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Lhoist-Steinbrucherweiterung im Hönnetal: Bezirksregierung am Zug

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Von: Julius Kolossa

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Das Lhoist-Werk im Hönnetal. Das Unternehmen möchte seine Kalkabbaufläche um 16 Hektar vergrößern. Momentan prüft die Bezirksregierung die gegen das Projekt vorliegenden Einwände.
Das Lhoist-Werk im Hönnetal. Das Unternehmen möchte seine Kalkabbaufläche um 16 Hektar vergrößern. Momentan prüft die Bezirksregierung die gegen das Projekt vorliegenden Einwände. © Kolossa, Julius

Der Kalkproduzent Lhoist arbeitet nach wie vor an den Plänen zur Erweiterung seines Werks im Hönnetal. Die Abbaufläche soll um 16 Hektar vergrößert werden.

Ursprünglich hatte das Unternehmen in ganz anderen Dimensionen geplant und wollte eine Erweiterung um bis zu 80 Hektar – gegen massiven Widerstand aus Teilen der Bevölkerung. Als sich abzeichnete, dass diese Vorhaben wohl nicht zu realisieren gewesen wäre, speckte Lhoist seine Planungen deutlich auf 16 Hektar ab.

Dieser Entwurf ist auch im aktuellen Entwurf zur Neuaufstellung des Regionalplans als Grundlage für weitere Abbauflächen festgeschrieben. Einwände gegen das Projekt werden derzeit von der Bezirksregierung Arnsberg geprüft, teilte die dortige Pressestelle auf Anfrage der Redaktion mit. „Ein Zeitplan, wann die Auswertung beendet ist, kann noch nicht mitgeteilt werden.“

Keine Rückfragen von den Gegnern aus Eisborn

So gilt es für den Hönnetal-Werkleiter Stefan Flügge abzuwarten, ob und wann es weitergehen kann für sein Unternehmen mit den Planungen. „Bisher liegen uns keine offiziellen Rückfragen in dieser Sache vor. Weder vom Bürgerforum Eisborn, noch von der Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung“, sagte Flügge.

2019 wurden die Eisborner Bürgerinitiative (BGS) und das Bürgerforum unabhängig voneinander gegründet. Während die BGS als inzwischen eingetragener Verein jegliche Steinbrucherweiterung ablehnt, zeigt sich das Bürgerforum grundsätzlich gesprächsbereiter. Dazu Stefan Flügge: „Wir werden uns auch zukünftig mit dem Bürgerforum als Vertretung der Vereine und Bürger von Eisborn austauschen.“

Statt in die Breite soll in die Tiefe abgebaut werden

Denn dieses Forum sei die eigentliche Interessenvertretung des Dorfes, mit der man in Kontakt bleiben müsse. Flügge weiter: „Aus Gesprächen mit Eisbornern nehme ich mit, dass der von uns vorgeschlagene Lösungsansatz Kleines Beil positiver angenommen wird als die Variante über die Kreisstraße 29, die Horster Straße.“

Im vergangenen Jahr hatte Lhoist Abstand von dem Erweiterungsvorhaben über die Kreisstraße 29 hinaus genommen, die dafür aufwendig hätte verlegt oder untertunnelt werden müssen, und die neuen Planungen vorgestellt. Hierbei soll nun deutlich mehr in die Tiefe als in die Breite Gestein abgebaut werden. So plant das Unternehmen im Erweiterungsgebiet mit einer maximalen Abbautiefe von 180 Metern. Bislang würden 120 Meter über Normalnull im Steinbruch ausgenutzt. Weil im Bereich Kleines Beil laut Lhoist zudem der Ausbeutungsgrad höher sei als im zunächst geplanten Abbaugebiet, könne eine ähnliche große Menge Kalk abgebaut werden. Dieser neue Entwurf sieht eine Abbaufläche von insgesamt 16 Hektar weg von Eisborn und hin zur Neheimer Straße in Richtung Asbeck vor.

Sprechstunde: Bürger können Termine vereinbaren

Nach wie vor bietet das Unternehmen Sprechstunden für Bürger in Oberrödinghausen an. „Aber es wird keine festen Termine mehr geben. Nachdem im vergangenen Jahr die ersten Sprechstunden im dritten Quartal noch gut gelaufen sind, flaute das Interesse dann immer mehr ab, sodass diese Sprechstunde an einem festen Termin inzwischen eingestellt wurde“, sagte Werkleiter Flügge. Wer sich informieren möchte, kann sich jetzt unter Tel. 02379/92203 einen Termin geben lassen.

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