1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Balve

Konzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt: Diese MK-Kirchengemeinde ist Vorreiterin

Erstellt:

Von: Markus Wilczek

Kommentare

Pfarrerin Antje Kastens (r.) und ihr Team stellten das Schutzkonzept vor.
Pfarrerin Antje Kastens (r.) und ihr Team stellten das Schutzkonzept vor. © Kirchengemeinde

Unter dem Titel „Unsere Kirchengemeinde soll ein sicherer Ort sein“ hat Pfarrerin Antje Kastens in Zusammenarbeit mit Presbyterin Jutta Wilmes ein Konzept für die Evangelische Kirchengemeinde Balve zum Schutz vor sexualisierter Gewalt erstellt.

Nach Ermessen des Presbyteriums sei es dringend erforderlich, sich mit dem Thema „Sexualisierte Gewalt“ in einer Kirchengemeinde zu beschäftigen und andere Menschen dafür zu sensibilisieren. Das Anliegen: „Unsere Gemeinde soll Schutzort sein, nicht Tatort“. Es gehe dem Presbyterium nicht um einen Papiertiger, sondern um ein Bewusstmachen eines Tabu-Themas und strukturelles Hochziehen von Schutzzäunen. Kirche solle ein sicherer Ort sein, wo man vertrauen kann und potenzielle Täter keinen Platz finden.

Das Schutzkonzept wurde jetzt im Presbyterium beschlossen. Damit ist die Evangelische Kirchengemeinde Balve die erste Kirchengemeinde im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn mit eigenem, ausformulierten Schutzkonzept. „Das Presbyterium übernimmt Verantwortung für Gemeindeglieder, für Besucher von Gemeindehaus und Kirche, aber vor allem für ehren-, haupt- und nebenamtlich Mitarbeitende“, so Pfarrerin Kastens.

Gefahrenanalyse und Maßnahmen zur Prävention

Eine konkrete Gefahrenanalyse und Maßnahmen zur Prävention seien ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Ein Krisenleitfaden helfe mit drei exemplarisch dargestellten Fällen, wie im Verdachtsfall von sexualisierter Gewalt oder im Fall der konkreten Beschwerde zu verfahren ist.

In zwölf Anhängen finden die Mitarbeiter, die das Schutzkonzept in die Hand bekommen, Anregungen, wo sie wie Hilfe finden können. Zwei Ansprechpartner vor Ort sind benannt. Für Kinder und Jugendliche ist ein Plakat erstellt, das das Thema sexualisierter Gewalt altersgemäß ansprechen und Mut machen soll, sich und andere zu schützen. Ein Kummerkasten ist im Gemeindehaus aufgehängt. Er macht niederschwellig eine Beschwerde möglich.

Auch interessant

Kommentare