Feuerwehr und Stadtverwaltung mit Schadensbilanz ein Tag nach dem Starkregen

„Lage hat sich sehr schnell zugespitzt“

Das kleine Flüsschen Wellingse flutete in Langenholthausen zwei Häuser und Hofgebäude, die auch schon 2021 stark betroffen waren.
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Das kleine Flüsschen Wellingse flutete in Langenholthausen zwei Häuser und Hofgebäude, die auch schon 2021 stark betroffen waren.

„Einige Häuser standen am Montag unter Wasser, während es aber, was noch wichtiger war, weder Personenschäden bei der Feuerwehr noch bei Privatleuten gab. Langenholthausen, die Stadtmitte in Balve und die Hauptstraße vor dem Rewe-Markt hat es bei diesem Hochwasser besonders stark getroffen“, fasste Yvonne Schäfer, Pressesprecherin der Balver Feuerwehr, im Gespräch mit unserer Zeitung zusammen, was sich am Montag innerhalb von vier Stunden abgespielt hat.

Balve – Als der Himmel gegen 15.30 Uhr seine Schleusen öffnete, war ganz schnell Land unter in einigen Bereichen im Stadtgebiet. Felder in Mellen waren überflutet, das Wasser lief in Bächen über die Straßen von Mellen nach Langenholthausen und in Langenholthausen selbst wurden die kleinen Flüsschen Wellingse und Borke zu reißenden Strömen.

Die anliegenden Häuser, die bereits beim Jahrhundert-Hochwasser im Juli 2021 betroffen waren, wurden auch dieses Mal wieder sehr stark vom Wasser getroffen. Ebenso der Landwirtschaftliche Betrieb Lösse und die Bäckerei Grote. Hier waren freiwillige Helfer zur Stelle, um mitzuhelfen, wo Hilfe notwendig war. Die Feuerwehr leistete technische Unterstützung. Der Bauhof der Stadt Balve unterstützte mit dem Transport von Sandsäcken.

Yvonne Schäfer: „Die Feuerwehr war mit 92 Leuten aus allen Löschgruppen und Löschzügen im Einsatz, während andere in den Feuerwehrgerätehäusern für den Grundschutz sorgten“. Ein Ausrücken für andere Einsätze in diesem Zeitraum war bis auf einen Verkehrsunfall in Beckum nicht erforderlich. Hier war nur ein Sachschaden zu verzeichnen. „Auch die First Responder hatten keinen Einsatz“, sagte Schäfer auf unsere Nachfrage.

Alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Balve waren mit eingebunden an diesem Tag, und hatten Bereitschaft beziehungsweise Einsatz. Allerdings konnten sich alle auf das Hochwasser konzentrieren. „Die Lage hat sich sehr schnell zugespitzt“.

16 Einsätze wurden im Zusammenhang mit dem Abpumpen von Wasser oder der Absicherung von Häusern mit Sandsäcken absolviert. Auch das Freihalten von Fahrbahnen gehörte mit zu den Aufgaben. „Der letzte Einsatz war in Mellen bis 23 Uhr – die Aufräumarbeiten und die Wiederinstandsetzung der Fahrzeuge in den jeweiligen Feuerwehrgerätehäusern dauerte bis nach Mitternacht“.

Gleich zu Beginn des Starkregenfalls am Montagnachmittag wurde die B229 in Balve in der Nähe des Einkaufszentrums mit Rewe, Rossmann und Kik überschwemmt.

Koordiniert wurde alles von einem Meldekopf im Feuerwehrgerätehaus in Balve, wo auch Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, vor Ort war. „Ein großes Lob an unsere Feuerwehr“, stellte er fest. „Es wurde hervorragende Arbeit geleistet“.

Bathe habe im ständigen Kontakt mit der Wehrleitung und dem Meldekopf. „Wir kamen überein, keinen ,Stab für außergewöhnliche Ereignisse‘ einzuberufen.“ Bei sehr großen Katastrophenfällen setzt sich dieser in Balve aus Feuerwehr und auch Verwaltung zusammen. Dieses Mal allerdings war es „nur“ ein Naturereignis. „Aber auch das hatte seine Ausmaße, die wir im normalen Rahmen bewältigen konnten“.

Ob die seit einigen Wochen stattfindenden Renaturierungsmaßnahmen der Hönne am Krumpaul vor der Realschule dazu beigetragen haben, dass dieses Mal die Hönne nicht so stark wie vor fast zwei Jahren im weiteren Verlauf bis Volkringhausen über die Ufer trat, konnte Bathe nicht bestätigen. „Es wäre möglich“, überlegte er. „Immerhin blieb die Hönne bei den Hönnewiesen in ihrem Bett. Davon habe ich mich überzeugt.“

Die „Hönnewiesen“ sind ein Baugebiet in Balve hinter der evangelischen Kirche. Aktuell findet die Vermarktung der 16 Baugrundstücke für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften, und drei Flächen für den Bau von Mehrfamilienhäusern statt. Dafür stehen insgesamt 1,9 Hektar zur Verfügung.

Kommentare

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Kommentare

derpeterAntwort
(0)(0)

Weil der Boden immer weiter verdichtet wird und uns ein Haufen Bäume fehlen.

Hennes
(0)(0)

Hallöchen Zusammen. Ich frage mich bei solchen Vorfällen immer ob unserer Kanalisation nicht richtig funktioniert?
Wie kommt das denn das nach einem so kurzen Regen, der zwar heftig war, alles unter Wasser steht? Ich meine jetzt speziell die Kreuzung am Rewe in Balve.