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Loch in der Kasse: Garbecker Schützen streichen das Freibier

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Von: Julius Kolossa

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Für langjährige Mitgliedschaft zeichnete die Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige Garbeck am Samstag eine Reihe von Schützenbrüdern aus.
Für langjährige Mitgliedschaft zeichnete die Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige Garbeck am Samstag eine Reihe von Schützenbrüdern aus. © Julius Kolossa

Beim ersten Schützenfest nach zweijähriger Corona-Pause ist die Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige Garbeck dank einer Landesförderung zwar finanziell mit einem blauen Auge davongekommen. Dennoch haben die Mitglieder beschlossen, aus Kostengründen mit einer langjährigen Tradition zu brechen.

Garbeck – Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Schützenkönig einem langjährigen Mitglied seiner Schützenbruderschaft gratuliert, doch am Samstag war dies in Garbeck bei der Herbstversammlung der Fall. Alexander Schulte als Regent der Schützen ließ es sich nämlich nicht nehmen, seinem Vater Vinzenz Schulte für 60-jährige Treue seine Anerkennung auszudrücken.

Doch es blieb nicht bei Ehrungen an diesem Abend, sondern auch bei einem großen Lob und viel Beifall für den gesamten Vorstand, dem die Mitglieder eine „hervorragende Arbeit für das Schützenfest“ bescheinigten. „Unser Fest war die Sache wert“, stellte dann auch der Vorsitzende Martin Vielhaber fest.“

Aber: Finanziell haben die Garbecker ein Minus von etwa 9300 Euro gemacht. Dazu Kassenwart Joachim Voigt: „Es waren weniger Leute da, also wurde auch weniger getrunken.“ An Bier wurden 69 Hektoliter verzapft, nachdem es 2019 noch 91 Hektoliter gewesen waren.

Dafür gingen 300 Gläser weniger zu Bruch; insgesamt waren es 1100 Stück. Voigt, 25 Jahre im Amt, hatte geahnt, dass dieses Schützenfest schwer werden würde, und entsprechend beim Land NRW Fördermittel aus dem Programm „Neustart miteinander“ beantragt und bewilligt bekommen. Mit diesen 10 000 Euro geht es den Schützen letztendlich ganz gut.

Allerdings soll ab 2023 auf die Ausgabe von Freibier-Wertmarken beim Sonntagsfestzug verzichtet werden: „Das kostet uns jährlich 2500 Euro.“ Mehrheitlich entschieden sich die Mitglieder, diesem vom Vorstand gestellten Antrag zu folgen.

Keine Entscheidung fiel dagegen nach der Diskussion, ob weiterhin Pferde dem Festzug vorangehen sollen. Ausgiebig erörtert wurden Sicherheitsaspekte für Reiter und Zuschauer. Und auch, wenn es keine hundertprozentige Sicherheit geben kann, sollen die Risiken durch Reittraining und erfahrene Begleitung neben dem Pferd minimiert werden.

Die Wirtschaftlichkeit – in diesem Jahr wurden 1500 Euro für die Pferde auch vor einer Kutsche ausgegeben – nahm derweil einen niedrigen Stellenwert ein. Eigentlich können sich die Garbecker ein Schützenfest ohne Pferde nicht vorstellen, so die vorherrschende Meinung. „Darüber wird dann der Vorstand beraten“, will der Vorsitzende Martin Vielhaber dieses Thema intern weiter verfolgen.

Wenn im nächsten Jahr wieder Schützenfest gefeiert wird, dann ist die Festmusik aus Rhode ebenso dabei wie der Feuerwehr-Musikzug Langenholthausen und der Musikverein Amicitia Garbeck. „Nur die Verpflichtung eines Spielmannszuges bleibt nach wie vor ein Problem“, räumte Vielhaber ein. Diesbezüglich konnte der Vorstand noch kein Ergebnis vorlegen.

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