Lorenz Schnadt weilt bei der UEFA-Sicherheitskonferenz

Lorenz Schnadt weilte für die Polizeiinspektion 1 von Dortmund bei der UEFA-Sicherheitskonferenz für das Champions-League-Finale.

BALVE -  Dort, wo der FC Bayern München und Borussia Dortmund hinwollen, war der Balver Lorenz Schnadt bereits in der vergangenen Woche: im Wembley-Stadion.

Von Nico Schwarze

Sein Besuch in der Arena stand in Verbindung mit dem Champions-League-Endspiel, das am 25. Mai in Wembley stattfinden wird. Als Leiter der Polizeiinspektion 1 von Dortmund und damit auch Verantwortlicher für die Sicherheit rund um den BVB, war Schnadt von der UEFA zu einer Konferenz eingeladen worden, die am Donnerstag in den VIP-Räumen des Wembley-Stadions ausgerichtet wurde und sich perspektivisch mit den Sicherheitsvorkehrungen für das Finale in der europäischen Königsklasse beschäftigte.

Das, was die Kicker aus Dortmund und München vermeiden wollen, war für die Sicherheitsbesprechung unvermeidbar: Auch Barcelona und Madrid waren in London vertreten. „Die Organisationsdirektoren und die polizeilichen Einsatzleiter saßen mit am Tisch, auch die Londoner Verkehrsbehörde war vertreten“, schilderte Schnadt, wie die UEFA die Offiziellen aus den am Halbfinale beteiligten Städten mit den Offiziellen vom Austragsungsort verzahnt – wieder anreisen zum Finale nach Wembley dürfen nur die zum Sicherheitsstab gehörenden Mitarbeiter der für das Endspiel qualifizierten Mannschaften. Bei den beiden Halbfinalspielen der Borussia gegen Real Madrid wird der Dortmunder Polizeichef also etwas mehr mitfiebern als üblich, denn schließlich geht es auch um seine persönliche Qualifikation für das Finale in London, die einen Höhepunkt in der Karriere bedeuten würde. „Ich habe schon zwei gebrochene Daumen“, scherzte Schnadt.

Experte für die Fanszene

Wenn die Mannschaft von Jürgen Klopp das Finale erreichen sollte, wird der Balver mit sechs weiteren Dortmunder Beamten beruflich in der britischen Hauptstadt sein – als Experte der Dortmunder Fanszene für den Sicherheitsstab der Metropolitan Police unter der Leitung von Hauptkommissarin Julia Pendry.

„Der BVB ist von den möglichen Finalteilnehmern der Verein, bei dem die Engländer den größten Fanstrom erwarten. Die Dortmunder Fans haben die kürzeste Anreise und sind unheimlich begeisterungsfähig. Viele von ihnen werden auch ohne ein Ticket nach London kommen. Und genau da existiert das Problem: Eine Bespaßung wie vor einem Jahr beim DFB-Pokalfinale in Berlin, als in der Waldbühne ein großes und stimmungsvolles Public Viewing stattfand, wird es in London nicht geben. Lediglich eine Veranstaltung mit einer Kapazität für 9000 Zuschauer ist geplant“, sagte Schnadt.

An die Fangruppen beider Finalteilnehmer geht jeweils ein Kontingent von 23 000 Karten – etwa noch mal so viele BVB-Anhänger werden in London erwartet. Insofern dürfte das schwarz-gelbe Fanlager einerseits ein Zentrum am Wembley-Stadion haben, andererseits aber auch in die sich im Umkreis des Stadtbezirks Brent befindlichen Pubs streuen: Aus diesem Grund unterscheidet das Sicherheitskonzept zwischen für die Angelegenheiten im Stadion verantwortlichen „Matchcommandern“ und für die anderen Belange außerhalb von Wembley abgestellten Sicherheitsbeauftragten.

Stadionrundgang und Sicherheitsgespräch

Der Balver Schnadt säße bei einem Dortmunder Finaleinzug im Wembley-Stadion im Führungsstab der Einsatzleitung und würde die Abläufe in der Dortmunder Fanszene beobachten. „In Wembley gibt es CCTV, das Closed Circuit Television. Da gibt es nicht einen Meter, der nicht videoüberwacht ist“, beschrieb Schnadt die Kontrollmechanismen im 90 000 Zuschauer fassenden und 1,4 Milliarden Euro teuren Wembley-Stadion.

Vom Stadion-Rundgang nach dem Sicherheitsgespräch zeigte sich der Dortmunder Polizeichef beeindruckt: Ob Kabinen, Logen oder Trainerbereich – alles lag noch deutlich über dem hohen Komfort, den Schnadt aus dem Westfalenstadion gewohnt ist. Am Samstag verfolgte er im Dortmunder „Fußballtempel“ von der Osttribüne aus einem Nahe des Pressebereiches befindlichen Glaskasten das Geschehen beim 2:0-Erfolg über den FSV Mainz 05, freilich mit einem geschärften Blick für die Sicherheit: „Ich bin interessiert, aber kein Fan: Distanz ist erforderlich. Wir sind dieeinzige staatliche Stelle, die während eines Spiels vor Ort ist. Ich mache aber auch keinen Hehl daraus, dass ich mich freue, wenn Dortmund gewinnt.“ Sein Traumfinale der Fußball-Champions-League lautet: Borussia Dortmund - FC Barcelona. Schnadt wäre dann dort, wo die Bayern hinwollten und es die Dortmunder hinschafften. Aber der Fußball ist kein Spiel der Konjunktive: „Entscheidend ist auffem Platz“, wie es BVB-Legende Adi Preißler so schön formulierte.

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