Die Küche bleibt kalt im St. Marien-Hospital

In der Küche des St.-Marien-Hospitals arbeitet nun niemand mehr. Das Essen für die Patienten kommt fortan aus Iserlohn – von der Krankenhausküche des St.-Elisabeth-Hospitals.

BALVE ▪ Die Arbeitsplatten, Töpfe, Pfannen und andere Kochutensilien wurden wie immer auf Hochglanz poliert, Wände und Fußboden abgewischt, und der Letzte machte wie gewohnt das Licht aus und drehte von außen den Schlüssel um. – Was seit 1971 zum Arbeitsalltag in der Krankenhausküche im St.-Marien-Hospital gehörte, ist jedoch seit gestern Geschichte.

Die Krankenhausküche und die damit verbundene Caféteria des St.-Marien-Hospitals wurden in Balve gestern geschlossen. Diese Entscheidung wurde auf Grund der „finanziell bedrohliche Lage des Unternehmens“ getroffen, teilte Donata Pertzborn-Wagner, die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Katholischen Klinken im Märkischen Kreis, auf Anfrage mit. In diesem Zusammenhäng würden „zum Jahreswechsel alle Küchen der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis, die bisher von einem externen Caterer geführt wurden, auf Eigenbetrieb umgestellt.“ Erwartet werden durch die Umstellung des Verpflegungssystems „kurzfristig greifende Einsparmöglichkeiten und geringere Investitionen im Bereich Küchentechnik“.

Bisher wurden, so Sabine Marton, Kaufmännische Direktorin der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis, 90 Patienten des Hauses, 80 Bewohner des benachbarten Altenpflegeheims und das „Essen auf Rädern“ vom Malteser Hilfsdienst (MHD) mit mehr als 50 Mahlzeiten täglich aus der Küche versorgt.

Nach einem neuen Zulieferer hält der MHD nach der mehr als 30-jährigen Zusammenarbeit nun Ausschau, die Patienten und auch Mitarbeiter des St.-Marien-Hospitals werden ab sofort von der Krankenhausküche des St.-Elisabeth-Hospitals in Iserlohn dreimal täglich versorgt.

Pertzborn-Wagner über den neuen Kooperationspartner: „Das dort vorhandene Küchensystem ermöglicht es, das individuelle Essen für jeden Patienten direkt auf dem Tablett anzurichten. In speziellen Wärmewagen werden die so zusammengestellten Mittagsmenüs nach Balve transportiert und auf den Stationen wie gewohnt verteilt.“

Die vier hauseigenen Mitarbeiter, die bislang in der Küche tätig waren, sind innerhalb des Gesamtunternehmens versetzt worden, und arbeiten nun in den Krankenhausküchen in Iserlohn und Menden. Die weiteren Küchenmitarbeiter sind Angestellte der externen Cateringfirma Medirest.

„Somit werden Patienten des Balver Hospitals ihre gewohnten Mahlzeiten erhalten – angepasst an die aktuellen Erfordernisse und Gegebenheiten, auf die moderne Verpflegungssysteme heutzutage eingestellt sind“, schilderte die Pressesprecherin.

Nicht mehr dazu beitragen wird die Küche im Erdgeschoss. Hier sind nach und nach die defekten Teile ausgetauscht worden, sonst befindet sie sich zum großen Teil noch im Originalzustand.

Alles wirkt so, als könnte morgen wieder der Betrieb aufgenommen werden, doch dieses Kapitel ist nun Vergangenheit. „Aktuelle Pläne für eine weitere Nutzung liegen uns nicht vor“, stellte Marton fest. So bleibt erst einmal alles an seinem Platz. Dies gilt auch für die Caféteria: „Eine Öffnung für Patienten und Besucher ist nicht mehr vorgesehen, aber der Raum soll für Fortbildungen, Informationsabende und größere Veranstaltungen genutzt werden.“

Gesichert sei die Versorgung mit tagesaktuellen Neuigkeiten, denn jetzt sind die Zeitungen bei der Information am Eingang des Hospitals erhältlich. Kaffee und Wasser gibt es in den Aufenthaltsräumen auf den Stationen.

Von Julius Kolossa

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