Nach 50 Jahren ist Schluss: Das Gedächtnis der Stadt Balve hört auf

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Ein Modell der Stadt Balve vor dem Brand 1789: Auch dieses übergab Werner Ahrens (links) jetzt an Michael Bathe, denn aus Altersgründen beendete der 83-Jährige jetzt seine Tätigkeit als Stadtführer.

Balve - Werner Ahrens (83) ist das Gedächtnis der Stadt Balve. Der gebürtige Berliner, der in den Kriegsjahren nach Balve kam, hat nicht nur in Büchern und Abhandlungen über „seine“ Stadt geschrieben, sondern auch in mehreren Jahrzehnten als Stadtführer vielen Menschen Wissenswertes erzählt.

„Es werden um die 50 Jahre gewesen sein“, sagte er am Mittwoch im Gespräch mit Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Dabei ging es aber nicht um eine Zusammenfassung dieser Zeit, sondern vielmehr um das Ende einer Ära: Werner Ahrens wird aus Altersgründen nämlich nicht mehr als Stadtführer tätig sein. Sämtliche Unterlagen stellte er der Stadt Balve zur Verfügung. 

Führungen werde die Stadt demnächst mit ihren Mitarbeitern im Innenstadtbüro, das am Drostenplatz vorgesehen ist anbieten, stellte Michael Bathe die Planungen vor: „Wir würden uns aber auch über Unterstützung aus den Reihen der Heimwacht freuen.“ 

26 Jahre Vorsitzender der Heimwacht

Diesen Verein hat Werner Ahrens 26 Jahre als Vorsitzender geleitet, seit 2016 ist er als Ehrenvorsitzender weiterhin aktiv. Die Verdienste des studierten Grafikdesigners erstrecken sich darüber hinaus auf den Entwurf des Stadtlogos und des Mammuts als Wahrzeichen von Balve. Dieses fand 2011 Einzug als plastische Figur ins Stadtleben. Für all dies wurde Ahrens 2017 von Bürgermeister Hubertus Mühling mit dem Ehrenteller der Stadt als verdienter Bürger ausgezeichnet. 

Bei drei Führungen im Jahr brachte Ahrens jeweils etwa 30 Interessierten die Geschichte Balves nahe. „Das Wichtigste“, betonte er, „ist, dass Balve die erste und älteste Ortsbezeichnung im Märkischen Kreis ist.“ 864 wurde aus der Abtei Werden bei Essen erwähnt, dass ein Mädchen aus Balve am Grab des heiligen Ludger wieder sehen konnte. 

Dank für langjährigen Einsatz

Die Übergabe der Unterlagen an die Stadt wurde zu einer kleinen Stadtführung, bei der der 83-Jährige auch auf das von ihm gefertigte Stadtmodell mit Stadtmauer aus der Zeit vor dem Stadtbrand im Jahr 1789 zu sprechen kam – die Kirche, weil außerhalb der Stadtgrenzen gelegen, kam dabei nicht zu Schaden. Auch das Modell geht in das Eigentum der Stadt über. Michael Bathe versprach, dieses im Innenstadtbüro auszustellen. „Vielen Dank für den langjährigen Einsatz für Balve“, sprach er Ahrens auch seien persönlichen Dank aus.

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