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Müll-Demonstration der Balver Grundschüler vor dem Rathaus

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Von: Julius Kolossa

Bürgermeister Hubertus Mühling schaute sich die Müllsäcke genau an, die ihm die Balver Grundschüler am Dienstag zum Rathaus brachten.
Bürgermeister Hubertus Mühling schaute sich die Müllsäcke genau an, die ihm die Balver Grundschüler am Dienstag zum Rathaus brachten. © Kolossa, Julius

„Dieser Standort ist in der Corona-Zeit zu einem wirklichen Problem geworden!“ So kommentiert Bürgermeister Hubertus Mühling die Müllproblematik auf dem Schulhof der Balver Grundschule.

Wie viel Müll dort immer wieder achtlos weggeworfen wird, bekam das Stadtoberhaupt am Dienstagvormittag sehr eindringlich vor Augen geführt.

Denn einige der Balver Grundschüler hatten sich zusammen mit Schulleiterin Birgit Heckmann auf dem Weg zum Rathaus gemacht, um den Bürgermeister acht volle Müllsäcke vor die Rathaustür zu stellen.

Schüler sammeln den Müll selbst ein

Den Unrat, den Jugendliche und Erwachsene bei Treffen auf dem Schulhof nach dem Ende der Schulzeit ab 16 Uhr produzieren, hatten die Kinder in den vergangenen Tagen immer wieder mit Greifern und Müllzangen eingesammelt. Hubertus Mühling war sichtlich erschrocken über diese „unmögliche Menge“. Er warf einen Blick in die Müllsäcke – und bekam eine Menge an Pizzakartons und anderen Verpackungsmüll zu sehen.

Um die Müllsäcke transportieren zu können, nutzten die Schüler einen Bollerwagen.
Um die Müllsäcke transportieren zu können, nutzten die Schüler einen Bollerwagen. © Kolossa, Julius

„Wir sind hier, weil wir wollten, dass Du mal siehst, wie viel Müll auf unserem Schulhof ist“, sagte Emely aus der 3. Klasse zu Mühling. „Nein, das ist überhaupt nicht in Ordnung“, betonte Mühling mit Blick auf das Müllaufkommen. Er lobte das Engagement der Kinder, die sich in den Dienst der Hausmeisterin Nina Trüller stellten. „Sie ist täglich eine Stunde damit beschäftigt, den Müll vom Vortag einzusammeln“, erzählte Birgit Heckmann. „Diese Zeit geht von ihrer Zeit ab, die eigentlich für Arbeiten in der Grundschule vorgesehen ist.“

Verhalten soll schnell unterbunden werden

Kim aus der 2. Klasse wusste: „Es wird auch Feuer auf dem Schulhof gemacht.“ Der Bürgermeister versprach, schnell zu handeln, um dieses Verhalten zu unterbinden. „Die Polizei weiß Bescheid über das, was auf Eurem Schulhof passiert“, sagte er zu den Grundschülern, um sogleich wieder einzuschränken: „Aber die Polizei kann nicht rund um die Uhr auf dem Schulhof sein.“ Deshalb hätten die Stadtverantwortlichen entschieden, eine Schranke vor der Zufahrt zum Schulhof anzubringen, damit dieser nach Schulschluss nicht mehr mit Fahrzeugen befahren werden kann. Dies passiert durch Jugendliche und junge Erwachsene derzeit fast täglich. Mühling hatte diese Maßnahmen bereits vor einigen Tagen in der Sitzung des Ausschusses Ehrenamt, Schule, Digitalisierung, Soziales vorgestellt.

„Unser Streetworker sucht außerdem mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Gespräch, um sie auf ihr Verhalten aufmerksam zu machen“, sagte Mühling. Heckmann und die Grundschüler zeigten sich nach diesen Hinweisen des Bürgermeisters erleichtert. „Denn wir wissen sonst nicht mehr, was wir machen sollen, täglich liegt neuer Müll herum“, sagten die Schüler.

Joints auf dem Schulhof

Ein nicht unerheblicher Teil des Müllaufkommens seinen Zigarettenkippen. „Dabei haben wir auch ganz andere Zigaretten gefunden“, sagte Birgit Heckmann, dass auf dem Schulhof auch Joints geraucht würden. Heckmann fordert deshalb eine dauerhafte Lösung der Müllproblematik, mit der Kinder, Lehrer und Hausmeisterin leben können. Und die könne nicht lauten, frühmorgens aufstehen zu müssen, um Müllberge zusammenzutragen.

Im Gespräch mit Schulleiterin Birgit Heckmann versprach Mühling, sich um das Müllproblem zu kümmern.
Im Gespräch mit Schulleiterin Birgit Heckmann versprach Mühling, sich um das Müllproblem zu kümmern. © Kolossa, Julius

„Kann dieser Müll nicht ins Museum, wo ihn alle sehen können?“, regte ein Erstklässler an. Dieser durchaus ernst gemeinte Vorschlag wurde vom Bürgermeister abgelehnt. „Nein, ins Museum gehören nur alte Sachen, die man sich gerne ansehen will“, erklärte Mühling, der versprach, „diese Massivität an Müll“ nicht mehr länger hinnehmen zu wollen. „Deshalb planen wir, am Krumpaul im Bereich des Busbahnhofs einen Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene zu schaffen, bei dem Polizei und Streetworker als Ansprechpartner zur Seite stehen.“ Mit dieser Maßnahme soll das Geschehen weg vom Schulhof verlagert werden.

Maßnahmen sollen zeitnah umgesetzt werden

Der Bürgermeister möchte all dies zeitnah in die Tat umsetzen, wobei auch das Balver Jugendzentrum bei der Gestaltung des Treffpunkts mitreden soll. „Wichtig dabei ist ein Dach über dem Kopf und freies W-Lan für alle“, sagte Mühling abschließend.

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