1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Balve

Legenden umranken den Balver Fähnchenclub

Erstellt:

Von: Günter Cordes

Kommentare

Der Fähnchenclub der Balver Schützenbruderschaft bekam im 50. Jahr des Bestehens einen Pokal von der städtischen Marketingbeauftragten Stefanie Kißmer überreicht.
Der Fähnchenclub der Balver Schützenbruderschaft bekam im 50. Jahr des Bestehens einen Pokal von der städtischen Marketingbeauftragten Stefanie Kißmer überreicht. © Cordes

In diesem Jahr feiern die Mitglieder des Fähnchenclubs der Balver Schützenbruderschaft St. Sebastian den 50. Geburtstag ihrer ungewöhnlichen Truppe. Wie in jedem Jahr waren die Männer eine Woche vor dem Balver Schützenfest unterwegs, um die Hauptstraße im Städtchen mit Fahnengirlanden zu schmücken. Um die Entstehung des Clubs ranken sich Legenden.

Balve - Bevor der Fähnchenclub dieses Mal seine Arbeit aufnehmen konnte, gratulierte die Stadtmarketingbeauftragte Stefanie Kißmer zum Jubiläum und überreichte einen Pokal. Auch die Vorsitzenden der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft statteten dem wackeren Fähnchenclub einen Besuch ab und brachten kühle Getränke mit. Nach einer „kurzen Feierlichkeit“ wurde schließlich ein Teil der Hauptstraße geschmückt. Der andere Teil war einen Tag später an der Reihe.

Der Grundstein des Fähnchenclubs wurde 1972 beim Kreisschützenfest in Balve gelegt, als aus dem gesamten Schützenkreis Arnsberg Besucher ins Hönnestädtchen kamen. Um das Stadtbild so schön wie nur möglich erscheinen zu lassen, schaffte die Bruderschaft Wimpelketten an. Die wurden zum Kreisschützenfest ein allererstes Mal über der Hauptstraße aufgehängt.

Fanden sich bei dieser Premiere vor 50 Jahren noch genügend Schützenbrüder, um die Fähnchen aufzuhängen, stellte sich doch die Frage nach der Verantwortlichkeit für die kommenden Jahre.

Auch Balve gehört zu Deutschland, deshalb musste die Sache in genau geregelte Bahnen gelenkt werden. Also wurde das Thema bei einer Versammlung der 2. Kompanie aufgegriffen, noch am selben Abend fanden sich einige Schützenbrüder, die diese Arbeit dauerhaft verantwortlich verrichten wollten: Willi Flöper, Engelbert Blüggel, Josef Klüppel, Jüppel Berken und Franz Gercken. Das war also die Geburtsstunde des Fähnchenclubs, der sich fortan jedes Jahr mittwochs vor dem Schützenfest traf und die Wimpelketten vom ehemaligen Hotel Kohne bis zur Sparkasse anbrachte. Donnerstags ging es dann weiter von der Sparkasse bis zur evangelischen Kirche.

Eigentlich hätte man diese Arbeiten an einem Abend verrichten können, es gab aber zu viele Gaststätten auf dem Weg. Die Wirte versorgten die Schützenbrüder reichlich mit alkoholischen Getränken, was das weitere Aufhängen von Wimpeln in schwindelnden Höhen zu gefährlich und bisweilen auch ganz unmöglich machte.

Die Reihenfolge der damaligen Tankstationen war logisch festgelegt: Hotel Kohne, dann der Gasthof Scheele, es folgte Gaststätte Bathe, besser unter dem Namen „Sumpf“ bekannt, die Gaststätte Conredel, Gaststätte Krüdewagen, Hotel „Drei Könige“ und auf der anderen Seite Cafe Bröker (heute Grote). Der Abschluss fand wie immer bei Padberg statt. Jeder kann sich vorstellen, dass bei dieser Kneipendichte zwei Tage fürs Aufhängen veranschlagt wurden. Für die restliche Strecke bis zur evangelischen Kirche brauchten die Mitglieder nicht mehr lange – was ausschließlich damit zu tun hatte, dass keine Gaststätte auf diesem Weg lag und man nicht zwei Tage durchtrinken konnte und wollte.

Seit gut zehn Jahren werden die Wimpelketten am zweiten Tag nicht mehr nur bis zur evangelischen Kirche aufgehängt, sondern es geht ein ganzes Stück weiter bis zur Balver Höhle.

Obwohl das Schützenfest wegen Corona 2020 und 2021 ausfiel, schmückte der Fähnchenclub dennoch unbeirrt und zuversichtlich die Balver Hauptstraße. Im Jubiläumsjahr 2022 gehören zum Fähnchenclub: Mitbegründer Franz Gercken sowie Franz Drilling, Reimund Wächter, Wolfgang Lazer, Rolf Biggemann, Peter Hering und Odo Willmes.

Auch interessant

Kommentare