Bahnhof-Modell zieht viele Neugierige an

Der dreijährige Fabian und seine zehnjährige Schwester Lena waren ganz fasziniert von Sanssouci in klein. - Foto: Kolossa

BINOLEN - „Wo ist denn die Eisenbahn?“, fragte Fabian. Der dreijährige Eisenbahnfan aus Menden hatte bei einem Besuch des Bahnhofs Binolen sofort entdeckt, dass auf einem Tisch eine große Landschaft aufgebaut war mit Bäumen, Straßen und Eisenbahnschienen. „Mama, wann kommt denn nun die Eisenbahn?“, bat der junge Mann um Antwort.

Diese bekam er von Gerhard Humme, Mitglied der Eisenbahnfreunde Hönnetal und verantwortlich für den Bahnhof: „Die Eisenbahn kommt im Dezember zwischen Weihnachten und Silvester.“ Bis dahin habe er mit Alfons Blumenkamp noch einiges an Arbeit vor sich: „Wenn wir die gesamte Modellbahnanlage auch in diesem Jahr wieder aufbauen, dann ist auch das Modell des Binoler Bahnhofs fertig.“

Er hatte nur eines der vielen Elemente der 30 Meter langen Modellbahnanlage kurz abstellen wollen, doch sofort versammelten sich Interessierte darum. Bewundert wurden die filigranen Arbeiten der Bäume, Sträucher, Wege und Häuser. Fabian war von den Figuren fasziniert –eine wollte er zum Schaukeln bringen, doch da musste ihn seine Mutter Edith zurück halten: „Nur ansehen, nicht anfassen, denn das ist kein Spielzeug.“

Fasziniert schaute er sich alles an, beide Hände behutsam nebeneinander an den Rand der Anlage gelegt, wo nichts kaputt gehen konnte. Seine zehnjährige Schwester Lena stand neben ihm. Ihrem Bruder fiel auf: „Kein Bahnhof?“ Auch hier musste Humme ihm zustimmen, denn diese Immobilie, die auf dem Element Sanssouci stehen müsste, ist noch nicht aufgebaut worden.

Überrascht war Humme vom großen Andrang der vielen Besucher, die sich diesen kleinen Teil der Anlage aufmerksam ansahen. Auch Burkhard Wendel, Pressesprecher der Eisenbahnfreunde, und Johannes Schmoll, Vorsitzender, hatten nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet: „Als hätten sie darauf gewartet.“

Doch bis die gesamte Anlage unter dem Motto: „Einmal Neuenrade und zurück“ wieder komplett aufgebaut ist und die Züge darauf fahren, ist noch etwas Geduld angesagt. „Vom 27. bis 30. Dezember haben wir jeweils von 11 bis 17 Uhr im Bahnhof Binolen geöffnet“, so Schmoll.

Mehr als 800 Besucher wurden im vergangenen Jahr gezählt, viele hatten sich schon nach einer erneuten Ausstellung erkundigt. „Dieses Jahr werden wieder einige neue Details mit eingebaut“, verrät Humme. Aber wieder mit dabei ist das Känguru, das in der Helle die Post austrägt – solche Gags erschließen sich beim ganz genauen Hinsehen. Auch deshalb lohnt sich ein Besuch bei freiem Eintritt.

Eine Modellbahnanlage ist niemals ganz fertig, dass weiß jeder Fan. Deshalb haben sich Humme und Alfons Blumenkamp schon weitere Projekte vorgenommen: „Der Uhu-Tunnel und der Haltepunkt Klusenstein werden neu gestaltet.“

Als Fabian und seine Familie gingen, blickte der Steppke noch einmal zurück und fragte laut: „Mama, dauert es bis zum 27. Dezember noch lange?“

Von Julius Kolossa

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