Krankenhaus: Suche nach potentem Partner

BALVE ▪ Resigniert hat Hubertus Mühling noch nicht: Um das St. Marien-Hospital zu retten, werde man nun Plan B und eventuell Plan C verfolgen, betont der Bürgermeister.

Das ernüchternde Ergebnis des Gutachtens der Firma Admed wurde am Dienstag der Öffentlichkeit präsentiert (wir berichteten). Demnach gibt es keine Alternative: Das Balver Krankenhaus müsse aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden, heißt es dort. „Plan A ist damit endgültig gescheitert“, spricht der Bürgermeister von einem „bitterschweren Tag“ für die Stadt Balve. Mit Aussagen in dieser Deutlichkeit habe er nicht gerechnet, zeigt sich Mühling immer noch geschockt. Ein großer Hoffnungsschimmer sei für ihn immer noch die Möglichkeit einer möglichen Spezialisierung des Hauses gewesen.

Auch bezüglich des Votums der Gesellschafterversammlung, die letztlich über die Schließung des Hauses entscheiden muss, gibt sich der Bürgermeister keiner Illusion hin: „Die Versammlung wird aus wirtschaftlichen Gründen nichts anderes beschließen können. Wir werden dort überstimmt.“

Kampflos wolle man das Krankenhaus dennoch nicht aufgeben, erklärt Mühlung – und verweist auf Plan B: „Wir werden versuchen, einen neuen potenten Partner zu finden.“ Etwas Konkretes habe sich aber noch nicht ergeben, deutet der Bürgermeister an, dass es offenbar bereits Gesprächspartner oder zumindest Ideen diesbezüglich gibt.

Plan C nennt der Bürgermeister das Szenario, das St. Marien-Hospital in Eigenregie betreiben zu können. „Vom Plettenberger Modell will ich für Balve nicht sprechen, aber wir müssten prüfen, ob es in dieser Richtung Möglichkeiten gibt“, stellt Mühling fest.

Allerdings will er den Balvern auch nicht zuviel Hoffnung machen, denn inzwischen spiele auch der Faktor Zeit eine sehr große Rolle: „Die ganze Entwicklung nimmt nun dramatisch an Fahrt auf. Wir müssen jetzt schnell reagieren.“

Das will auch der Kirchenvorstand der St. Blasius-Gemeinde. Dessen Mitglieder stehen in den Startlöchern – und warten auf die Ergebnisse eines weiteren Gutachtens, dass der Kirchenvorstand selbst in Auftrag gegeben hat. Kurzfristig, so hofft Andreas Fritz, zweiter Vorsitzender des Gremiums, werde diese Expertise vorliegen. „Was wir in Bezug auf das Krankenhaus untersuchen lassen, geht in eine andere Richtung“, will Fritz noch nichts genaues verraten. Allerdings ist er überzeugt, dass sich der Träger der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis auch dieses Gutachten genau anschauen wird. „Wie es dann weitergeht ist natürlich völlig offen“, stellt Andreas Fritz fest. ▪ cwi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare