Mitarbeiter des Hospitals müssen mit Gehaltseinbußen rechnen

BALVE ▪ 1,25 Millionen Euro wollen die Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis in diesem Jahr aller Voraussicht nach an ihren Mitarbeitern sparen. Betroffen sind auch die rund 100 Beschäftigten des St.-Marien-Hospitals Balve – 500 weitere Mitarbeiter vom St.-Elisabeth-Hospital Iserlohn und 400 vom St.-Vincenz-Krankenhaus Menden. Der Grund: Da gestiegene Fallzahlen in den Krankenhäusern nicht voll von den Krankenkassen finanziert werden, ist ein Defizit entstanden, das ausgeglichen werden soll.

Der Öffentlichkeitsreferent Christian Bers erklärt, dass jedes Jahr mit den Krankenkassen für das nächste Jahr verhandelt werde. „Wir glauben, wir schaffen eine bestimmte Anzahl von Patienten. Das wird festgesetzt. Gesetzt den Fall, wir schaffen mehr, so wie jetzt bei uns geschehen, wird mit 65 Prozent rabattiert. Das heißt wir bekommen nur 35 Prozent bezahlt.“ In diesem Fall werde nachverhandelt. „Die Frage ist allerdings, ob sich die Krankenkassen darauf einlassen.“ Deshalb sei auch noch nicht sicher, ob die Sparmaßnahmen tatsächlich kommen. Das Gute an den gestiegenen Fallzahlen: Sie seien Grundlage für die Verhandlungen für das kommende Jahr. Das hieße: „Wenn die Kürzungen zum Tragen kommen, dann nicht auf Dauer.“

Im Schnitt muss – wenn die Pläne umgesetzt werden – jeder der 1 000 Mitarbeiter auf 1 250 Euro verzichten. Noch sei nicht klar, ob am Bruttogehalt gekürzt oder Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestrichen werde. „Wir wollen den Verhandlungen mit den Mitarbeitervertretern nicht vorgreifen“, sagt Bers. Sowohl für diese Verhandlungen als auch für die Nachverhandlungen mit den Krankenkassen rechnet er mit einer „Entscheidung in den nächsten Wochen“. Betroffen wäre das ärztliche Personal, das Pflegepersonal und die Verwaltungsmitarbeiter – „ausgenommen sind die Altenheime“.

Was andere Sparmaßnahmen betrifft, sagt Christian Bers: „Ich denke, dass alles abgeklopft wurde, was möglich ist.“ Immerhin sei Personalabbau kein Thema. Außerdem betont er: „Wir sind eines der wenigen Häuser, die bis zuletzt nach Tarif bezahlt haben.“ Auch die Mitarbeiter hätten sehr gelassen reagiert. „Die Notwendigkeit wird eingesehen.“ Das bestätigt auch der Vorsitzende der Balver Mitarbeitervertretung, Heinz Bertsch: „Das Verständnis ist schon sehr hoch. Wir waren bisher immer auf der Sonnenseite. Jetzt hat es uns mal getroffen. Kollegen in anderen Häusern wissen gar nicht mehr, was Weihnachtsgeld ist.“ Dennoch sei die Ankündigung ärgerlich. „Das ändert nichts daran, dass wir mit vollem Einsatz für unsere Patienten da sind“, betont er.

Sorgen um den Standort des Marien-Hospitals seien unnötig, so der Öffentlichkeitsreferent. „Wir haben in Balve gerade viel Geld investiert. Wenn wir den Standort nicht erhalten wollten, wieso hätten wir das dann tun sollen? Das ist keine Frage.“ Es sei auch nicht geplant, eine Abteilung zu schließen. Die Frage sei vielmehr, was zusätzlich angeboten werde und wo sich ein Haus spezialisieren könne. An einem Konzept für Spezialisierungen – in Balve wird bereits auf die Behandlungen von Darmerkrankungen (Coloproktologie) ein Schwerpunkt gelegt – werde gearbeitet.

Die Grundversorgung sei in Balve sichergestellt. Bei schwerwiegenden Erkrankungen werde ein Patient verlegt. Bers: „Selbst Unikliniken sagen, das können oder machen wir nicht und verlegen Patienten. Nichts anderes machen wir. Wir sehen da keinen Nachteil für Patienten – im Gegenteil.“ ▪ acn

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