Mehr Besucher haben weniger Bierdurst

Schützenkönig Stefan Rademacher, seine Königin und Ehefrau Monika und der Hofstaat hauten am Montagabend noch einmal kräftig auf die Pauke. ▪

BALVE ▪ Trotz eines rückläufigen Getränkeumsatzes ist der Vorstand der St. Sebastian-Schützenbruderschaft Balve mit dem abgelaufenen Schützenfest vollauf zufrieden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Fest scheinbar immer größeren Zuspruch findet.

Dass geringerer Umsatz und höhere Besucherzahlen nicht unbedingt im Widerspruch stehen müssen erklärt sich aus den sommerlichen Temperaturen. So tranken die Festbesucher in diesem Jahr etwa 20 Hektoliter weniger Bier als im vergangenen Jahr, dafür aber sechs Hektoliter mehr alkoholfreie Getränke. Unterm Strich bleibt ein Umsatzrückgang von etwa 15 Hektolitern. Damit geht eine geringere Zahl zerbrochener Gläser einher: Mit etwa 2500 Trinkgefäßen ging fast ein Fünftel weniger zu Bruch als im vergangenen Jahr.

Hier gibt es Fotos vom Schützenfest-Samstag:

Schützenfest in Balve 2010 (Samstag)

Die Zahl der Besucher kann die Schützenbruderschaft nur schätzen. So hat sie am Samstagabend zwar mit 1100 Eintrittskarten etwa 150 weniger verkauft als im vergangenen Jahr, trotzdem meinte Schatzmeister Wolfram Schmitz gestern, die Höhle sei „gefühlt voller“ gewesen als am Schützenfestsamstag des Vorjahres. Nach seiner Theorie hatten mehr Mitglieder der Bruderschaft, die keinen Eintritt zahlen müssen, das Fest besucht. Brudermeister Engelbert Prinz von Croy war aufgefallen, dass am Sonntag mehr Menschen an den Straßen gestanden hatten, um den großen Festzug zu verfolgen. Die Höhle war jedoch am Sonntag- wie am Montagabend schon früh relativ leer, was sich letztlich im Umsatz widerspiegeln dürfte.

Hier gibt es Fotos vom Schützenfest-Sonntag:

Schützenfest in Balve 2010 (Sonntag)

Einfluss auf den Getränkeumsatz hatte nach Auffassung des Vorstandes aber auch das Vogelschießen am Montag, das außergewöhnlich lange gedauert hatte. Erst nach knapp zwei Stunden hatte Stefan Rademacher den letzten Rest des Vogels abgeschossen. „Das hat uns einiges an Bierumsatz gekostet“, ist Wolfram Schmitz sicher. Dem Vogelbauer wollen die Schützen deshalb aber keinen Vorwurf machen. „Unsere Vorgabe ist, dass der Vogel etwa 100 Schüsse aushalten soll, und das hat bisher meistens geklappt.“ Diesmal fielen allerdings 144 Schüsse, bis der neue König feststand.

Die Forschung nach den Ursachen dafür ist müßig. Ab dem nächsten Jahr wird sich beim Vogelschießen ohnehin einiges ändern. Sogar ein Salvenschießen scheint nicht ausgeschlossen. Vor allem aber wird bis zum Schützenfest 2011 eine neue Vogelstange errichtet werden. Damit trägt die Bruderschaft den Sicherheitsaspekten Rechnung, die ein Sachverständiger eingefordert hatte. So wird die neue Stange um etwa ein Drittel niedriger sein, während der Kugelfang größer wird. Auch eine neue Lafettenhalterung für die Gewehre muss errichtet werden. Vielleicht werden sogar noch neue Gewehre angeschafft. Der Vorstand rechnet für all das mit einer Investition in Höhe von etwa 15 000 Euro.

Hier gibt es Fotos vom Schützenfest-Montag:

Schützenfest in Balve 2010 (Montag)

Auf der neuen Schießanlage werden am Samstag, 27. August 2011, auch die Schützenkönige aus dem gesamten Märkischen Kreis ihren König ermitteln. Das Kreiskönigsschießen findet im nächsten Jahr nämlich erstmals in Balve statt. Eine Woche später ist die Balver Höhle außerdem Schauplatz des Bundesjungschützentages, zu dem 1500 Jungschützen aus dem gesamten Sauerländer Schützenbund erwartet werden.▪ vg

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