Mini-Kreisel soll viele Balver Verkehrsprobleme lösen

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Wie der Kreisverkehr in der Hönnestadt demnächst aussehen könnte, konnten sich die Mitglieder des Ausschusses Umwelt, Planung, Bau am Dienstag im Rathaus schon einmal ansehen.

Balve - Ein Mini-Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 16 oder 18 Metern könnte die Lösung des Problems für den Rückstau am Knotenpunkt B 229/K 12 in der Balver Innenstadt sein. Alina Zell, Studentin des Bauingenieurwesens an der Universität Siegen, hat sich mit diesem Thema in ihrer Bachelorarbeit beschäftigt. Diese wurde den Mitgliedern des Ausschusses Umwelt, Planung, Bau am Dienstag präsentiert.

Nicht nur ihren Professor Jürgen Steinbrecher – er bewertete die Arbeit mit der Note „sehr gut“ – sondern auch die Kommunalpolitiker begeisterte die Idee der jungen Frau. Professor Steinbrecher stellte die Planung gemeinsam mit Eberhard Zimmerschied vom Landesbetrieb Straßen.NRW vor.

Letzterer empfahl den Ausschussmitgliedern den Mini-Kreisel. Dieser sei für die von der Studentin ermittelten 17.000 Fahrzeugen, die diesen Knotenpunkt täglich passieren würden, die geeignete Lösung. Weder eine neue Ampelschaltung, noch eine Änderung der Vorfahrt-Regelung als alternativ aufgeführte Maßnahmen würden an dieser Stelle zum Erfolg führen, meinte Zimmerschied.

Alina Zell hat den Bereich, an der die Bundes- und die Kreisstraße zusammenfließen, beobachtet, den Verkehr gezählt, und im Selbstversuch im Stau gestanden. Für Rückstaus von 400 bis 700 Metern berechnete sie Wartezeiten bis zu fast sieben Minuten. Die Studentin stellte fest, dass es innerhalb von einer Stunde nur 621 von 1735 Fahrzeugen gelinge, die Kreuzung zu überqueren.

Vieles würde sich verbessern

Zuvor durchgeführte theoretische Berechnungen waren immer von einer größeren Durchflussmenge ausgegangen. „Es gibt mehr zulaufenden Verkehr als abfließen kann“, stellte Professor Steinbrecher fest. Die Verkehrsexperten wollten nicht versprechen, dass mit dem Kreisel alle Probleme beseitigt werden könnten, aber nach ihrer Ansicht würde sich vieles verbessern.

Die Verkehrssicherheit würde verbessert; in den vergangenen drei Jahren kam es zu acht Unfällen in diesem Bereich. An drei Unfällen waren Fußgänger beteiligt, es gab drei Leichtverletzte und einen Unfall mit einem Schwerverletzten. Darüber hinaus traten Sachschäden auf, so wurde beispielsweise die Ampelanlage beschädigt. Weitere Unfälle hätten sich beim Abbiegevorgang in die Straße Am Baumberg ereignet.

Hohe Lärmbelästigung

Aus Erfahrung berichtete Eberhard Zimmerschied, dass Unfälle an Kreisverkehren seltener vorkämen, weil die Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit reduzieren müssten. Allerdings müsse erwähnt werden, dass die Lärmbelastung durch unbeladene Lastwagen an einem Kreisverkehr relativ hoch sei. Denn Mehrtonner seien die einzigen Fahrzeuge, die die Kreiselmitte überfahren dürften. Autos dürften diese nur umfahren, sonst drohe ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro.

Bund und Kreis bezahlen

Bei den Planungen stehe der Landesbetrieb der Stadt personell nicht zur Seite. Allerdings dürfe die Verwaltung ein Ingenieurbüro beauftragen, das dann vom Landesbetrieb bezahlt werde, erklärte Zimmerschied. Wenn gebaut werde, müssten die Verkehrsteilnehmer für etwa zwei Monate mit Behinderungen rechnen. Auch mit Blick auf die Prognosen für die Verkehrsentwicklung in den kommenden Jahren käme der Kreisel mit seiner Größe nicht an die Grenzen seiner Kapazitäten, die bei 20.000 Fahrzeugen täglich liege.

Der Ausschussvorsitzende Lorenz Schnadt bedankte sich im Namen aller Mitglieder bei der Studentin, die mit ihrem „Zell-Kreisel“ bekannt werde. Michael Bathe, der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, berichtete, dass demnächst ein Gespräch mit dem Landesbetrieb geplant sei. Die Kosten für den Bau des Kreisverkehrs würden zwischen Bund und Kreis aufgeteilt. Die Bauarbeiten könnten eventuell in der zweiten Jahreshälfte 2018 oder Anfang 2019 beginnen.

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