Wettbewerb des LWL

Nach Grabungsfund in Balver Steinbruch: Neue Salamander-Art hat Namen

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Seit 2002 graben Wissenschaftler des LWL-Museums für Naturkunde in Balve in einem der Steinbrüche der Firma Lhoist. Hier wurden die Wirbel des Salamanders entdeckt.

Balve/Münster – Im März rief das Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster dazu auf, Namensvorschläge für eine in einem der Balver Steinbrüche neu entdeckte, fossile Salamander-Art einzureichen. Nun steht der Name fest.

Der LWL möchte den Namen aber so lange geheimhalten, bis eine wissenschaftliche Abhandlung zum vermutlich 125 Millionen Jahre alten Fund erschienen ist. Fast 50 Namensvorschläge für die neu entdeckte Salamander-Art gingen beim Landschaftsverband in Münster ein. „Darunter waren so viele Ideen, dass es den Forschern schwergefallen ist, sich für eine zu entscheiden. Genau genommen wird nämlich nicht nur eine neue Art, sondern auch eine neue Gattung beschrieben“, heißt es in der Mitteilung des LWL. Eine überwiegende Mehrheit der Personen, die sich an dem Namenswettbewerb beteiligt hat, habe sich die Nennung von Balve als Fundort gewünscht. Ein weiterer Teil des Namens soll auch auf das Gebiet verweisen, das nahe der Fundstelle liegt. 

Der Paläontologe Dr. Achim Schwermann vom LWL-Museum für Naturkunde hat das Fossil mitentdeckt. Die Halswirbel des Salamanders, die auf die neue Art schließen ließen, sind bei Steinbrucharbeiten in Balve gefunden worden. Dem Entdecker einer neuen Art gebührt die Ehre, die Art zu benennen. Oder, wie in diesem Fall, die Ehre weiterzugeben. 

Regeln gelten weltweit

Schwermann: „Für die Benennung botanischer und zoologischer Arten gibt es einige wichtige Regeln, ihnen folgt man weltweit. Eine dieser Regeln ist etwa, dass der Name erst zusammen mit der wissenschaftlichen Beschreibung veröffentlicht werden darf. Wird dies missachtet, ist der Name ungültig. Ist eine Art aber richtig benannt, gilt der Name für alle Ewigkeit.“ 

Originalwirbel des gefundenen Salamanders. Die Größe beträgt lediglich drei Millimeter.

Schwermann und das Team von der Universität Sankt Petersburg, mit dem er zusammenarbeitet und welches an der wissenschaftlichen Beschreibung beteiligt war, haben ihre Ausarbeitung bei einer Fachzeitschrift eingereicht. Voraussichtlich in diesem Jahr wird die wissenschaftliche Abhandlung über die neue Salamander-Art veröffentlicht.

Die heute gängige Benennung einer neuen Art geht auf den schwedischen Naturforscher Carl von Linné zurück und wird erst seit 250 Jahren angewendet. Jeder wissenschaftliche Artname besteht dabei aus zwei Bestandteilen: Der erste Teil ist der Gattungsname (die Gattung fasst mehrere nah verwandte Arten zusammen). Der zweite Teil bezeichnet in Kombination mit dem Gattungsnamen die Art. Dazu kommt der Name des Namensgebers und das Jahr der Benennung. So heißt der europäische Maulwurf beispielsweise „Talpa europea Linnaeus, 1758“.

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