Nicht alle sind verärgert

Lockdown bis Ende Januar: Das sagen heimische Händler und Gastwirte

Der Handel und die Gastronomie sind vom Corona-Lockdown weiterhin stark betroffen.
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Der Handel und die Gastronomie sind vom Corona-Lockdown weiterhin stark betroffen.

Der Lockdown wird bis Ende Januar verlängert – mindestens. Nach diesem mit Blick auf die weiter hohen Corona-Fallzahlen wenig überraschendem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel, müssen auch viele Geschäfte und die Gastronomie in Balve weiter geschlossen bleiben.

Für dieses Vorgehen gibt es Zustimmung, aber auch deutliche Kritik. „Dieser Schritt muss sein, um Pandemie in den Griff zu kriegen“, hat Rolf Biggemann Verständnis für die Entscheidung der Politik. Für ihn als Inhaber des gleichnamigen Juwelier-, Optik- und Uhrenfachgeschäfts bedeutet dies weiterhin: Er steht nur nach Terminabsprache für Reparaturen an Brillen zur Verfügung.

„Dies ist aus Gesundheitsaspekten zulässig“, erklärt Biggemann. Für die Reparatur von Uhren und Schmuck werde ein kontaktloser Hol- und Bringservice angeboten. „Verkaufen darf ich nichts“, so Biggemann, der mit der Verlängerung des Lockdowns auf einen Rückgang der Infektionszahlen hofft: „Wenn dies der richtige Weg zur Normalität ist, dann soll dieser so sein.“

Weiterhin gut zu tun

Gut zu tun habe Biggemann mit Abholen, Reparieren und Liefern dennoch. „Es ist ein anderer Ablauf als vor dem Lockdown. Ich habe zwar keinen direkten Kundenkontakt im Geschäft, aber trotzdem Arbeit.“ Er profitiert von seiner Stammkundschaft aus den umliegenden Städten, die ihm die Treue halten. Gerne soll dies auch im weiteren Verlauf des Lockdowns so sein. „Aber für den gesamten Einzelhandel wird die Zeit sehr schwierig, das steht außer Frage.“

Gastronom und Hotelier Klaus Dornsiepen vom Drei-Sterne-Haus Zur Post in Eisborn blickt bereits weit voraus und hofft auf gutes Wetter ab Frühjahr: Dann gehe ich von einer stark frequentierten Außengastronomie aus.“ Dornsiepen rechnet und setzt zunächst aber auf einen Lockdown, der – „wenn erforderlich“ – durchaus auch über den Januar hinausgehen dürfe. Denn er hält nichts davon, Geschäfte, Gastronomie und Hotels in einigen Wochen wieder zu öffnen, um sie dann mittelfristig bei einer eventuellen dritten Infektionswelle wieder schließen zu müssen. „Da würde die Planungssicherheit fehlen“, so Dornsiepen. Bisher jedenfalls sei die „Post“ relativ gut durch die Corona-Zeit gekommen mit dem laufenden Außer-Haus-Verkauf von Dezember bis Mitte Januar.

Werbegemeinschaft-Vorsitzender kritisiert Entscheidung

Nicht zufrieden mit den Vorgaben der Politik in der Corona-Krise ist der Vorsitzende der Balver Werbegemeinschaft, Daniel Pütz. „Unsere Mitglieder sind nicht maßgeblich die Treiber der Pandemie, tragen aber die Hauptlast, weil sie ihre Läden schließen müssen“, sagt er. Vor Weihnachten seien online Balver Gutscheine angeboten worden, um den Kunden ein Angebot zu machen, weiterhin in Balve einzukaufen. „Es wurden auch einige verkauft“, erzählt Pütz. „Doch wir stehen in sehr starker Konkurrenz zu den Online-Händlern, die meist noch am selben Tag die Bestellungen versenden.“

Insgesamt aber hätten sich die Balver Fachhändler bislang ganz gut durchgeschlagen mit ihren Möglichkeiten. „Bei den Planungen der Politiker fehlt mir das Fingerspitzengefühl“, sieht Pütz wenig verheißungsvoll in die Zukunft. „Es wird mit der Schließung weiter fortgesetzt, was bisher nichts gebracht hat.“ Denn: „Die Ursachen für die weiter hohen Infektionszahlen wird damit nicht bekämpft.“ Pütz fehlt vielmehr ein übergeordnetes Konzept, das nicht zu erkennen sei.

Hilfen sollten zügig ausgezahlt werden

Wichtig ist ihm, dass wirtschaftliche Hilfen zügig ausgezahlt werden: „Die November-Hilfen gibt es erst jetzt, so dass ein Leck von zwei Monaten mit eigenen finanziellen Mitteln gestopft werden muss.“ Er hofft auf perspektivisch langfristige Planungen, und: „Der Staat darf die Einzelhändler, Künstler und gastronomischen Betriebe nicht hängen lassen.“

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