Verstoß gegen das Tierschutzgesetz?

Brand in Balver Geflügelzucht: Peta-Verfahren eingestellt

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Von der rund 100 Meter langen Vorbruthalle auf dem Geflügelhof in Beckum blieb nach dem Brand praktisch nichts übrig.

Beckum - Das Verfahren der Tierrechtsorganisation Peta gegen einen Landwirt aus Beckum nach einem Brand in dessen Geflügelzuchtbetrieb Brinkmann, bei dem 1000 Küken ums Leben gekommen waren, ist von der Staatsanwaltschaft Arnsberg eingestellt worden.

„Mangels hinreichender Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Strafbarkeit des betroffenen Landwirts“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Poggel auf Anfrage. Der Landwirt hat nach Auffassung der Staatsanwaltschaft also nicht gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. 

Die Anzeige von Peta war am 19. September bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Die Tierrechtsorganisation machte dem Landwirt den Vorwurf, durch unzureichende Brandschutzmaßnahmen billigend in Kauf genommen zu haben, dass die Küken bei diesem Feuer qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen. „Jedes Tier, das bei einem Brand im Stall stirbt, wurde grob fahrlässig getötet“, sagte Lisa Kainz, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei Peta, bei Einreichung der Klage. „Der Brandschutz wird in vielen Tierställen nicht ernst genommen.“ 

Möglich sei jetzt noch, so Oberstaatsanwalt Thomas Poggel, dass eine Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens durch Peta eingehen könnte. 

Brandursache ist technischer Defekt 

Für Poggel liegt kein Anfangsverdacht für ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Auch seitens der Staatsanwaltschaft werde gegen den Beckumer Landwirt nicht ermittelt, weil die Brandursache ein technischer Defekt gewesen sei. 

Dies hatte ein von der Polizei bestellter Sachverständiger bereits unmittelbar nach dem Brand am 8. September festgestellt. Das Feuer war im Bereich der Stromverteileranlage der Vorbruthalle ausgebrochen. Weil es ansonsten keinerlei Auffälligkeiten gegeben hatte, stellte die Polizei die Ermittlungen anschließend ein. Dieser Einschätzung folgte jetzt auch die Staatsanwaltschaft. 

Sachschaden in Millionenhöhe 

Bei dem Feuer kamen rund 1000 Küken ums Leben und es entstand Sachschaden in Millionenhöhe. Denn die Halle, in der 16 Vorbrutschränke untergebracht waren, brannte auf einer Länge von etwa 100 Metern komplett nieder. 

Um den Brand zu löschen, waren Einsatzkräfte aus Balve, Neuenrade, Menden, Sundern und Arnsberg über Stunden im Einsatz. Weil die Wasserversorgung vor Ort schwierig war, wurde ein Pendelverkehr eingerichtet. So wurden mehr als 40 000 Liter Löschwasser zur Einsatzstelle gebracht.

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