Minister Uhlenberg will EEG-Novellierung 2011

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Landwirt Conrad Albersmeier (l.) erläuterte im Beisein von Minister Eckhard Uhlenberg (2. v.l.) die Funktionsweise der Biogasanlage, die er mit seinem Berufskollegen Alfred Reinken betreibt.

BALVE ▪ Bei einem Besuch in der Stadt Balve hat NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg am Montagnachmittag unter anderem die Biogasanlage der Landwirte Alfred Reinken und Conrad Albersmeier in Volkringhausen besichtigt. Dabei zeigte er sich beeindruckt von dem Engagement der Betreiber, sprach sich aber gleichzeitig für eine Novellierung des Energieeinspeisegesetzes (EEG) aus.

Die beiden landwirtschaftlichen Jungunternehmer haben im Beckumer Feld im vergangenen Jahr eine Biogasanlage mit 250 Kilowatt Leistung errichtet. Hier gewinnen sie aus dem Mist der eigenen, aber auch einiger anderer Betriebe in der Umgebung sowie aus Maissilage elektrischen Strom und Wärme. „Damit ersetzen wir derzeit 70 000 bis 80 000 Liter Heizöl pro Jahr“, überschlug Alfred Reinken. Doch das könnte möglicherweise nur ein erster Schritt gewesen sein. „Wir überlegen schon, die Anlage auf 500 Kilowatt zu erweitern“, verriet Conrad Albersmeier. Und von den Vorteilen der alternativen Energieerzeugung wollen die beiden Landwirte nicht allein profitieren. So überlegen sie nach eigenen Angaben bereits, einen Teil der erzeugten Wärme an Hausbesitzer in Beckum oder Volkringhausen abzugeben. „Von der Wertschöpfung sollen auch andere partizipieren“, sagt Alfred Reinken, der sich dadurch auch eine höhere Akzeptanz der von Teilen der Bevölkerung kritisch beäugten Biogasanlage erhofft. Deshalb wollen die Betreiber auch für den 8. Mai zu einem Tag der offenen Tür einladen.

Vor dem Eingang zur Feldhofhöhle sprach Minister Uhlenberg (2. v.l.) mit Balves Bürgermeister Hubertus Mühling (l.), dem CDU-Landtagsakandidaten Wolfgang Exler und SGV-Präsident Aloys Steppuhn (r.).

Minister Uhlenberg nahm die Anlage bereits am Montag in Augenschein und fand lobende Worte für das Engagement der beiden Unternehmer. Allerdings, so räumte er auch, sei bei einer zunehmenden Zahl von Biogasanlagen auch von zunehmenden Konflikten auszugehen. Und schließlich bedürfe auch das Energieeinspeisegesetz einer Novellierung. Im Jahr 2011, so der Minister, müsse darüber intensiv beraten werden, um der veränderten Situation Rechnung zu tragen.

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Vor dem Besuch der Biogasanlage hatte sich Uhlenberg bei einer Stippvisite an der „Felsglotze“ im Hönnetal für gute Wanderwege ausgesprochen. „Man muss die Natur öffnen, damit die Menschen Anteil daran haben können“, sagte der Minister am Rande des Premiumwanderweges Sauerland Waldroute unterhalb der Feldhofhöhle. SGV-Präsident Aloys Steppuhn nutzte die Gelegenheit, die Problematik der Wegekennzeichnung anzusprechen. Den SGV-Abteilungen falle die Übernahme dieser auch für den Tourismus wichtigen Arbeit aufgrund des steigenden Alters ihrer Mitglieder zunehmend schwerer, so Steppuhn. ▪ Volker Griese

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