Mellener planen eigenen Sorpe-Radweg

Das Tretbecken wird nicht mehr genutzt und soll verschwinden. In diesem Bereich möchte die aktive Dorfgemeinschaft eine Familienoase mit natürlichem Bachlauf errichten. - Fotos: Kolossa

Mellen - Die Stadt Balve übernimmt die Haftungspflicht für den von Mellen bis zur Sorpe geplanten Radweg – das gab Marco Voge, CDU-Rats- und Kreistagsmitglied, am Dienstag im Rahmen der Sitzung des Dorfforums bekannt. Zunächst müssten aber die Verträge mit den Waldbesitzern durchgesehen werden, auf deren Grund der Weg verlaufen soll. Eine große Hürde sei allerdings schon genommen, denn diese seien, wie gefordert, aus der Haftung ausgeschlossen worden.

Von Julius Kolossa

Dieses Thema bewegt die Mellener schon seit längerer Zeit: Sie wollen mit einem Radweg ihr Golddorf für Touristen attraktiver machen. Marco Voge stellte bei seiner Sachstandsschilderung dar, dass aufgrund der für den Märkischen Kreis verhängten Haushaltssperre kein Ausbau entlang der Kreisstraße möglich sei. Dreieinhalb Meter breit müsste der Radweg sein, der entlang der Straße und dem sich anschließenden Grünstreifen verlaufen würde. Folglich begaben sich die Mellener nach Gesprächen mit dem Märkischen Kreis und Bürgemeister Hubertus Mühling daran, eine neue Route auszuarbeiten.

Diese soll von einem Feldweg an der Vogelstange bis zur Mellener Lürbke hinaus führen. Grundsätzlich müsse die Eigentumsfrage in den Privatwäldern geklärt werden, dann könne die weitere Ausarbeitung vorgenommen werden. Marco Voge überbrachte im Auftrag des Bürgermeisters auch dessen Glückwünsche für die Erarbeitung dieser neuen Radwegeführung.

Aber nicht nur mit dem Rad sollen die Gäste den Weg erkunden können, auch zu Fuß sollen neue Aussichten auf neuen Wege erschlossen werden. Deshalb machen sich Mellener daran, zusammen mit der SGV-Abteilung Balve, den „M1“ und „M2“ als neue Mellener Wanderwege ins Leben zu rufen. Otmar Hermanns berichtete, dass er beide Wege bereits mit Jürgen Meller, dem zweiten Vorsitzenden der SGV-Abteilung Balve und Wanderwegewart der Stadt Balve, erkundet habe. Ab dem „Landmarkt“ führt der erste Wanderweg durch Drees‘Gasse bis hinauf zum Kopf nach Langenholthausen, dann durch den Buchenwald und zurück ins Dorf. Diese etwa vier Kilometer könnten in einer Stunde bewältigt werden. Der andere Weg ist sechs Kilometer lang und führt in etwa eineinhalb Stunden Wanderzeit die Lehmkühle zum alten Osterfeuer-Standort zum Höhenweg und von dort ins Dorf zurück. 90 Prozent der benötigten Fläche seien im städtischen Besitz, so Otmar Hermanns. Die Stadt sei damit einverstanden, diese für die Wege freizugeben. Das gelte auch für die Privateigentümerin, der die restlichen zehn Prozent gehören.

Ausgezeichnet werden dürfen „M1“ und „M2“ nur vom Sauerländischen Gebirgsverein. Die Balver Abteilung übernehme diese Aufgabe, so dass die Umsetzung relativ schnell erfolgen könne. Auch sollen die Wege in der neuen Wanderkarte 2015 der Stadt Balve verzeichnet sein.

Ebenfalls akut wird die Umwandlung der Birkenallee zum Friedhof in eine Lindenallee. Die 20 Birken sorgen mit ihrem Blütenstaub seit längere Zeit bei den Anwohnern für Verdruss. Um den schon gepflanzten Linden mehr Platz zu verschaffen, sollen die großen Bäume weichen. Der Bürgermeister habe der Fällung bereits zugestimmt.

Eine weitere Aufgabe für die Dorfgemeinschaft ist die Neugestaltung des nicht mehr genutzten Tretbeckens. Frühestens im kommenden Jahr sollen die Arbeiten beginnen. Geplant ist, eine Oase für Familien mit einem natürlichen Bachlauf, Natursteinen, Mulch und auch Spielmatten zu gestalten. Vorstellbar sei auch die Anlage eines Barfußpfades. Neu eingezäunt werden soll der Kinderspielplatz. Auch eine Bank und ein Tisch an der Vogelstange mit Blick auf Mellen sollen einen Platz finden. Darüber hinaus ist die Neuauflage des Mellener Ansteckpins geplant. 300 Stück sollen hergestellt und zum Stückpreis von zwei Euro verkauft werden.

Am 20. Oktober um 19 Uhr nehmen die Golddörfler offiziell ihren ersten Preis im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ entgegen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare