Widerstand geht weiter

Nach Regionalrat-Entscheidung: Steinbruch-Gegner sehen „Existenz von Eisborn gefährdet“

Der Bereich Beil mit seiner besonderen Natur und mehreren Biotopen würde nach dem jüngst verabschiedeten Regionalplanentwurf nicht mehr durch eine geplante Steinbrucherweiterung bedroht.
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Der Bereich Beil mit seiner besonderen Natur und mehreren Biotopen würde nach dem jüngst verabschiedeten Regionalplanentwurf nicht mehr durch eine geplante Steinbrucherweiterung bedroht.

„Die Existenz von Eisborn ist gefährdet“, fasst die Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung (BGS) den am Donnerstag vom Arnsberger Regionalrat verabschiedeten Regionalplanentwurf zusammen.

In einer Pressemitteilung gehen der Vorsitzende Michael Hirt und der 2. Vorsitzende Jochen Voss darauf ein, dass nach dem jetzigen Entwurf zwar vorerst das Gebiet Beil mit sieben Biotopen und dem Schlammteich K6 von der ab 2023 geplanten Steinbrucherweiterung durch das Unternehmen Lhoist verschont bleiben würden.

Aber: „Entgegen der bisherigen Planung von Lhoist hat der Regionalrat mit diesem Entwurf die von Lhoist geforderten Abgrabungsflächen in Eisborn von mehr als 40 Hektar in südlicher Richtung über die K 29 hinaus festgelegt. Zusätzlich soll zu der Eisborner Steinbrucherweiterung in Beckum der ehemalige Steinbruch Busche in nord-/westlicher Richtung erweitert werden. Hiermit wird der Grundstein gelegt für einen der größten Steinbrüche Europas.“

Die „schlimmsten Befürchtungen“ der BGS werden wahr

Mit der Erweiterung über die K 29 und damit in die „Horst“ hinein, würden, so die BGS, die „schlimmsten Befürchtungen wahr, dass Eisborn rund herum abgetragen werden soll“. Damit einher gehe die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung mit demnächst 250 Sprengungen jährlich, und Steinbruchbetrieb von 6 bis 22 Uhr, von montags bis samstags. „Die BGS Eisborn wird sich weiterhin konsequent gegen die Steinbrucherweiterung einsetzen“, stellt der Vorsitzende fest.

Es folgt noch ein Appell: „Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt Balve und deren Bürger weiterhin dieser Entwicklung tatenlos zusehen. Oder, insbesondere auch das ,Unteramt’, mit den nun ebenfalls stark betroffenen Beckumer und Volkringhausener Bürgern, gegen die Erweiterungspläne und der damit verbundenen Vernichtung unserer Heimat und des einzigartigen Landschaftsbildes des Hönnetals Widerstand leisten werden.“ Weitergehende Informationen gab Vorsitzender Michael Hirt auf Anfrage nicht.

Unternehmen möchte weiterhin den Dialog suchen

Für die Lhoist-Unternehmensgruppe gab deren Sprecher Christian Zöller zum Beschluss des Regionalrates eine Stellungnahme ab: „Den Beschluss des Regionalrates zum Entwurf des neuen Regionalplanes nehmen wir zur Kenntnis. Zur langfristigen Sicherung unseres Standortes Hönnetal werden wir uns nun weiter einbringen, um im Dialog mit allen Beteiligten einen tragfähigen Konsens zu erzielen.“ Konkretes zu nun möglicherweise zu ändernden Planungen war vom Unternehmenssprecher nicht zu erfahren.

Der Regionalrat hatte am Donnerstag bei seiner Sitzung in Lennestadt einstimmig den durch die Fachbereiche der Bezirksregierung erarbeiteten Planentwurf zur Neuaufstellung des Regionalplans für den Märkischen Kreis verabschiedet. Dabei wurde allerdings noch nicht über einzelne Teilsegmente, sondern zunächst nur über den Gesamtplan abgestimmt. Dieser wird ab Januar und bis Ende Juni bei der Bezirksregierung ausgelegt. Unternehmen, Kommunen und auch Bürger können in diesem Zeitraum Einwendungen und Bedenken äußern. Diese sollen anschließend durch die Verantwortlichen bewertet und diskutiert werden. Es gilt als sicher, dass die Bürgerinitiative von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wird.

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