THW-Jugend: Einsatz für den Glärbach

Die Jugendlichen nahmen die Lebewesen, die am und im Glärbach leben, genau in Augenschein.

BALVE ▪ Mit der Renaturierung des Glärbaches hat sich die Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks, Ortsverband Balve, am Samstag im Rahmen eines großen Projektes beschäftigt.

Zudem sollten neue Mitglieder für das Technische Hilfswerk geworben werden – das gelang allerdings nicht: Die Aktion der Jugendgruppe lockte nur wenige Interessenten an den Glärbach. Dementsprechend waren der Ortsbeauftragte Josef Weber und Jugendbetreuer Tobias Weber etwas enttäuscht. Die 16 teilnehmenden Jugendlichen ließen sich dagegen von der geringen Resonanz nicht beeindrucken. Sie suchten und bestimmten vieles von dem, was im Glärbach und an seinen Uferrändern lebt und lernten eine ganze Menge über die Vielfalt der Lebewesen in diesem Gewässer kennen.

Mit ihrer Einsatzkleidung, die Schutz vor dem Gestrüpp im Uferbereich bot, und mit Gummistiefeln ausgerüstet, machten sie sich auf, um die Tiere in den mit Wassern gefüllten Schalen zu sammeln. Dabei gingen sie behutsam zu Werke: Mit feinen Pinseln beförderten sie die kleineren Glärbach-Bewohner in die Sammmelbehälter.

„Hier gibt es aber eine gute Wasserqualität“, lobte Regina von Oldenburg, Umweltpädagogin, die erstmals mit dem Umweltbus „Lumbricus“ in Balve war. Dieser Umweltbus der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW ist ein rollendes Biologie-Labor, in dem Wasser- und Bodenproben untersucht sowie Lärmmessungen durchgeführt werden können. Am Glärbach stand die Untersuchungen der Kleinstlebewesen im Vordergrund. Von deren Vielfalt war die Expertin beeindruckt: „So viele Funde sind ein Beweis für ein gut funktionierendes Biosystem.“

Die Jugendlichen nutzten zur Bestimmung der Tiere Schautafeln. Unter dem Mikroskopen betrachteten sie ihre lebenden Fundstücke ganz genau – und verglichen diese ganz genau mit den Schautafeln. Sie waren überraschend und vor allem faszinierend, wie Kleines auf einmal ganz groß wurde und sich in allen Einzelheiten darstellte. Spannender als so mancher Film war das, was für alle sichtbar auf einem großen Fernsehschirm gezeigt wurde. So hatten die Jugendlichen Larven der Bachlibelle, Eintagsfliegen und auch Steinfliegen entdeckt. Jedes Tier wurde von Regina von Oldenburg erklärt, die Bilder auf einem USB-Stick aufgezeichnet, um später einen Film als bleibende Erinnerung an diesen Aktionstag zu erhalten. Die Tiere wurde anschließend wieder in die Freiheit des Glärbachs oder die Uferregion entlassen.

Fast hätten die Jugendlichen bei diesem Biologieunterricht am Samstag das Mittagessen vergessen. Nach der Stärkung ging es im Praxisteil darum, einen Teil des Glärbachs mit einer Kleintierrampe auszustatten, damit diese Bachbewohner ein Gefälle von 30 Zentimeter leichter überwinden können. Mit Steinen und angespitzten Holzpfählen und dem tatkräftigen Einsatz auch der Erwachsenen ging die Arbeit leicht von der Hand.

Das Projekt wurde am Samstag nicht beendet, es geht weiter, wie Josef Weber erläuterte. In den kommenden Wochen wollen Jugendliche und Erwachsene THW-Mitglieder gemeinsam noch weitere Renaturierungsmaßnahmen am Glärbach durchführen.

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