Thema auch nach 100 Jahren noch aktuell

Naturhistorischer Verein setzt sich für den Erhalt des Hönnetals ein

Die Gesteinsformation Sieben Jungfrauen ist eine der Attraktionen im Hönnetal, weshalb immer wieder gerne Touristen in diesen Bereich Balves kommen.
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Die Gesteinsformation Sieben Jungfrauen ist eine der Attraktionen im Hönnetal, weshalb immer wieder gerne Touristen in diesen Bereich Balves kommen.

Der Naturhistorische Verein Hönnetal kann im neuen Jahr einen Erfolg für sich verbuchen: Die 1000 Exemplare seines Buchs „100 Jahre Schutzaktion – die Rettung der Schönheit des Hönnetals“ sind vier Monate nach dem Start ausverkauft.

„Darüber sind wir positiv überrascht“, sagt Vorsitzender Andreas Kolarik. „Aber nicht nur über die verkauften Bücher freuen wir uns, auch über die damit einhergehenden neuen Mitglieder – wir hatten Neuzugänge aus der Schweiz und Irland.“ Damit beträgt der Mitgliederbestand des im August 2019 gegründeten Vereins 43.

„Aber wir werden hörbarer, wenn wir noch mehr werden“, möchte Kolarik „seinem“ Verein noch mehr Gewicht verleihen. Denn das Thema, das der Verein in seinem Buch zusammengefasst hat, sei sehr aktuell: „Der Kalkabbau ist nicht nur historisch Thema.“ Schließlich wolle das Unternehmen Lhoist die Kalksteinbrüche im Hönnetal ab 2023 um bis zu 80 Hektar erweitern.

Verein möchte ein Ende des Kalkabbaus im Hönnetal

Dem hält Andreas Kolarik entgegen: „Unser Verein setzt sich für eine Beendigung des Kalkabbaus und für den Erhalt unserer Heimat und einzigartigen Kultur- und Naturlandschaft ein.“ Dazu gehöre, bis Ende Juni an der Bürgerbeteiligung gegen den Entwurf des Regionalplans teilzunehmen und Einwendungen vorzubringen. „Aber coronabedingt können wir derzeit nicht mit Fachleuten vor Ort im Hönnetal nach dem Rechten sehen und uns informieren, welche Pflanzen, Blumen, Bäume und Tiere dort leben.“ Denn fundiert sollen die Anliegen des Naturhistorischen Vereins Hönnetal sein. „Corona hemmt uns, sodass die Zeit gegen uns und für die Kalkwerke läuft“, so Kolarik.

Er sieht das Hönnetal als Ganzes durch die eventuell vorgesehene Erweiterung des Beckumer Steinbruchs bedroht, denn dorthin müssten zunächst die gesamten Steinbruchanlagen transportiert, danach der Gesteinsabbau wieder abgefahren werden (wir berichteten). Andreas Kolarik rechnet an jedem Werktag mit bis zu 100 40-Tonnern, die von Beckum aus durch das Hönnetal fahren, sollte es dazu kommen. Dies sei eine extreme Mehrbelastung für Beckum und das Hönnetal.

Bundesstraße soll verschwinden

Auch zur Bundesstraße 515 durch das Tal hat der Vorsitzende eine Meinung: „Wir setzen uns dafür ein, dass diese Straße aus dem unter Naturschutz stehenden Hönnetal verschwindet. Immerhin werden täglich auch hochkritische Stoffe wie Lacke oder Produkte aus der Galvanik auf diesem Weg transportiert, die bei einem Unfall freigesetzt werden könnten.“

Der Vorsitzende des Naturhistorischen Vereins sieht viele Punkte, wo er ansetzen kann, um die Natur zu schützen. Begehrtes Ausflugsziel sei die Region für Tagestouristen, die sich an der Kulisse erfreuten. „Und mehr ist es auch nicht mehr von der Asbeck bis zur Gesteinsformation der Sieben Jungfrauen – nur noch Kulisse“, stellt er dar. „Der Mendener Teil ist unwiederbringlich zerstört.“ Auf keinen Fall dürfe dieser Raubbau voranschreiten.

Für eine Neuauflage des Buches fehlt bislang das Geld

Mit all diesen Argumenten möchte der Verein nicht alleine stehen, sondern sich Gehör verschaffen. Deshalb soll das Buch „100 Jahre Schutzaktion – die Rettung der Schönheit des Hönnetals“ möglichst noch im Frühjahr neu aufgelegt werden. Doch eine Neuauflage sei nur möglich, wenn sich Spender und Sponsoren melden. „Aus eigener Kraft kann der Verein die Neuauflage nämlich nicht stemmen“, sagt Kolarik. Sämtliche Spender würden in der Neuauflage genannt.

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