Missbrauch in der Kirche: Präventionskonzept soll Kinder schützen

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Missbrauch in der Kirche: Dem Thema hat sich der Balver Pastoralverbund angenommen.

Balve – Um Missbrauch zu verhindern, hat der Balver Pastoralverbund ein Schutzkonzept ausgearbeitet. Klare Regel: Wer sich nicht schulen lässt, darf keine Kinder betreuen.

„Kinder und Jugendliche sollen sich bei uns wohl und sicher fühlen.“ Für Elke Luig, Präventionsfachkraft im Pastoralverbund Balve-Hönnetal, soll es nicht bei diesen Worten aus dem 35-seitigen Schutzkonzept samt Verhaltenskodex bleiben. Das Konzept wurde nun in Balve vorgestellt. 

Mit diesem reagiert die Kirche auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und will diese aufarbeiten. Ein Anliegen, das Pfarrer Andreas Schulte als Leiter des Pastoralverbundes am Herzen liegt: „Unter den Teppich kehren, das ist nicht in Ordnung.“ 

Mit Elke Luig, die sich als Gemeindereferentin zur Fachkraft für Prävention ausbilden ließ, und Regina Rüdiger, zuständig für Verwaltung und Dokumentation, hat sich ein Team der Aufgabe angenommen, die Präventionsordnung des Erzbistums umzusetzen. 

Inzwischen sind mehr als 200 Mitarbeiter informiert und geschult worden, damit Kinder und Jugendliche als Messdiener, in der Erstkommunion, als Firmbewerber, aber auch in den Gruppen und Verbänden der elf Gemeinden eine Kultur der Achtsamkeit erleben. 

Dazu gehört dieses Handbuch unter dem Motto: „Augen auf… und schützen!“ Darin enthalten sind die Ergebnisse einer Befragung aller Gremien und Gruppen, die sich mit Risikomomenten und Bausteinen für einen Verhaltenskodex befasste. Nach eineinhalb Jahren liegt das Ergebnis nun vor, das in dieser Woche an alle Mitarbeiter ausgehändigt wird. 

Leitlinien sollen helfen, wenn der Verdacht einer Grenzüberschreitung besteht. Und es gibt „Nummern gegen Kummer“, bei denen Betroffene anonym Hilfe erfahren. Diese sollen auch an Treffpunkten von Jugendlichen ausgehängt werden. 

Im Pastoralverbund Balve-Hönnetal ist die Präventionsarbeit schon seit 2011 ein Thema, zu dem die Mitarbeiter auch geschult wurden. Inzwischen finden die ersten Nachschulungen statt. 

Doch damit ist es nicht getan, weiß Elke Luig: „Das Internet ist eine große Aufgabe für unsere künftige Arbeit, denn wir müssen auf die Inhalte reagieren können.“ Deshalb: „Wir bleiben dran und lernen immer wieder etwas dazu.“ Dazu gehört auch der Austausch mit psychologischen Beratungsstellen und dem Kreisjugendamt. 

Pfarrer Andreas Schulte lobt das Engagement aller Mitarbeiter: „Da bin ich in meiner grundsätzlichen Erwartungshaltung nicht enttäuscht worden.“ Allerdings ist der Pastoralverbund auch konsequent: Wer sich weigert, bekommt keine Zulassung für die Arbeit mit dem Nachwuchs der Gemeinde. Aber das Wichtigste: Bisher, sagt Luig, sei noch kein Missbrauchsfall angezeigt worden.

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