Mühling in Heerde: Opfer sind nicht vergessen

Auch Balver Realschüler gestalteten am Dienstag die Gedenkfeier in Heerde mit.

BALVE/HEERDE ▪ Mit einer viel beachteten Rede hat Bürgermeister Hubertus Mühling am Dienstag in Heerde der Opfer gedacht, die das Nazi-Regime während des Zweiten Weltkriegs auch in Balves niederländischer Partnerstadt gefordert hat.

Eine Balver Delegation war aus Anlass des Nationalen Totengedenktages am Dienstag und des Tages der Befreiung am Mittwoch nach Heerde gereist. Während der Feierstunde zum Totengedenken erinnerte Bürgermeister Mühling an die Millionen von Toten, die Krieg und Gewaltherrschaft gefordert haben: „Wir haben sie nicht vergessen, die Väter, Mütter und Kinder aus Heerde, aus Balve und der ganzen Welt, die sterben mussten, weil verblendete Befehlshaber Kriege anzettelten und ein verbrecherisches Regime in seinem Rassenwahn mordete. Wir schwenken keine Fahnen, wir betreiben keine Heldenverehrung, wir versammeln uns heute in stillem Gedenken an die vielen Einzelnen, die um ihr Leben betrogen wurden und schmerzhafte Lücken hinterließen – bis heute.“ Dieser Verlust, so Mühling weiter, sei noch lange spürbar – auch für Kinder und Kindeskinder, die von dem Geschehen selbst gar nichts mitbekommen haben. Doch auch Trauer und Erinnerung, die sie in ihren Familien erlebt hätten, seien prägend. „Deshalb ist es richtig, dass die Schulen diesen Gedanken in ihre Arbeit mit einbeziehen“, fand Mühling, dass die Gräueltaten nicht in Vergessenheit geraten dürften.

Dazu passte, dass Balver Realschüler mit nach Heerde gefahren waren und die Gedenkfeier mit Gedichten zum Thema Frieden mitgestalteten. Außerdem hatten die Jugendlichen Steine in holländischer Sprache mit Friedenssprüchen gestaltet, die sie nun mit Blumen an der Gedenkstätte niederlegten. Später besuchten die Jugendlichen noch die Klementbrücke, wo am 13. April 1945, also noch kurz vor Kriegsende, viele Heerder von den deutschen Besatzern erschossen worden waren. Einschusslöcher in der Brücke, die noch heute zu sehen, zeugen von diesem Verbrechen. So konnten die jungen Balver ein Stück Geschichte hautnah nachempfinden.

„Einen Krieg anzuzetteln, geht oft schnell, wieder Frieden zu schaffen, ist meistens ein langwieriger Prozess. Aber er kann gelingen, er kann gut gelingen, wie unsere Länder und unsere Städtepartnerschaft in einem gemeinsamen Europa bewiesen haben“, betonte Bürgernmeister Mühling, der für seine Worte viel Applaus erhielt. ▪ vg

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