Ab 1. Mai sollen Besucher kommen

Luisenhütte: Vorbereitungen für Saisonstart

Die Luisenhütte in Wocklum. Unter Corona-Bedingungen soll im Mai der Start in die Saison erfolgen. Der Märkische Kreis beginnt mit den Vorbereitungen.
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Die Luisenhütte in Wocklum. Unter Corona-Bedingungen soll im Mai der Start in die Saison erfolgen. Der Märkische Kreis beginnt mit den Vorbereitungen.

Die Luisenhütte in Balve-Wocklum erwacht langsam aus ihrem Winterschlaf. Das Erlebnismuseum wird auf die neue Saison vorbereitet, die ab Mai beginnen soll.

„Wir gehen vorerst davon aus, dass wir dann für Besucher öffnen können“, sagt Stephan Sensen, Leiter der Museen im Märkischen Kreis, mit Verweis auf die Corona-Pandemie.

„Die Infektionslage und die damit verbundenen Vorschriften sind jetzt aber noch nicht absehbar“, sagt Sensen. „Aber wir bereiten uns auf jeden Fall auf die Saison vor.“ Dazu gehört, die elektronischen Medien wie Beamer und Leinwände wieder zu installieren, die im Winter ausgelagert wurden. „Der Technik ist es in diesem Gemäuer sonst zu kalt“, erklärt Sensen.

Gebäude wird gründlich unter die Lupe genommen

Wenn die Aufbauarbeiten beginnen, wird die „Hütte“ auch gründlich unter die Lupe genommen. „Unser Restaurator macht sich daran, alles denkmalgerecht wiederherzustellen, wenn denn Reparaturen erforderlich sein sollten.“ Weil allerdings erst im vergangenen Jahr einige größere Arbeiten an Fenstern und Türen vorgenommen wurden, geht Stephan Sensen dieses Mal nicht von größeren Investitionen aus. „Kleinere Arbeiten im Innenraum gibt es aber immer.“ Dazu gehöre auch die Reinigung der Vitrinen, in denen die Exponate ausgestellt werden.

Denkmal von nationaler Bedeutung

Wurzeln der Hüttentechnologie des benachbarten Ruhrgebiets erlebbar, denn hier in Wocklum ist eine mit Wasserkraft und Holzkohle betriebene Hochofenanlage erhalten geblieben. Einzigartig für Deutschland kann hier ein komplettes Hüttenensemble mit Eisengießerei und Umfeld besichtigt werden. 2004 wurde die Luisenhütte deshalb zum Denkmal von nationaler Bedeutung erklärt. Nach zweijähriger Restaurierung öffnete die Luisenhütte 2006 wieder die Türen für Besucher. Heute ist sie ein Erlebnismuseum. Hier wird dargestellt, wie Eisen hergestellt und zu Gussprodukten weiterverarbeitet wurde. Auf dem Möllerboden heben die Besucher Schubkarren, die mit Eisenerz, Holzkohle und Kalkstein beladen sind, selbst an. Im Ofen wird der Abstich des Roheisens mit einer Lichtinszenierung simuliert. Im Gebläsehaus lassen sich das Wasserrad mit den Kolbengebläsen und die Gebläse-Dampfmaschine in Betrieb nehmen.

Gerne möchte der Kreis am 1. Mai die Saison in der Luisenhütte eröffnen. Ebenso gerne soll in der ersten Maihälfte das große Museumsfest als offiziele Saisoneröffnung stattfinden. „Dieses wird immer auf ein Wochenende gelegt, an dem Termine nicht mit anderen Veranstaltungen im Stadtgebiet von Balve kollidieren“, so Stephan Sensen. In den vergangenen Jahren war dieses Fest – mit Ausnahme von 2020, als coronabedingt nicht gefeiert werden konnte – immer ein Publikumsmagnet mit Mitmachaktionen, Gießvorführungen und auch einem Radiokoch. Allerdings ist dieses als Freiluftveranstaltung angelegte Museumsfest ebenso vom Wetter abhängig wie „Luise heizt ein“. Während das Festival bereits auf den 26. Juni terminiert wurde, steht ein Termin für das Museumsfest noch nicht fest.

Großprojekt Geschichtspark

Die Luisenhütte soll auch eingebunden werden in das Großprojekt „Geschichtspark Balve“. In einem vier Quadratkilometer großen Areal in der Hönnestadt liegen unter anderem die geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten wie St.-Blasius-Kirche, Höhle, Schloss, Reitturnieranlage, die Reste einer Wallburg und das Museum für Vor- und Frühgeschichte. Mit einem Gesamtkonzept sollen diese Sehenswürdigkeiten als geschichtspark besser für Touristen vernetzt werden. So soll ein etwa vier Kilometer langer Rundweg mit insgesamt 18 Stationen entstehen. Als Einstiegsort ist die Balver Höhle mit einem Besucherzentrum geplant. Auch Führungen durch den Felsendom soll es dann geben.

In der Luisenhütte, die medial aufgewertet wird, wird eine Übersichtskarte installiert, wo Informationen über alle Sehenswürdigkeiten abgerufen werden können. Die vorgesehenen Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 981 000 Euro, 600 000 Euro davon werden in die Luisenhütte gesteckt. Noch wird allerdings auf die Förderzusage über 90 Prozent der Gesamtsumme über das Programm „Heimatzeugnis“ gewartet, sagte Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, auf Anfrage. Den entsprechenden Antrag hatte der Förderverein Luisenhütte gestellt. Den Eigenanteil teilen sich der Märkische Kreis und die Stadt Balve.

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