Massive Ernteausfälle: Landwirte haben Einbußen von bis zu 80 Prozent

+
Nikola Galla und Günter Buttighoffer vom Landwirtschaftlichen Kreisverband sowie Hubertus und Birgit Schulte bei der Erntedank-Pressekonferenz am Dienstag. 

Balve - Die monatelange Trockenheit hat ihre Spuren auf den heimischen Feldern hinterlassen. 20 Prozent weniger Getreide, 30 Prozent weniger Grünschnitt und 80 Prozent weniger Mais wurden geerntet.

„Es war ein stressiges Jahr, das teuer wird“, fasste Günter Buttighoffer. Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Märkischer Kreis, bei der Erntedank-Pressekonferenz am Dienstag auf dem Schultenhof zusammen. 

Aber: „In der Existenz gefährdet ist hier niemand, von einer Katastrophe ist nicht die Rede.“ Deshalb werde sein Verband auch auf Fördermittel vom Bund verzichten. Die eigenen Rücklagen werden ausreichen, sodass das Geld an andere Orte fließen kann: „Andere Regionen sind viel stärker betroffen und haben deutlich härtere Tiefschläge hinnehmen müssen.“ 

Vorsitzende wünscht sich ein Umdenken

Der Vorsitzende wünscht sich ein Umdenken bei den Handelsketten, dass Lebensmittel mehr wert sind. Preissteigerungen wie bei Milch und Fleisch sollen sich auch beim Landwirt in der Kasse bemerkbar machen. Seit vielen Jahren mache er sich schon dafür stark, für höhere Preise ein Bewusstsein zu schaffen. Doch der Handel setze sich immer wieder mit Angeboten und Tiefpreisen durch. Dies bestätigte Ulrich Brinckmann, stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender. 

Besonders war in diesem Jahr, das im Hitzesommer beste Grillbedingungen herrschten. Doch auch trotz der Fußball-Weltmeisterschaft legten die Verbraucher weniger Würstchen und Steaks auf. 

Viel Betrieb auf dem Schultenhof 

Dagegen konnten sich Hubertus und Birgit Schulte vom Schultenhof über langweilige Ferien nicht beklagen. Viele Familien aus dem Rheinland und Ruhrgebiet machten bei ihnen Urlaub und lernten dabei die Landwirtschaft kennen. 

Hubertus Schulte: „Unsere Gäste dürfen mit in den Stall und die Eier holen.“ Sein Familienbetrieb hat die Schwerpunkte mittlerweile auf das Betreiben der Pension und des Cafés gelegt; die 30 Hektar an Wiesen werden für die Ponys und Mütterkühe bewirtschaftet. Auch Schulte fuhr 2018 eine schlechtere Grasernte ein als im vergangenen Jahr, und muss wie seine Kollegen nun mit den Vorräten haushalten. 

Darauf hat der Kreisverband reagiert und bietet, so Günter Buttighoffer, eine Futterbörse an. Über den Landwirtschaftlichen Kreisverband Kreuztal können Landwirte hier Grassilage, Heu und Mais einstellen, und in Kontakt miteinander treten. „Das haben wir bisher noch nicht gebraucht“, wies Günter Buttighoffer auf diese Neuerung hin.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare