Maike Schmoll: „Wollen kein Elite-Kindergarten sein“

In der Kita Kinderkreisel werden zwölf Kleinkinder betreut. Jetzt bittet der Vereinsvorstand die Stadt darum, die Kürzung des Zuschusses rückgängig zu machen.

Balve - „Dieses kleine, schon seit 26 Jahren gut funktionierende soziale Netzwerk von engagierten Bürgern der Stadt Balve hat es verdient, unterstützt zu werden“, schreibt Maike Schmoll, Vorstandsmitglied der Kindertagesstätte Kinderkreisel – und bittet die Stadt Balve die Förderung für die Einrichtung aufzustocken.

Von Carla Witt

Im Rahmen der Sitzung des Ausschusses Schule, Kultur, Soziales, Sport (Mittwoch, 18 Uhr) soll im Rathaus über das Anliegen der Vereins Kinderkreisel beraten werden. In dem Anschreiben, das an den Rat der Stadt Balve gerichtet ist, erläutert Maike Schmoll, dass die Kita nach der Kürzung der städtischen Zuschüsse im Dezember des vergangenen Jahres nur noch 0,5 Prozent der Kindpauschale erhalte. Andere Einrichtungen dagegen würden mit drei Prozent bezuschusst. Diesen Fördersatz wünscht sich auch der Kinderkreisel-Vorstand.

Träger der Einrichtung an der Hofstraße seien die Eltern der Kinder, die durch die Zuschusskürzung noch zusätzlich belastet würden. „Der niedrigere Zuschuss muss durch einen höheren Mitgliedsbeitrag der Eltern aufgefangen werden“, schreibt Schmoll und berichtet weiter: „Wir haben derzeit fünf sozial schwache Familien in unserer Einrichtung, die bereits aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse einen Zuschuss zur Mittagsverpflegung bekommen.“ Acht Kinder kämen aus kinderreichen Familien mit drei oder mehr Kindern. Für diese Familien sei eine Beitragserhöhung nicht zu finanzieren und zu verantworten.

2010 habe der Verein Kinderkreisel den Umbau der U3-Betreuung geschultert. „Seit Mai 2014 betreut unsere Einrichtung mit zwölf Kindern den Löwenanteil der ganz Kleinen in Balve, wodurch sich unsere Einrichtung noch einmal als besonders flexibel und bedarfsnah gezeigt hat“, betont Maike Schmoll. Die Eltern der Kinder seien zudem in verschiedenen Bereichen der Kita aktiv, um dem Verein so zusätzliche Kosten zu ersparen.

Die Kürzung des städtischen Zuschusses habe eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge in Höhe von 80 Euro pro Jahr und Kind zur Folge. Maike Schmoll: „Dies ist für manche Familien einfach nicht möglich. Wir möchten kein Elite-Kindergarten für Familien sein, die sich den Mitgliedsbeitrag leisten können.“

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