Nach vier Jahren Wartezeit: Balver Bahnhof wird barrierefrei

Balve - Nach vier Jahren Wartezeit geht es voran mit der Modernisierung des Balver Bahnhofs.

Landrat Thomas Gemke, zugleich stellvertretender Vorsteher des Verbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe, lobte bei einem Ortstermin am Mittwoch die Arbeit des ausführenden Unternehmens. 

15 Mitarbeiter sind seit Samstag damit beschäftigt, auf einer Länge von 125 Metern die Bahnsteige auf 76 Zentimeter zu erhöhen, so dass ein barrierefreier Einstieg in den Zug möglich wird. Außerdem finden Arbeiten zur Erneuerung der Entwässerung, des Wetterschutzes und des Informationsbereiches statt: „Aufgrund der Streckensperrung zwischen Neuenrade und Binolen für diese Baumaßnahme kann hier durchgängig gearbeitet werden“, sagte Gemke. Dies begrüßt Michael Bathe, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Diese Modernisierungsmaßnahme passe ins Gesamtkonzept der Stadt. 

"Prozess dauerte viel zu lange"

Kritische Worte gab es vom Landrat für die lange Zeit, die von der Planung bis zur Ausführung der Arbeiten verstrichen ist: „Dieser Prozess dauerte viel zu lange.“ Grund dafür sei das umfangreiche Baurecht, mit dem sich das Eisenbahnbundesamt als übergeordnete Behörde auseinandersetzen muss. So sah es auch Kai Rossmann von der DB Station & Service AG und damit für die Modernisierung der Bahnhofsausstattung verantwortlich. 

„Immerhin ist nicht auch noch eine Kostenüberschreitung zu verzeichnen“, wies Thomas Gemke auf die für die Arbeiten nach wie vor vom Zweckverband Ruhr-Lippe mit der Bahn zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel in Höhe von 700 000 Euro hin. Mit diesem Geld wird parallel auch der Bahnhof in Neuenrade barrierefrei umgestaltet. 

Strecke ab 12. August wieder frei

Die Strecke der Hönnetalbahn zwischen Neuenrade und Binolen soll laut Kai Rossmann ab dem 12. August wieder befahrbar sein. Rest-arbeiten würden in der Folge ohne Streckensperrung bis Ende August abgeschlossen. 

Dann sei diese Bahnstrecke angesichts der guten Ausstattung wieder attraktiver für die Fahrgäste, meinte Thomas Gemke. Dabei erinnerte sich der Landrat an seine Schülerzeit, als er noch mit dem Schienenbus nach Menden gefahren sei. „Das ist lang her und war teilweise eng wie in einer Sardinenbüchse. Mit den neuen Pesa-Link-Zügen ist jetzt bahntechnischer Fortschritt auf den Gleisen“, sagte Gemke. Allerdings gibt es bei den neuen Zügen noch große technische Probleme: Vor allem mit der Software für die elektrische Kupplung und den Lüftungs- und Klimaanlagen, so dass alle Züge im September nun eine Rollkur durchlaufen und bei dieser technisch optimiert werden sollen. 

Gemke räumt Probleme ein

„Ja, die Kinderkrankheiten müssen noch in den Griff gekriegt werden“, räumte Gemke dann auch ein, dass nicht alles rund läuft mit den neuen Zügen, die seit April im Sauerland unterwegs sind. Die Software-Probleme sorgten immer wieder dafür, dass Züge plötzlich auf freier Strecke halten müssten. Auch die Bremsanlage sei in Betrieb viel zu laut. 

Nicht abfinden will sich die Deutsche Bahn damit, dass die Balver Bahnhofsanlagen nach der Modernisierung so vermüllt, verschmiert und teilweise zerstört werden, wie schon in der Vergangenheit. 

Deutsche Bahn hofft auf Hinweise

„Das ist für uns ein großes Ärgernis“, bestätigte Kai Rossmann. „Wir sind in dieser Sache aber auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.“ Ob Graffiti, mutwillige Zerstörung oder Müllentsorgung: „Bitte sofort unserer Sicherheitszentrale melden – unsere Leute sind dann auf dem Weg.“

Die Sicherheitszentrale der Deutschen Bahn ist zu erreichen unter Tel. 02 11 /36 80 10 55.

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