Nachwuchs in der Wanderschäferei Linsmann

Acht Tage ist dieses flauschige Lämmchen erst alt – und es hat schon einen festen Stand. Die meisten Jungtiere rappeln sich bereits kurz nach ihrer Geburt auf ihre Beinchen hoch. Manche bekommen von Maria Linsmann zusätzlich zur Muttermilch noch das Fläschchen, wenn das Muttertier nicht genügend Milch geben kann. So ist die Familie fast rund um die Uhr um ihre Tiere bemüht.

GARBECK - Familie Linsmann bekommt im Moment nur wenig Schlaf. Kurz vor Ostern kamen in den Ställen der Wanderschäferei wieder dutzende Lämmchen zur Welt. Aber auch wenn die Muttertiere stets an der Seite ihres Nachwuchses verweilen, ist hin und wieder ein wachsames Auge der Züchter sowie die Hilfe einer „Menschenhand“ gefragt.

Von Susanne Riedl

Bereits in der fünften Generation betreibt Reinhard Linsmann gemeinsam mit seiner Frau Maria die Garbecker Wanderschäferei und kann auf jahrelange Erfahrung mit dem flauschigen Nachwuchs zurückblicken. „Die meisten Lämmer können bereits eine Stunde nach ihrer Geburt stehen. Manche sogar schon sofort“, weiß Maria Linsmann. Dass die frisch geborenen Jungschafe so schnell „auf die Beine“ kommen, hat einen in der Tierwelt ganz einfachen Grund. „Wer draußen nicht schnell genug hoch kommt, wird ruckzuck zur Beute und unterkühlt sehr schnell“, begründet Maria Linsmann die harten Regeln der Natur. „Deshalb versuchen die Lämmer das sehr schnell. Nach spätestens drei bis vier Stunden müssen sie stehen.“

Während sich einige Jungtiere nach den Anstrengungen der Geburt erst einmal an der Mutterbrust „stärken“, erkunden ihre „Spielkameraden“ auf ihren teils noch sehr wackeligen Beinchen bereits die Welt. „Es sind immer wieder einige dabei, die besonders neugierig sind und schon viel umherlaufen“, erzählt Maria Linsmann von ihren Besuchen bei dem tierischen Nachwuchs. Gut aufpassen muss sie, wenn ein Muttertier Zwillinge zur Welt gebracht hat. „Das Mutterschaf kann ja nicht beiden hinterher. Wären die Tiere dann in einer großen Gruppe, könnte es sein, dass ein Lamm seine Mutter nicht mehr wiederfindet.“ Deshalb verbringen Mütter und Kinder die ersten Tagen in einer eigenen, überschaubaren Stallbox. Steht das Lamm dann kräftig und fit genug auf den eigenen vier Beinchen und die Mutterliebe ist gefestigt genug, leben Muttertiere und Lämmer zunächst in einer größeren Gemeinschaft zusammen. „Wenn die Lämmer aus dem Gröbsten raus sind, dürfen sie zur Herde.“

Und die wartet – ebenfalls wie die Menschen – bereits seit Tagen sehnsüchtig auf die wärmenden frühlingshaften Temperaturen, um endlich ins Freie zu können. Normalerweise bleibt die Herde während der Wintermonate an die vier Monate im warmen Stall, und verbringt anschließend sechs bis acht Monate unter freiem Himmel. Daran ist im Moment allerdings noch nicht zu denken. „Bei den paar schönene Tagen, die wir bis jetzt hatten, wurden sie schon ganz unruhig, wenn wir die Stalltür öffneten“, weiß Maria Linsmann, wie sehr es die Tiere nach draußen zieht. „Doch im Moment ist einfach noch kein Grün da.“

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