Corona und personelle Probleme

Nach 74 Jahren ist Schluss: Caritas Langenholthausen löst sich auf

Den Seniorennachmittag der Caritas Langenholthausen im Sportheim, hier ein Foto aus dem Jahr 2019, wird es künftig nicht mehr geben. Die Gruppe löst sich zum Monatsende auf.
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Den Seniorennachmittag der Caritas Langenholthausen im Sportheim, hier ein Foto aus dem Jahr 2019, wird es künftig nicht mehr geben. Die Gruppe löst sich zum Monatsende auf.

Langenholthausen – Nach 74 Jahren löst sich Ende dieses Monats die Caritas Langenholthausen auf. Unter den zuletzt nur noch sieben Mitgliedern fand sich keine Kandidatin mehr, die bereit ist, den Posten der Vorsitzenden zu übernehmen.

Zudem hat auch die Corona-Pandemie die Entwicklung beschleunigt.

„Es war und ist nichts mehr möglich an Feiern, Sammlungen und Besuchen“, erklärte Christel Vorsmann im Gespräch mit der Redaktion. Seit 2013 ist sie die Vorsitzende der aus sieben Helferinnen bestehenden Caritas. Ende des Monats ist nun Schluss „Ich war keine Vorsitzende – ich war Mitglied eines Teams“, betonte sie. „Und mit diesem Team hat die Zusammenarbeit immer tadellos funktioniert.“

Die Arbeit fand meist im Stillen statt

Eingesetzt wurde sich bei Haussammlungen dafür, dass Geld zusammenkam, mit dem Not im Dorf, aber auch über Langenholthausen hinaus gelindert wurde. „Wir haben dort mit angepackt und geholfen, wo es nötig war“, fasste Christel Vorsmann zusammen. „Unsere Arbeit fand im Stillen statt.“ Und deshalb machte sie auch keine Angaben über eingesammelte Spenden und ausgegebene Summen.

Die sieben noch verbliebenen Caritas-Helferinnen hielten zusammen als Gemeinschaft, die Christel Vorsmann seit ihrem Eintritt im Jahr 2006 schätzen lernte. „Ich bin eingetreten, um anderen zu helfen, und weil ich Zeit dafür hatte“, erzählte sie. Beim Blick zurück bilanzierte sie: „Ich habe immer gerne mitgemacht.“ Dazu gehörten Hausbesuche sowie die Planung und Durchführung von jährlich fünf Seniorennachmittagen entweder in der Schützenhalle, im Sportheim, im ehemaligen Grundschulgebäude Sokola.de oder auch bei Habbel.

Dienst am Nächsten nicht wie gewohnt möglich

Die Entscheidung, die Langenholthausener Caritas aufzulösen, traf das Team im vergangenen Jahr, dem Jahr, in dem keine Nachfolgerin für die Vorsitzende gefunden wurde, und in dem sich wegen Corona abzeichnete, dass der Dienst am Nächsten so wie gewohnt vorerst nicht mehr möglich war und ist. Pfarrer Andreas Schulte als Leiter des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal wurde über die Auflösung informiert, das Vermögen im Sinne der Caritas aufgebraucht.

Erwähnt wurde die Caritas erstmals im Jahr 1947 in der Chronik der Gemeinde St. Johannes Langenholthausen. Eingeführt wurde sie durch Pfarrvikar Friedrich Wiegard. Ziel war es, sich um die Belange der Mitmenschen zu kümmern, und dies durch Einzelfallhilfe, bei Krankenhaus-, Pflegeheim- und Hausbesuchen, Gratulationen und Seniorennachmittagen. In den 1980er-Jahren wurden Hilfsgüter für Polen gesammelt, ebenfalls in dieser Zeit die jährliche Seniorenerholung ins Leben gerufen.

Unterstützung für den De-Cent-Laden

Ab 1994 kam der Weihnachtsbesuch der Witwer und Witwen dazu, die in dem Jahr ihren Partner verloren hatten. Später wurde der De-Cent-Laden in Balve finanziell und personell unterstützt.

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