Akrobaten, Feuer und Stahlgewitter

Der Auftritt der Formation Stahl Fatal war ein Hingucker aber auch ein ohrenbetäubendes Spektakel. - Fotos: Krumm

Balve -  Schrauben schmücken das Haar, Ketten baumeln am Revers und hier und da schützen Metallplatten den Körper der Kämpfer, die mit Metallstangen sportlich aufeinander losgehen. Doch nicht der Kampf stand im Mittelpunkt der Auftritte der Gruppe „Stahl Fatal“, sondern die teilweise ohrenbetäubende, aber doch sehr mitreißende Perkussion auf großen Plastik- und Metallfässern.

Sie verkündete weit ins liebliche Land hinein am Samstagnachmittag und -abend, dass die Luisenhütte zumindestens kulturell wieder mächtig angeheizt war.

Bei den wiederholt aufgeführten Stahlgewittern drängte sich das Publikum um die Akteure und jene immer mal wieder auflodernden Feuer, die problemlos als Schmiedefeuer durchgehen konnten. Pünktlich zum Beginn des aus dem NRW-Kulturetats unterstützten Festivals „Feuer & Wasser – Live in den Fabrikskes“ brach der Himmel über Wocklum auf und ließ die Sonne auf das bestens besuchte Familienfest scheinen.

Feuer stand auch im Zentrum des ebenfalls umlagerten Auftritts der Künstlergruppe „Aerial Fire“, was besonders beim letzten Auftritt in der Dunkelheit beeindruckte. In der Stunde vor Mitternacht kamen auch mit bunten LEDs beleuchtete Kugeln und Kegel beim Jonglieren zum Einsatz. Doch dafür war tagsüber mehr von der ebenfalls sehr ansprechenden Akrobatik am Tuch in der Höhe und beim virtuosen Stemmen der Partnerin zu sehen.

In Michael Endes wunderbarem Kinderbuch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ verwandelt sich die garstige Drachen-Lehrerin Frau Malzahn am Ende in den goldenen Drachen der Weisheit. Jener wunderschöne Drache, den die Künstlergruppe „Pantao“ mit nach Wocklum brachte, war ein würdiger Vertreter dieser Gattung. Natürlich wurde er vor allem von den Kindern verfolgt, die Glück hatten, dass der Schwanz des Tieres hervorragend gepolstert war. Doch auch den Erwachsenen machte der goldene Drache Spaß, der mit der Luisenhütte im Hintergrund ein schönes Fotomotiv abgab. Doch der Drache kam nicht allein: In seiner Begleitung waren ein Faun, der das Tier im Zaun hielt und gerne auch mal die Kinder herumwirbelte, und ein Frosch, der vor allem viele kleine Besucher sehr persönlich begrüßte und jederzeit für ein Foto zu haben war – ein wahrlich märchenhafter Auftritt.

Musik, die außer durch Rhythmus auch durch Melodien für sich einnahm, kam von der Marching Band „Marshall Cooper“, die unter der Devise „Luft trifft Metall“ ebenfalls bestens in die metallurgische Vergangenheit der Hütte passte.

Die Jungs lieferten beste Unterhaltung auch deshalb ab, weil sie sich nicht auf das klassische Repertoire einer Marching Band beschränkten, sondern auch in der Popmusik wilderten. Das machte Spaß – wie auch das ganze Kulturfest, das dem Publikum wieder einmal an einem bemerkenswerten Ort geschenkt wurde. -

Von Thomas Krumm

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