Fichten im Hönnetal seien eine absolute Fehlbestockung gewesen, sagt Revierförster Richard Nikodem. Die Bäume könnten auf dem kalkhaltigen Standort auf Dauer nicht gedeihen. Nun finden umfangreiche Fällarbeiten statt.

Hönnetal - Im Hönnetal werden derzeit zahlreiche Fichten gefällt. Es handle sich dabei um eine Fehlbestockung.

Die Untere Landschaftsbehörde des Märkischen Kreises ist zufrieden mit der neuen Frisur der Sieben Jungfrauen. Michael Bußmann und Klaus Kraatz waren für diese Behörde am Dienstag mit Revierförster Richard Nikodem am Steinbruch-Horst vor Ort. 

Unbemerkt vom Straßenverkehr im Hönnetal werden im hinteren Bereich der Steinformationen etwa 500 Festmeter an Fichten gefällt. „Eine absolute Fehlbestockung“, sagt dazu Revierförster Richard Nikodem. Er zeigt auf einen Baumstumpf: „Dieser Baum war in der Mitte faul – und so sind die meisten in diesem Bestand.“ 

Richard Nikodem, Revierförster, zeigt, dass diese Fichte faul war.

Grund dafür ist der kalkhaltige Standort, auf dem Fichte auf Dauer nicht gedeihen kann: „Sie ist naturschutzmäßig hier auch uninteressant.“ In Absprache mit dem Märkischen Kreis als Eigentümer des Naturschutzgebietes und der Unteren Landschaftsbehörde finden seit einer Woche im Rücken der Sieben Jungfrauen umfangreiche Fällarbeiten statt.

An drei Standorten ist der Harvester im Einsatz. Fällen, entasten und zersägen macht diese Maschine mit ihrem zehn Meter langen Ausleger in einem Arbeitsgang. Später kommt noch ein Motorsägentrupp und ein Seilschlepper dazu, denn nicht überall kommt das schwere Arbeitsgerät hin.

Auch nah am Abhang muss gearbeitet werden – die Angestellten der Unteren Landschaftsbehörde sind mit der dortigen Vorgehensweise mehr als zufrieden. Michael Bußmann: „Unser Ziel, diese Flächen von Fichtenholz umzuwandeln, ist erreicht worden.“

Nikodem weiß außerdem: „Dieses Holz ist nur noch als Industrieholz zu gebrauchen.“

Fällung kommt anderen Pflanzen zu Gute 

Unter anderem als Spanplatten werden die etwa 60 Jahre alten Fichten noch Verwendung finden. Deren Fällung kommt dann kleineren Pflanzen, wie dem Waldmeister oder Blauglasrasen, zu Gute, die sich wieder entfalten können. 

147 Hektar groß ist das Naturschutzgebiet im Hönnetal, das mit Buche wieder aufgeforstet werden soll. Die Bäume, die auf diesem kalkhaltigen Untergrund eine gute Lebensgrundlage finden, sollen dort auf Dauer erhalten bleiben. Diese umfangreiche und vor allem auf lange Sicht geplante Maßnahme ist die erste dieser Art, erzählt der Revierförster.

Er zeigt auf, wie sich auf den Sieben Jungfrauen die Natur frei entfalten kann – zum Beispiel in einem Baumstamm als Unterkunft für Spechte und Uhus. Unten fließt der Straßenverkehr, in der Ferne ist die Felsglotze zu erahnen, deutlich zu sehen ist Haus Haake. 

Teilsperrung wegen Gefahrenbäumen 

Auch von dort oben, in 60 Metern Höhe, hat Richard Nikodem seine Bäume im Blick. „Die müssen weg“, sagt er. „Ab dem 27. Dezember wird ab Sanssouci bis zur Asbeck das Hönnetal abschnittsweise mit Ampelschaltung gesperrt, weil Gefahrenbäume gefällt werden müssen.“ 

Damit beauftragt wurde der Landesbetrieb Holz.NRW von Straßen.NRW. Und um möglichst wenige Verkehrsteilnehmer mit dieser Teilsperrung zu verärgern, wurde sie auf die Ferienzeit verlegt. 

In zwei Wochen soll die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein. Auf der B 515 wird sich diese Verkehrssicherungsmaßnahme über mehrere hundert Meter erstrecken. Für Michael Bußmann und Klaus Kraatz führt daran kein Weg vorbei: „Sicherheit steht an erster Stelle.“

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