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Kreisoberst der Schützen: „Werden versuchen, Schützenfeste zu feiern“

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Von: Julius Kolossa

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Kreisoberst Dietrich-Wilhelm Dönneweg (links) war bei vielen Schützenfesten in Balve und Neuenrade dabei. Häufig übernahm er die Ehrung verdienter und langjähriger Mitglieder.
Kreisoberst Dietrich-Wilhelm Dönneweg (links) war bei vielen Schützenfesten in Balve und Neuenrade dabei. Häufig übernahm er die Ehrung verdienter und langjähriger Mitglieder. © Kolossa, Julius

In der neuen Schützenfestsaison wird ein neuer Oberst die Bruderschaften- und -vereine im Kreisschützenbund Arnsberg bei ihren Schützenfesten besuchen.

Nach 13 Jahren findet ein Wechsel an der Führungsspitze statt, denn der bisherige Oberst Dietrich-Wilhelm Dönneweg, stellt sich in der Kreisversammlung am 19. März in Freienohl nach 13-jähriger Amtszeit nicht mehr zur Wahl. Viele Orden für verdiente Mitglieder und auch Auszeichnungen für das langjährige Bestehen einiger Bruderschaften hat er in dieser Periode verliehen. Julius Kolossa sprach mit Dietrich-Wilhelm Dönneweg über seine zu Ende gehende Zeit als Kreisoberst.

Herr Dönneweg, warum soll ihre Zeit als Kreisoberst in diesem Jahr enden?

Man sollte dann aufhören, wenn es am Schönsten ist – und ich habe mit insgesamt 17 Jahren als Mitglied im Kreisvorstand und 19 Jahren als Vertreter der Sportschützen im Kreisschützenbund Arnsberg eine sehr schöne und interessante Schützenzeit gehabt. Ich habe immer einen Kreisvorstand gehabt, der mir zur Seite stand. Dafür bedanke ich aus vollem Herzen für die Zusammenarbeit. Es war und ist eine schöne und fordernde Vorstandstätigkeit, bei der der Kontakt zu den Schützen immer im Vordergrund stehen sollte.

Wer wird Ihr Nachfolger als Kreisoberst?

Als Nachfolger wird der Kreisvorstand den Hauptmann Thomas Reiß von der Schützenbruderschaft Herdringen vorschlagen. Der Kreisvorstand hat ein Vorschlagsrecht und das nimmt er auch wahr.

Warum haben Sie seinerzeit die Nachfolge von Friedrich Esser aus Hüsten übernommen?

Ich wurde seitens des Kreisvorstandes gefragt, ob ich mich für die Wahl zum Kreisoberst zur Verfügung stellen würde. Das habe ich getan. Daraus sind nun 13 Jahre geworden.

Welche Erwartungen hatten Sie damals an das Amt?

Meine Intension damals und auch heute war und ist es, den Schützenvereinen, -gesellschaften und -bruderschaften helfend zur Seite zu stehen. Meine Aufgabe als Kreisoberst habe ich immer darin gesehen, die Schützen in jeglicher Hinsicht zu unterstützen und Probleme, wenn möglich, aus dem Weg zu räumen. Das war bei 59 Vereinen und etwa 40 000 Schützen nicht immer einfach und eine Herausforderung.

Was waren Ihre Aufgaben im Amt als Kreisoberst?

Zu meinen Aufgaben gehörte es, den Zusammenhalt der Schützen sicherzustellen und die Tradition des Schützenwesens und das Heimatgefühl zu pflegen und zu stärken. Ich habe mich als Bindeglied zwischen den Vereinen und dem Kreisvorstand gesehen. Für mich stand immer der Mensch im Vordergrund. Große Schwierigkeiten bereiteten und bereiten uns die Vorschriftenlage und die ständigen Auflagen, die uns seitens der Politik auferlegt werden. Diese umzusetzen, ohne das Schützenwesen in Bedrängnis zu bringen, ist eine immer wiederkehrende und nicht leichte Aufgabe.

Wie gut kannten Sie damals den Raum Balve und Neuenrade?

Ich habe seit 1982 ständig mit den Schützen im Raum Balve Kontakt gehabt, da ich bereits seit dieser Zeit der Kreisvorsitzende des Schützenkreises Arnsberg im Westfälischen Schützenbund war und mit den Sportschützen im engen Kontakt stand. Für mich war also das ehemalige Amt Balve mit seinen Schützen nicht unbekannt.

Kreisschützenbund Arnsberg: Rund 40.000 Mitglieder

Dem Kreisschützenbund Arnsberg gehören 59 Schützenverein, -gesellschaften und-bruderschaften mit rund 40 000 Mitgliedern an. Diese kommen aus den sieben Ämtern Freienohl, Hüsten, Sundern, Warstein, Arnsberg, Neheim-Hüsten und Balve. Zu diesem Amt gehören die Schützenbruderschaften St. Petrus und Paulus Affeln, St. Sebastian Balve, St. Hubertus Beckum, St. Antonius Eisborn, Heilige Drei Könige Garbeck, St. Sebastian Küntrop, St. Johannes Langenholthausen, St. Hubertus Mellen und St. Hubertus Volkringhausen sowie die Schützengesellschaft Neuenrade. Amtsoberst ist Raimund Vedder-Stute aus Balve.

