Bernhard Gruhn verwandelt im Golddorf Mellen einen Baumstamm in Kunstwerk

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Bernhard Gruhn in Aktion.

MELLEN ▪ Seit wenigen Tagen ist das Golddorf Mellen um eine Attraktion reicher. Vor dem Haus der Familie Mertens ist durch die kunstvolle Arbeit von Bernhard Gruhn eine hölzerne Skulptur entstanden.

Mit sanftem Blick und einer Pfeife im Mund blickt das hölzerne Männergesicht mit Rauschebart auf diejenigen, die Mellen aus Richtung Langenholthausen erreichen. Bei jedem Wetter wird er ein wachsames Auge auf die Straße haben und die Blicke auf sich ziehen. Doch damit die Holzskulptur entstehen konnte, brauchte es fast 50 Jahre.

So lange durfte die Große Küstentanne (Abies grandis) „in den Himmel“ wachsen. „Sie hatte zum Schluss eine Höhe von annähernd 20 Metern und war eine Gefahr für das Haus geworden“, erzählte Gisbert Mertens. Zum Jahreswechsel wurde das Kieferngewächs deshalb gefällt. Doch warum schneidet man einen Baum mehr als drei Meter über dem Boden ab? Diese Frage haben sich bestimmt zahlreiche Passanten gestellt – jetzt ist der Grund sichtbar.

Familie Mertens hatte bereits vor der Baumfällung Kontakt zu Bernhard Gruhn aufgenommen. Der Rentner aus Sundern ist Holzschnitzer aus Leidenschaft und hat im Jahr 2008 auch das Kyrill-Denkmal auf dem Mellener Dorfplatz geschnitzt. Als Autodidakt hat Gruhn sich beigebracht, wie aus einem Holzstück kleine und große Kunstwerke entstehen. Für Gruhn war es ein Vergnügen, sich mit dem Stamm zu beschäftigen. „Ich schnitze immer aus dem vollen Holz“, so der Künstler, „und am liebsten schnitze ich Tiere“. Zwar hatte sich Familie Mertens in erster Linie für das Gesichts-Motiv entschieden, da der Stamm aber genügend Platz bot, bekam Guhn auch die Möglichkeit, einen seiner Favoriten zu schnitzen: eine Eule. Sie ist für die Passanten aber nicht zu sehen, da sie zur Hausseite zeigt.

„Der Baum hat schon immer zum Haus dazugehört“, sagte Gisbert Mertens. In seiner jetzigen Daseinsform wird er wohl auch noch lange der Hausbaum der Familie bleiben. Beeindruckt von der Schnitzkunst zeigten sich auch die Kinder Alina (8) und Niklas (10). „Das sieht wirklich super aus“, freuten sie sich über das Kunstwerk. ▪ paul

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