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Nach A45-Sperrung: Problem-Brücke auch im Hönnetal

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Von: Julius Kolossa

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Die Hönnebrücke bei Sanssouci ist marode. Um dieses Nadelöhr für den Schwerlastverkehr zu entschärfen, soll die B 229n als Umgehung realisiert werden.
Die Hönnebrücke bei Sanssouci ist marode. Um dieses Nadelöhr für den Schwerlastverkehr zu entschärfen, soll die B 229n als Umgehung realisiert werden. © Kolossa, Julius

Seit der Sperrung der Autobahn 45 zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid und Lüdenscheid-Nord aufgrund der maroden Rahmedetalbrücke hat auch in Balve der Verkehr deutlich zugenommen.

Viele Autos und Lastwagen nehmen die Bundesstraße 229 durch das Hönnetal als Ausweichroute. Doch auch auf dieser Strecke gibt es mit der Hönnebrücke am Viadukt bei Sanssouci ein Brückenbauwerk, welches dem Landesbetrieb Straßen.NRW schon länger Sorge bereitet.

Von Balve aus ins Hönnetal und umgekehrt gibt es keinen anderen direkten Weg. Deshalb kommt es besonders zu Stoßzeiten wegen der Enge in diesem Bereich der Bundesstraße immer wieder zu Staus, denn zwei Lastwagen gleichzeitig können die schmale Brücke nicht befahren – für Straßen.NRW ist das aufgrund des Zustands der Brücke und des derzeit vielen Schwerlastverkehrs im Hönnetal momentan eine gute Nachricht. „Das ist das Positive: Es fährt jeweils nur ein Lkw über die Brücke, denn die örtlichen Gegebenheiten machen einen Begegnungsverkehr von zwei Lastwagen an dieser Stelle unmöglich“, so Andreas Berg, Pressesprecher der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen.

Wöchentliche Sichtkontrolle

Sein Unternehmen habe dieses Brückenbauwerk im Blick: „An der Brücke wird jede Woche eine Sichtkontrolle durch die zuständige Straßenmeisterei durchgeführt, und alle sechs Monate kommt ein Brückenprüfer.“ Straßen.NRW wisse um die momentane Bedeutung der Route durch das Hönnetal und damit auch um die Wichtigkeit der Brücke. Weil der Zustand der Brücke kein guter ist, wurde sie bereits 2015 mit zusätzlichen Stahlträgern verstärkt, um noch mit einem Gesamtgewicht von maximal 45 Tonnen belastet werden zu dürfen. Ein ähnliches Verfahren kommt derzeit auch an der Rahmedetalbrücke zum Einsatz, um diese ab dem Frühjahr zumindest für Autos wieder freigeben zu können.

Eigentlich sollten die Tage der Brücke in Sanssouci längst gezählt sein. Durch den Bau der B 229n, die mit Kreisverkehre in Sanssouci und in der Helle an den jetzigen Verlauf der Bundesstraße angeschlossen wird, möchte der Landesbetrieb die verkehrliche Situation verbessern und das Nadelöhr bei Sanssouci verschwinden lassen. Doch der Bau dieser Umgehungsstraße verzögert sich durch die Umsiedlung von unter Naturschutz stehenden Zwergfledermäusen immer weiter. Diese haben sich in einigen Gebäuden angesiedelt, die auf dem geplanten Trassenverlauf stehen und deshalb abgerissen werden müssen. Doch ein Abbruch kann erst erfolgen, wenn Ersatzquartiere für die Fledermäuse gefunden sind. Andreas Berg: „Der Zeitplan verzögert sich auf unbestimmte Zeit.“ Dagegen kann er zeitlich genau eingrenzen, wie es mit der maroden Hönnebrücke weitergehen soll: „Ende 2022 oder Ende 2023 soll diese Brücke noch einmal verstärkt werden, sodass sich die Restnutzungsdauer noch einmal um einige Jahre verlängert. Ohne diese Arbeiten könnte die Brücke ab 2024 nicht mehr genutzt werden.“

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