Ein Pferd musste verkauft werden

Nach harten Wochen des Lockdowns: Reitschule nimmt Betrieb wieder auf

Marissa Philipp darf endlich wieder Reitunterricht anbieten. Allerdings noch nicht wieder auf dem Simulator, sondern einzig im Freien.
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Marissa Philipp darf endlich wieder Reitunterricht anbieten. Allerdings noch nicht wieder auf dem Simulator, sondern einzig im Freien.

Marisa Philipp blickt wieder optimistischer in die Zukunft. Die Pferdewirtschaftsmeisterin, die auf dem Gelände des Reitervereins Balve in Wocklum seit Ende 2015 mit ihrer Reitschule die Reitausbildung übernommen hat, darf nach Wochen des Lockdowns nun wieder Reitschülerinnen unterrichten.

Die seit Montag geltende neue Corona-Schutzverordnung des Landes macht es möglich. „Allerdings nur auf dem Außenplatz und im Einzelunterricht. Drinnen dürfen trotz der mit Belüftung und Außentemperaturregelung ausgestatten Reithalleimmer noch keinen Unterricht anbieten“, erzählt Marisa Philipp im Gespräch mit der Redaktion.

Sie bedauert diese Einschränkung: „Wenn die Pferde jetzt erstmals nach draußen dürfen, sind sie noch zu ungestüm, freuen sich auf den Auslauf an der frischen Luft. Jetzt haben meine vier Mitarbeiterinnen und ich erst einmal alle Hände voll zu tun, die Tiere zu beruhigen.“ Die Reitschülerinnen aber, so versicherte sie, seien während des Unterrichts dennoch in den besten Händen. „Bedeutend einfacher wäre der Unterricht in der Halle, weiter hier Pferde und Menschen die besten und vertrauten Bedingungen vorfinden. Aber das ist leider weiterhin nicht möglich“, sagt Philipp.

Zunächst eine zweiwöchige Eingewöhnungszeit

Unter freiem Himmel soll nun zunächst eine etwa zweiwöchige Eingewöhnungszeit beginnen, in der sich die Schulpferde und die Reitschülerinnen wieder näherkommen können. Die ersten Reitstunden nach der langen Lockdown-Zwangspause hat Philipp seit Wochenbeginn mit ihrem Team bereits hinter sich. „Wir unterrichten von der Feierabend-Zeit, also ab etwa 15.30 Uhr, bis Sonnenuntergang“, berichtet Philipp.

Die Pferdewirtin ist glücklich, dass sie nun endlich wieder Unterricht geben kann. Dabei hofft sie, möglichst schnell wieder alle ihrer zuletzt 120 Schüler wieder unterrichten zu dürfen und so auch wieder Einnahmen zu haben. „Im Lockdown musste ich mich von Monat zu Monat hangeln“, sagt Marisa Philipp, dass hinter ihr und der Reitschule harte Wochen liegen. Reitbetrieb und -unterricht waren nicht erlaubt. Einzig bewegt werden durften die Tiere durch Philipp und die Mitarbeiterinnen. Weil viele Kosten jedoch weiterliefen, musste sie sogar eines ihrer Schulpferde schweren Herzens verkaufen, um eine finanzielle Pleite zu verhindern.

Kosten von mindestens 500 Euro pro Tier im Monat

Zwar wurde ihr eine Corona-Förderung ausgezahlt, doch die Ausgaben für unter anderem Einstreu und Futter für die Tiere sowie die Gehälter der Mitarbeiterinnen konnte sie davon nicht decken. „Ein Schulpferd kostet mindestens 500 Euro jeden Monat“, rechnet sie vor.

Die Pferdeexpertin ist deshalb sehr erleichtert, endlich wieder arbeiten zu dürfen, um ihre Tiere auslasten zu können, aber auch, um wieder Geld zu verdienen. „Ich brauche die Pferde“, legt sie großen Wert darauf, ihre selbst ausgebildeten Tiere halten zu können.

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