Motorradfahrer zeigt Mittelfinger - und kommt nicht weit

Kontrollen im Hönnetal - Zahlreiche Verstöße

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Archivbild

Balve/Menden - Die Polizei hat am Mittwoch Schwerpunktkontrollen im Hönnetal durchgeführt. Dabei ging es insbesondere um Motorradfahrer - und langweilig wurde den Beamten nicht. Zahlreiche Verstöße stellten sie fest, und sie mussten mehrere Anzeigen wegen unterschiedlicher Delikte schreiben.  

Bereits auf der Anfahrt zur Kontrollstelle musste die erste Ordnungswidrigkeitsanzeige gefertigt werden. Ein Motorradfahrer überholte die Beamten, die mit einem zivilen Polizeifahrzeug unterwegs waren, im Überholverbot. 

Auf der B 515 im Bereich Oberrödinghausen hielten Polizeibeamte vorbeikommende Motorradfahrer an und wiesen vor allem auf die gravierenden Unfallfolgen bei unangepasster Geschwindigkeit hin.

Im weiteren Verlauf der B 515 wurde zeitgleich in Balve-Volkringhausen eine Tempokontrolle eingerichtet. Ein Teil der an der "Präventiv-Kontrollstelle" besprochenen Zweiradfahrer passierte demnach wenig später direkt die Geschwindigkeitsmessstelle.

Einer der angesprochenen Kradfahrer aus Dortmund war offensichtlich beratungsresistent. Schaffte er es noch in Volkringhausen vernünftig zu fahren, wurde er wenige Kilometer an einer weiteren Kontrollstelle in Beckum mit 103 km/h Geschwindigkeit erwischt. In der Regel zieht dieses Verhalten bei fahrlässiger Begehung ein Bußgeld in Höhe von 280 Euro, 2 Monate Fahrverbot und 2 Punkte in Flensburg nach sich. Aufgrund seiner Beratungsresistenz dürfte die Bußgeldbehörde das Bußgeld aufgrund der besonderen Umstände sehr wahrscheinlich verdoppeln.

In Volkringhausen wurde die Geschwindigkeit von insgesamt 1627 Fahrzeugen gemessen. Von diesen fuhren 135 bei erlaubten 50 km/h zu schnell. 129 Verstöße lagen im Verwarngeldbereich. Sechs Verkehrsteilnehmer waren deutlich schneller und erwarten eine Anzeige. Tagesschnellster war ein PKW-Fahrer mit 117 km/h. Das schnellste Krad fuhr mit 91 km/h am Radarwagen vorbei.

Ein weiterer Motorradfahrer war zwar nicht zu schnell, zeigte den Messbeamten in der Vorbeifahrt jedoch den ausgestreckten Mittelfinger und warnte im Anschluss den entgegenkommenden Fahrzeugverkehr vor der Tempokontrolle. Dass er wenige Meter weiter von Polizeibeamten unmittelbar angehalten werden würde, hatte er wohl nicht erwartet. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Beleidigung.

Insgesamt passierten 1495 Fahrzeuge die Messanlage in Beckum. Es waren 164 Fahrzeuge zu schnell. Neben 156 Verwangeldverstößen waren acht Anzeigen zu verzeichnen.

Eine weitere Geschwindigkeitsmessung auf der L 686 in Langenholthausen passierten 862 Fahrzeuge. Es kam zu 54 Überschreitungen, die sich allesamt im Bereich von Verwarnungsgeldern befanden. 

Parallel durchgeführte technische Überprüfungen an Motorrädern führten zu folgendem Ergebnis:

Bei zwei Motorrädern wurden deutlich erhöhte Lärmemissionen durch die angebauten Abgasanlagen festgestellt. Bei einem Krad wurden bei zulässigen 87 db im Rahmen der Schallpegelmessung 98 db festgestellt. Bei dem zweiten Krad wurde bei zulässigen 86 db der massiv erhöhte Geräuschpegelwert von 116 db ermittelt. Beide Abgasanlagen wurden sichergestellt. Entsprechende Anzeigen wurden gefertigt. Für die Kradfahrer war damit die Fahrt beendet.

Bei einem weiteren Motorrad wies der Hinterreifen an mehreren Stellen deutlich weniger als 1,6 mm der Mindestprofiltiefe auf. Auch hier wurde eine Anzeige gefertigt.

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