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Explosionen im Steinbruch - Airbags sind schuld

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Flammen lodern im Steinbruch.

Langenholthausen - Heiß her ging es im Steinbruch in Langenholthausen: Transportbehälter für Auto-Airbags wurden dort auf 900 Grad erhitzt – bis die Airbags explodierten. Das war gewollt.

Den 168 Beifahrer-Airbags wird es ziemlich warm in der Transportkiste, die langsam auf Temperatur gebracht wird. „Bei 120 Grad Celsius löst sich die Sprengstoffkapsel und sie gehen auf“, erläutert Andreas Haarmann, Gefahrgutbeauftragter und Außenbrandtestleiter der Firma Paul Müller. 

Er steht mit Warnweste und Helm im Steinbruch. Dort gehen an diesem Tag nacheinander etliche Transportbehälter mit Airbags und auch Gurtstraffern in Flammen auf. Einmal im Monat werden die Behälter auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Feuer getestet. „Das, was drinnen ist, darf nicht herauskommen“, sagt Andreas Haarmann. „Die Airbags sollen im Behälter hochgehen, dürfen aber nicht die Außenwand durchdringen.“ 

Strenge Qualitätsanforderungen hat Paul Müller dabei an seine Konstruktions- und Fertigungsabteilung, die regelmäßig auf die Probe gestellt werden. Denn: Sollte der Behälter mit 168 Beifahrerairbags beim Transport in Brand geraten, haben Feuerwehrleute genügend Zeit, zu löschen ohne Angst haben zu müssen, dass auch der Behälter anfängt zu brennen. 

Sprengtest im Steinbruch: Hier gibt's die Bilder

Der Test an diesem Tag zeigt: Die Airbags sind voll funktionsfähig und könnten jederzeit in ein Auto eingebaut werden. Sie bestehen den Test für den Ernstfall. Dafür wird jeder Behälter auf einen Holzstoß gestellt, dieser wird dann in Brand gesetzt. 

Schutzwände sind aufgebaut worden, die Beobachter verfolgen den Test aus einer Entfernung von 80 Metern. Nicole Haarmann, Tochter von Andreas Haarmann und seit vielen Jahren erfahrene Testerin, lässt eine Videokamera laufen. Diese Aufnahmen sind für die Bundesanstalt für Materialfluss und -prüfung sowie für den Kunden bestimmt. „Wenn es für mich langweilig ist, ist es für den Kunden gut“, sagt Andreas Haarmann und lacht. 

30 Minuten dauert der Test: In der halben Stunde knallt und zischt es gewaltig in den Behältern, die bis auf 900 Grad Celsius aufgeheizt werden. Denn jeder Airbag, der nach und nach durch die Hitze ausgelöst wird, knallt mächtig. Hat der Behälter dennoch standgehalten und ist dicht geblieben, wird er weggefahren und darf ausbrennen. 

Aufmerksam verfolgt Rafael Blacejewski das Geschehen. Er ist der neue verantwortliche Mitarbeiter für das Werk von Paul Müller in Polen, wo diese spezifizierten Transportbehälter ebenfalls hergestellt werden. Er zeigt sich beeindruckt von dem, was ihm geboten wird: lautstarke Explosionen, die aber sicher im Behälter unter Verschluss bleiben. „Sehr hohe Sicherheitsstandards“, kommentiert er. Diese gilt es stets einzuhalten. 

Jeden Monat werden Behälter aus der laufenden Produktion auf ihre Sprengstoffklassifizierung im Steinbruch überprüft. Gefahrgutbeauftragter Andreas Haarmann ist am Ende der Tests sehr zufrieden: „Für mich war es langweilig, für den Kunden aber gut.“ So soll es sein.

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