Längere Weihnachtsferien: Das sagt die Leiterin der Realschule zur Entscheidung

Das Hygienekonzept der Realschule Balve funktioniert. Laut Schulleiterin Nina Fröhling ist die Einrichtung derzeit coronafrei.
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Das Hygienekonzept der Realschule Balve funktioniert. Laut Schulleiterin Nina Fröhling ist die Einrichtung derzeit coronafrei.

„Vor dem Hintergrund dieses schwierigen Jahres ist das Weihnachtsfest wichtig, um als Familie zusammenzukommen und sich bewusst zu sein, was man an diesem Miteinander hat.“

Nina Fröhling, Schulleiterin der Balver Realschule, begrüßt die coronabedingte Verlängerung der Weihnachtsferien.

Wie Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in dieser Woche erklärte, soll der letzten Schultag der 18. (Freitag) und nicht erst der 22. Dezember (Dienstag) sein. Familien können sich so einige Tage eher in eine freiwillige Vor-Quarantäne begeben, um gefahrloser beispielsweise mit den Großeltern Weihnachten feiern zu können.

Viele Einschränkungen in diesem Schuljahr

Auch die Balver Realschule hatte zuletzt unter der Corona-Pandemie zu leiden, war das Schuljahr doch von Einschränkungen geprägt. „Alles, was schön ist, durfte nicht stattfinden: Keine Veranstaltungen im Schul- oder in den Klassenverbänden, auch nicht die Adventsfeier für die Senioren“, nennt Fröhling nur einige Beispiele. Der traditionell in der Aula veranstaltete gemütliche Nachmittag der Stadt für die Senioren aus Balve, denen von den Neuntklässlern Kuchen und Torten gebacken werden und der von einem Programm, das von allen Klasse mitgestaltet wird, lebt, wurde bereits abgesagt (wir berichteten).

Momentan sei keiner der 420 Schüler und der 30 Lehrer nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. „Unser Hygienekonzept sieht vor, dass Masken auch im Unterricht getragen werden müssen – nur nicht im Sportunterricht, denn wir haben genügend Platz sowohl in der Realschul-, als auch in der Dreifachturnhalle.“

Mit Masken bleibt die Verständigung schwierig

Die Verständigung im Unterricht mit Masken – bei Einführung der Maskenpflicht an ihrer Schule von Nina Fröhling kritisiert – bleibe weiterhin schwierig: „Denn die Mimik beim Sprechen ist wichtig, und dies ganz besonders bei den Fremdsprachen.“

Was das Tragen der Masken angeht, stellt Fröhling ihren Schülern eine gute Note aus, die Mädchen und Jungen seien sehr diszipliniert. „Die gesellschaftliche Pflicht ist bei den Kindern angekommen.“ Dazu gehöre auch, sich auf das Lüften in den Klassenzimmern einzustellen. Alle 20 Minuten werden die Fenster geöffnet; die Brandschutzfenster bleiben sogar über den gesamten Unterrichtstag hinweg offen. Warm halten sich die Schüler mit mitgebrachten Decken und durch entsprechend dicke Kleidung. Zudem sollen die Schüler stets Wechselmasken im Schulrucksack dabei haben. „Darauf wurden die Eltern hingewiesen. Und daran halten sich diese auch“, so die Schulleiterin.

Lehrer haben Konzept für Distanzlernen entwickelt

Ihre Hausaufgaben hätten aber auch die Lehrer gemacht: Nach den Herbstferien seien diese für einen Tag in Klausur gegangen, um ein Konzept für die sogenannte Distanz-Beschulung mit PC, Laptop oder Smartphone zu erarbeiten. „Die gefundenen Lösungen sind auch für die Eltern nachvollziehbar und vor allem zu händeln“, sieht Fröhling ihre Schule gut aufgestellt, falls viele Schüler in Quarantäne müssten oder es gar zu einer vorübergehenden Schulschließung kommen sollte.

Auf den offiziellen Erlass des Schulministeriums des Landes NRW bezüglich der Weihnachtsferien wartet Schulleiterin Fröhling noch, und damit auf eine Konkretisierung der Beschlüsse ob und wann die Ferien in diesem Jahr früher als sonst beginnen.

Lob auch aus der Elternschaft

Die Entscheidung, die Ferien zu verlängern, gut und vernünftig findet auch Marie-Theres Schulte aus Eisborn-Horst. Ihre beiden jüngsten Söhne gehen in die 7. und 10. Klasse. Beide haben in diesem Corona-Jahr bereits den Präsensunterricht unter den besonderen Bedingungen und auch den Distanzunterricht mitgemacht. „Den Unterricht auf Distanz müsste man optimieren, denn es bleibt doch nicht so viel hängen wie im normalen Schulunterricht“, findet Schulte. „Aber ich könnte mich damit arrangieren, dass meine Jungs zu Haus bleiben.“ Marie-Theres Schulte fände es sinnvoll, wenn Präsenz- und Digitalunterricht abwechseln würden, um die Klassenstärke so halbieren zu können. Dies fordern längst auch einige Schüler-, Eltern und Lehrerverbände in NRW. „Es hängt alles mit dem Coronavirus zusammen, sodass sich alle mehr zurücknehmen müssen“, fordert Marie-Theres Schulte die Politik auf, in diesem Punkt zu handeln.

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