In wie vielen Schützenvereinen dort sind Sie Mitglied geworden?

Seit meiner Zeit im Kreisvorstand bin ich in insgesamt sieben Schützenvereinen und -bruderschaften im Amt Balve Mitglied geworden.

Rückblickend: Was zeichnet Balver Schützenbruderschaften und -feste aus?

Ich bin im Raum Balve und Neuenrade immer sehr gut aufgenommen worden. Die Zusammenarbeit mit den Schützenbruderschaften und -vereinen war von starken Engagement und einer Freundlichkeit geprägt, die mir bei meiner Arbeit im Kreisvorstand sehr zugutegekommen ist.

Wie ist Ihnen das Kreisschützenfest 2008 in Garbeck in Erinnerung geblieben?

Für mich war ein besonderer Höhepunkt die Mithilfe bei der Organisation des Kreisschützenfestes in Garbeck. Zum damaligen Zeitpunkt war ich Kreisgeschäftsführer. Die Vorbereitung und die Durchführung mit dem damaligen Vorstand haben mich sehr geprägt. Auch heute haben wir noch ein sehr gutes Verhältnis und der Vorstand ist jederzeit bereit, mich zu unterstützen.

Und was ist das Besondere in der Region Neuenrade?

Mit der Region Neuenrade verbindet mich ein besonderes Verhältnis, da die Schützengesellschaft Neuenrade seinerzeit freiwillig dem Arnsberger Schützenbund beigetreten ist, nachdem die Schützen aus Affeln und Küntrop diesem bereits angehörten. Wir waren und sind immer willkommene Gäste gewesen.

Wie haben sich Schützenfeste im Laufe der Jahre verändert?

Die Schützenfeste wurden in den letzten Jahren den Bedürfnissen angepasst. Sei es, dass man früher mit dem Festablauf begann oder den gesamten Festablauf veränderte. Aber das liegt einzig und allein in der Entscheidungshoheit der Vereine. Wenn Hilfestellungen benötigt wurden, haben wir das bewerkstelligt. Alle Vereine sind gut aufgestellt und es finden sich Gott sei Dank auch immer wieder Schützen, die sich engagieren möchten. Die Tradition innerhalb der Schützenvereinigungen ist durch die Tatkraft der Vorstände sichergestellt. Deshalb sehe ich auch für die Zukunft keine Probleme.

Zwei Saisons mussten bereits komplett ausfallen. Welche Folgen könnte die Corona-Pandemie haben?

Das ist eine schwierige Frage, denn wir können in der Corona-Zeit nicht in die Zukunft blicken. Wir werden 2022 auf jeden Fall versuchen, Schützenfeste zu feiern, es hängt jedoch davon ab, wie man uns einen Ablauf genehmigt und inwieweit die Bevölkerung bereit ist, mitzufeiern.

Kreisoberst Dietrich-Wilhelm Dönneweg (Dritter von rechts) marschierte regelmäßig in den Festumzügen in Balve und Neuenrade mit.
Kreisoberst Dietrich-Wilhelm Dönneweg (Dritter von rechts) marschierte regelmäßig in den Festumzügen in Balve und Neuenrade mit. © Kolossa, Julius

Welche Überlegungen vom Kreisschützenbund gibt es, den Schützenbruderschaften- und -vereinen unterstützend zur Seite zu stehen?

Die Frage stellt sich eigentlich nicht, da die Vereine so aufgestellt sind, dass jederzeit bei auftretenden Sorgen und Problem gemeinsam ein Weg gefunden wird. Das hat in der Vergangenheit funktioniert und wird auch in der Zukunft so sein. Ich denke, dass wir mit unserem Vorschlag, mit Hauptmann Thomas Reiß als meinem Nachfolger in die Kreisversammlung zu gehen, eine sehr gute Lösung haben werden.

Wann kann mit dem Start der Schützenfestsaison gerechnet werden?

Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle Vereine dabei, ein Schützenfest zu organisieren. Ob sie tatsächlich auch zu vorgesehenen Terminen gefeiert werden können, lässt sich momentan nur schwer vorhersagen. Traditionell beginnen wir im Kreisschützenbund Arnsberg im Mai.

Zur Person: Das ist Dietrich-Wilhelm Dönneweg

Dietrich-Wilhelm Dönneweg ist 69 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Meschede-Frenkhausen. Er war Berufssoldat bei der Luftwaffe, ging mit 53 Jahren als Oberstabsfeldwebel in Pension. Schützenkönig war er 1988 in Warstein-Suttrop. Sein großes Hobby ist der Schießsport.

Wie bleiben Sie künftig mit den Schützen aus Balve und Neuenrade in Kontakt?

Meine Bitte ist es – nach so langer Zeit im Vorstand – zum Kreisehrenoberst ernannt zu werden. Damit wäre ich nicht aus der Welt und in der Lage, dem Kreisschützenbund weiterhin zu dienen und auch das ehemalige Amt Balve mit seinen Vereinen zu besuchen und mit ihnen Schützenfest zu feiern. Aber das liegt nicht in meiner Macht, sondern an der Zustimmung der Delegierten bei der Kreisversammlung.

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