Scott Lawton übernimmt im November 2021

Musikverein Garbeck: Der neue Dirigent spricht über seine Ideen und Ziele

Scott Lawton wird der neue Dirigent beim Musikverein Amicitia Garbeck.
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Scott Lawton wird der neue Dirigent beim Musikverein Amicitia Garbeck.

Der Musikverein Amicitia Garbeck hat einen Nachfolger für seinem im November 2021 aufhörenden Dirigenten Tobias Schütte gefunden.

Die Wahl fiel nach Probedirigaten zweier Bewerber auf den 60-jährigen gebürtigen US-Amerikaner Scott Lawton . Lawton ist mittlerweile seit mehr als 30 Jahren in Deutschland als Musiker tätig; hauptberuflich als Dirigent des Landespolizeiorchesters Nordrhein-Westfalen.

Mit seiner Familie wohnt er in Dortmund. Garbeck gehört ab Herbst 2021 mit zu Scott Lawtons Tätigkeitsfeld. Die Übergabe des Dirigentenstabens von Tobias Schütte findet nach dem großen Konzert zum 225-jährigen Bestehen des Musikvereins statt. Im Interview mit dem SV spricht Lawton über den Musikverein, Garbeck und seine musikalische Karriere.

Herr Lawton, herzlichen Glückwunsch zu ihrem neuen Amt als Dirigent des Hauptorchesters in Garbeck. Wann wurden Sie informiert, dass sich das Orchester für Sie entschieden hat?
Ich wurde am Samstag auf der Heimfahrt nach Dortmund im Auto vom Vorsitzenden Michael Volmer angerufen. Über die Zusage habe ich mich gefreut, denn bereits im Vorgespräch habe ich ein unkompliziertes Orchester kennengelernt, das ich gerne leiten möchte.
Hatten Sie eine so schnelle Reaktion erwartet?
Nicht direkt. Aber auf jeden Fall einen Anruf, denn so verfahre ich auch, wenn Musiker für das Landespolizeiorchester vorspielen. Das ist professionell, und so hat sich auch der Musikverein verhalten.
Wie war das Probedirigat für Sie?
Es hat sich schon im Vorgespräch abgezeichnet, dass das Orchester einen gewissen Qualitätsanspruch hat. Und ich mag Laienorchester, bei denen alle mit Liebe bei der Sache sind. Ich suchte ein gutes Orchester und dieses Orchester suchte einen guten Dirigenten. Die Probe war für mich ein erstes Kennenlernen, bei dem ich das Orchester mit den von mir ausgesuchten drei Sätzen der „Jazz Suite“ von Thorsten Wollmann testen wollte. Wichtig war für mich herauszufinden, wie die Musiker dieses funkige und groovige Stück spielen. Sie haben es sehr gut gemacht, und mich überzeugt, dass sie auch Unterhaltungsmusik spielen können.
Wie sind Sie auf Garbeck gekommen?
Durch eine Annonce im Internet, denn ich suche ein gutes Blasorchester neben meiner Festanstellung beim Landespolizeiorchester. Es macht mir Spaß, mit verschiedenen Klangkörpern zu spielen. Ich habe ein Orchester gesucht, und ich habe es mit dem Musikverein jetzt gefunden.
Was wussten Sie vorher über Garbeck?
Ganz ehrlich: Nichts. Ich habe mich im Internet informiert und erfahren, dass es hier ein gut organisiertes und leistungsfähiges Orchester gibt, dass eine sehr gute Nachwuchsarbeit leistet. Und besonders Letzteres hat mich überzeugt, mich zu bewerben. Es folgte ein angenehmes Vorgespräch.
Herr Lawton, was bringen Sie den Garbeckern an musikalischer Ausbildung mit?
Ich bin Diplom-Dirigent, habe mit sieben Jahren angefangen Klavier zu spielen und spiele seit 50 Jahren Posaune. Außerdem habe ich selbst verfasste Werke wie eine Messe, Psalmen und einen Ragtime, musikalisch ein Jazz-Vorläufer, bei einem Berliner Verlag verlegt. Gerne schreibe ich für verschiedene Anlässe – und wer weiß, vielleicht gibt es einen besonderen sauerländer Stoff, der nur darauf wartet, vertont werden zu müssen.
Was haben Sie in Garbeck für ein Hauptorchester vor sich?
Die bisherige Linie ist eine hervorragende, denn das Orchester ist gesund und ausgewogen aufgestellt. Es gibt aber noch viele neue Stücke und Konzertformate, die sowohl für das Orchester, als auch das Publikum attraktiv sind. Diese können wir einstudieren. Die Musiker sollen weiter mit großem Erfolg spielen. Sie sollen weiter in der Höchstklasse spielen (2018 gab es beim Wertungsspiel beim Landesmusikfest in Schmallenberg in der Höchststufe 6, der sogenannten „Kunststufe“ die Auszeichnung „mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“, Anm. d. Red.). Ich habe ein großes, freundliches und aufmerksames Orchester kennengelernt – es war angenehm. Ich fühlte mich wie zu Hause.
Wo sehen Sie dieses Orchester in fünf Jahren?
Wir können gemeinsam viele Dinge voranbringen. So hat der Vorstand bereits Interesse bekundet, CD-Aufnahmen vornehmen zu lassen.
Dann können Sie ja in aller Ruhe…
Nein, wir hatten genug Ruhe durch Corona! Wir können nicht noch mehr Ruhe einkehren lassen! Das der Musikverein in diesen Zeiten trotzdem das Mögliche gemacht hat, rechne ich den Mitgliedern hoch an. Hoffentlich kann bald wieder der normale Probenbetrieb beginnen, danach die Auftritte.“

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