Müll-Sonderannahme soll nur eine Notlösung sein

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Wie Peter Mühlenfeld aus Höveringhausen haben am Mittwoch auch viele andere Balver von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihren Müll an einem Sammelfahrzeug loszuwerden. ▪

BALVE/GARBECK ▪ Peter Habraschewski hat extra seinen Urlaub unterbrochen, damit die Haushalte in der Stadt Balve ihren Müll loswerden konnten. Nachdem das Winterwetter zuletzt die reguläre Müllabfuhr zum Teil massiv behinderte hatte, bot der Zweckverband für Abfallbeseitigung (ZfA) am Mittwoch die Möglichkeit, die Abfälle zu einem Sammelfahrzeug zu bringen.

Morgens stand Peter Habraschewski mit seinem Müllfahrzeug auf dem Parkplatz an der Balver Höhle. Bei Temperaturen von minus acht Grad Celsius kein Job, um den man den Müllwerker beneiden müsste. Doch viel Zeit, darüber nachzudenken, hatte der Mendener nicht. Etwa 150 Bürger lieferten an, was ihre volle, weil zuletzt nicht geleerte Mülltonne daheim nicht mehr fassen konnte. In kleinen Tüten und großen Säcken transportierten sie ihre Abfälle zur Sammelstelle. Etwa drei Tonnen Müll kamen auf diese Wiese bis zum Mittag zusammen. Danach ging es für Habraschewski und seinen Lastwagen weiter nach Garbeck.

Dort stand der Müllwerker an der Schützenhalle, um weiteren Müll entgegenzunehmen. Und auch dort konnte er sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. „Ich habe mir gedacht, dass die Müllabfuhr jetzt sowieso nicht mehr kommt, also habe in den ganzen Müll ins Auto gepackt und bin hergefahren“, sagte beispielsweise Peter Mühlenfeld und leerte den Kofferraum seines Wagens. Und auch Jens Hartmann hatte einen großen Plastiksack mit Abfall mitgebracht. Für ihn kein Problem, den Müll zum Sammelfahrzeug zu bringen: „Wenn man nicht alles einzeln in die Tonne geworfen hat, sondern in Müllbeuteln, kann man es doch auch problemlos wieder herausnehmen“, nahm er es locker. Auf diese Weise hat er zuhause wieder Kapazitäten geschaffen, die hoffentlich bis zur nächsten regulären Leerung der Tonne reichen.

Ob die Müllabfuhr aber so schnell wieder unter normalen Bedingungen ablaufen kann, steht noch in den Sternen. Der ZfA jedenfalls ist darauf eingestellt, noch weitere Sonderannahmetermine anzubieten. „Natürlich ist das keine Ideallösung, aber wir wollen den Haushalten, die den Müll lagern müssen, eine Linderung verschaffen“, erklärte ZfA-Geschäftsführer Gerd Meininghaus. Und unter den derzeitigen Witterungsbedingungen sei es durchaus denkbar, dass diese Form der Müllentsorgung auch in den nächsten Wochen praktiziert werden müsse.

Meininghaus bat um Verständnis dafür, dass die Müllfahrzeuge derzeit nicht jede Straße und jedes Grundstück erreichen können. „Unser Problem sind die hohen Schneewälle an den Straßenrändern, die die Arbeit unserer Leute erheblich erschweren und verzögern“, erläuterte er. Das sieht auch Peter Habraschewski so, der im Balver Stadtgebiet normalerweise mit dem Sperrmüll-Fahrzeug unterwegs ist. „Es gibt Bereiche, da haben wir auch mit Schneeketten keine Chance“, weiß er aus Erfahrung. Auch deshalb hofft Meininghaus auf bald einsetzendes Tauwetter: „Dann können wir einen größeren Bereich wieder abfahren.“ ▪ vg

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