Krippe von Familie Lazer stammt noch aus der Besatzungszeit

+
Die Krippe, vor der Michaela Lazer in ihrem Wohnzimmer kniet, ist mittlerweile fast 70 Jahre alt. Die Krippe schafften damals noch die Eltern von Lazers Ehemann Wolfgang an. 

Balve - Bei Familie Lazer gehört eine Krippe mit der Darstellung der Geburt von Jesus Christus zur Weihnachtszeit. „Das ist für uns ganz selbstverständlich“, sagen Michaela und Wolfgang Lazer zu ihrer christlichen Grundeinstellung. Dazu gehört auch, dass sie die alte Krippe von 1949 ebenso in Ehren halten wie eine neuere, die in den 1990er-Jahren angeschafft wurde.

„Das war die erste Anschaffung meiner Eltern“, blickt Wolfgang Lazer auf das bunt gestaltete Kunstwerk. „Das Besondere daran ist aber, dass diese Krippe so kurz nach dem Krieg gekauft wurde, in einer Zeit, als viele an etwas anderes gedacht haben.“ In der damals britisch besetzten Zone kauften Franz und Ursula Lazer den Stall und die aus Gips hergestellten Figuren. Unter jeder zeugt ein Stempel „Germany Brit. Zone“ von der Herkunft. 

„Germany Brit.Zone“: Mit diesem Stempelaufdruck sind alle Figuren der Krippen von Michaela und Wolfgang Lazer versehen.

Für Wolfgang Lazer liegt der Wert dieser Krippe nicht im materiellen, sondern vielmehr im ideellen Bereich. Dazu gehören auch die Spuren, die das Alter an den Figuren hinterlassen hat. „Sie könnten aufbereitet werden“, weiß der Malermeister. „Aber auch in ihrem jetzigen Zustand strahlen sie viel Würde aus.“ 

Zuerst die Heilige Familie gekauft

Ausstrahlung hat auch die zweite Krippe im Haus Lazer. Aus der Werkstatt der Firma Eibel aus München stammt diese. „Zuerst haben wir die Heilige Familie gekauft“, erzählt Michaela Lazer über die Anfänge. 

Inzwischen nimmt die gesamte Szene schon sehr viel Raum ein im Wohnzimmer. Dafür mussten die Bücher weichen. Im bayerischen Stil ist alles naturnah gestaltet, mit Moos und Stroh. Und einem Ziegenbock, der vorwitzig seinen Kopf neben einem Hirten in die Höhe streckt. Dieses Detail verleitet zum Schmunzeln. „Der gehört einfach dazu“, sagen die Lazers. 

An jedes Detail wurde gedacht 

Sonst wurde an jedes Detail der aus Pappelholz hergestellten Figuren gedacht; das Jesuskind passt sowohl in den Arm seiner Mutter, als auch in die Krippe. Drum herum spielt sich das Geschehen um die Geburt des Erlösers ab. Michaela und Wolfgang Lazer sehen sich diese Krippe gerne an, wissen um die beruhigende Wirkung: „Das bringt den Blick auf das Wesentliche, das Einfache.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare