Vier tote Schafe in Balve

Nach erstem Wolfsriss im MK: Bald dauerhaft Probleme?

Ein Wolf.
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Im MK treibt aktuell ein Wolf sein Unwesen.

„Jetzt haben wir Gewissheit – der Wolf ist in unserer Gegend“, sagt Moritz Lohmann. Dem Schäfer aus Balve wurden vier Schafe gerissen. Geht es nach einem Experten, könnte dies aber erst der Anfang von Problemen mit dem Wolf im Märkischen Kreis sein.

Vier Schafe wurden Lohmann am 28. November auf einer Wiese in Balve-Langenholthausen gerissen. Nachdem die Kadaver anschließend untersucht wurden, liegen jetzt die Ergebnisse vom Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz (Lanuv) vor. Diese bestätigen: Erstmals hat ein Wolf im Märkischen Kreis Tiere gerissen. Zuvor hatte es nur Beobachtungen durch Fotos in Kierspe und Meinerzhagen sowie Spuren in Neuenrade gegeben.

Den „Sachschaden“ in Höhe von geschätzten 1000 Euro für die gerissenen Texelschafe und ein weiteres schwer verletztes Tier ersetzt Lohmann die Bezirksregierung Arnsberg. „Es waren gute Tiere, die ich für die weitere Zucht einsetzen wollte“, sagte er traurig. Dennoch will Moritz Lohmann vorerst weitermachen als Hobbyschäfer: „Ab jetzt habe ich meine Herde aber noch aufmerksamer im Blick.“ Er betonte aber auch: „Sollte der Wolf allerdings noch mal zuschlagen, werde ich mein Hobby bald nicht mehr ausüben.“

Sind die gerissenen Nutztiere in Langenholthausen erst der Anfang?

„In unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft könnte es dauerhaft Probleme mit dem Wolf geben“, sagte Stephan Honert, Leiter des Hegerings Balve, im Gespräch mit der Redaktion. „Die gerissenen Nutztiere in Langenholthausen könnten erst der Anfang sein.“ Dabei sei völlig offen, was auf die Region noch zukommen könnte: „Entscheidend ist, ob das Tier nur durchgezogen ist, oder ob es dauerhaft hierbleibt. Auch wird entscheidend sein, wie sich der Wolf verhält: Ist er scheu oder nicht?“

Texel als Ursprung

Wie der Name schon vermuten lässt, stammt das Texelschaf ursprünglich von der niederländischen Nordseeinsel Texel. Dort werden auch heute noch permanent rund 14 000 Tiere (ähnlich viele Einwohner hat die Insel) dieser Fleischschafrasse, die bis zu 80 Kilogramm wiegen kann, gehalten. Die größten Vorkommen gibt es mittlerweile allerdings in Neuseeland und Australien, wo Anfang der 1990er-Jahre Tiere aus Europa zur Weiterzucht eingeführt wurden.

Auf einer Wiese in Balve-Langenholthausen wurden im November vier Schafe getötet. Wie mittlerweile feststeht, wurden sie durch einen Wolf gerissen.

Stephan Honert wies in diesem Zusammenhang auf Berichte aus anderen Regionen wie zuletzt im Raum Brilon hin, wo Wölfe am helllichten Tag durch Siedlungen gestreift sein sollen. „Wie sich das Wild auf die Anwesenheit des Wolfs einstellt, wird man sehen“, sagte Honert abschließend.

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